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      Aachen, 09. Dezember 2020

      EU-Klimaziel: Pariser Abkommen muss Grundlage sein

      (Aachen, 09. Dezember 2020) Fünf Jahre Pariser Klimaabkommen. Die Europäische Union richtet ihre Klimapolitik zu wenig an ihren Pariser Verpflichtungen aus. Der letzte Gipfel der Staats- und Regierungschefs in diesem Jahr am 10. und 11. Dezember bietet die Chance, dringend ein ambitioniertes Klima-Ziel zu beschließen. Diese Gelegenheit zu nutzen, fordert das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR und appelliert dabei besonders an die deutsche Bundesregierung, ihre Ratspräsidentschaft in diesem Sinne einzusetzen. 

      Die vor fünf Jahren gesetzte Frist zur Abgabe der nationalen Klimapläne beim Weltklimasekretariat ist fast abgelaufen: „Wir brauchen dringend den Beschluss des Europäischen Rats für ein ambitioniertes EU-Klimaziel von 65 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990. Das Pariser Abkommen verpflichtet alle Vertragsstaaten zu effektiven Einschränkungen, um gemeinsam die voranschreitende Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Für die besonders von der Klimakrise betroffenen Länder im Globalen Süden wäre das ein Signal der Ernsthaftigkeit“, sagt Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR. 

      Deshalb sollte der Beitrag im Sinne des Pariser Abkommens höher liegen als bisher geplant: „Um ihrer historischen Verantwortung für die Klimakrise gerecht zu werden, muss die EU schneller Treibhausgasneutralität erreichen“, erläutert Spiegel. Die EU könne jedoch nur so viel zusagen, wie auch von den Mitgliedsstaaten getragen wird. „Zum Abschluss seiner Ratspräsidentschaft sollte Deutschland, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel, deshalb alles in die Waagschale werfen, um die Gipfel-Teilnehmenden zu einer Zustimmung zu bewegen.“ 

      Die Zeit drängt 
      Schnelles und entschiedenes Handeln ist unerlässlich. „Wir sind verpflichtet jetzt zu handeln, jetzt unseren CO2-Ausstoß drastisch zu verringern. Mit jedem verschenkten Jahr sinkt der Spielraum für unser Handeln. Je später wir handeln, desto gravierender werden die Klimaschäden ausfallen und desto schwieriger und teurer wird der Kampf gegen die Klimakrise und ihre Folgen“, mahnt Kathrin Schroeder, MISEREOR-Referentin für Klima und Energie. 

      Die Menschen in anderen Regionen der Welt spüren die Auswirkungen schon heute sehr dramatisch: MISEREOR-Partner berichten von immer häufigeren und stärkeren Wetterkatastrophen, die Existenzen in ganzen Regionen zerstören. Anhaltende Dürren machen den Anbau von existenzsichernden Ernten fast unmöglich. Steigende Meeresspiegel zwingen Menschen zur Umsiedlung. 

      „Deshalb ist es so wichtig, dass der vor fünf Jahren in Paris angestoßene internationale Prozess ehrgeizig vorangetrieben und fortgesetzt wird. Ein positives und starkes Signal aus Brüssel wäre für die Dynamik sehr förderlich“, so Kathrin Schroeder. Am 12. Dezember, dem Jahrestag des Pariser Klimaabkommens, treffen sich die Vertragsstaaten zum digitalen „Climate Ambition Summit“. 

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