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      Father Emmanuel Youkhana© Michael Mondry/MISEREOR
      Aachen, 18. September 2015

      Die Armen sind gezwungen zu bleiben

      Fluchtursachen bekämpfen: MISEREOR ruft zu weiteren Spenden für die Flüchtlinge im Nordirak auf

      (Aachen, 18. September 2015) Im Nordirak harren immer noch zehntausende Flüchtlinge in Aufnahmelagern aus. Es sind meist die Ärmsten der Armen. Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in ihre Herkunftsgebiete besteht kaum. MISEREOR unterstützt vor Ort Bildungsangebote und die psychosoziale Begleitung der Flüchtlinge, um ihnen wieder Perspektiven zu geben. Dazu ruft das Werk für Entwicklungszusammenarbeit dringend zu Spenden auf.

      Die Situation im Nordirak ist nach wie vor dramatisch und durch die Flüchtlingsströme nach Europa keineswegs entlastet. "Im Gegenteil - es nehmen angesichts der aktuellen Auseinandersetzungen zwischen der türkischen Regierung und der PKK, der unveränderten Bedrohung durch den nahen Terror des sogenannten Islamischen Staates (IS) und die blutigen Bombardements in Syrien nun auch im kurdischen Teil des Irak  politische Instabilität und Perspektivlosigkeit dramatisch zu", so MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. "Dies erhöht die ohnehin schon extremen Belastungen für die Menschen dort, nicht nur für Flüchtlinge und Vertriebene, sondern inzwischen auch für die einheimische Bevölkerung ist die Lage zunehmend verzweifelt.

      "Pater Emanuel Youkhana aus dem irakischen Dohuk von der MISEREOR-Partnerorganisation Christian Aid Program for Northern Iraq (CAPNI) berichtete dazu bei einem Besuch in der Aachener Geschäftsstelle von MISEREOR. "In dieser Situation wirken die Bilder aus Deutschland wie eine Ermutigung wegzugehen. Allerdings können ihr nur die Wohlhabenderen folgen - die Armen sind gezwungen zu bleiben."

      Anhaltende Notsituation im Sindschar-Gebirge

      "Die Jesiden sind die Ärmsten der Armen, nach wie vor leben die meisten als Binnenvertriebene im Großraum Dohuk in elenden Provisorien, wohin sie vor über einem Jahr geflüchtet sind", so Pater Emanuel.  Manche befänden sich immer noch im Sindschar-Gebirge, dort aber bleibe die Situation anhaltend gefährlich. Viele Gebiete seien immer noch vermint oder weiter unter Kontrolle des IS.

      Es besteht momentan kaum Hoffnung auf eine Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Herkunftsgebiete. Die Menschen sind daher weiter auf die Unterstützung humanitärer Organisationen und der lokalen Bevölkerung angewiesen. Allein das Projektgebiet von CAPNI, die Provinz Dohuk, hat seit 2013 etwa 50.000 Binnenvertriebene aufgenommen. "Was können wir tun, um einen weiteren Exodus zu verhindern? Wir dürfen uns nicht nur um die Symptome kümmern, sondern müssen das Problem an der Wurzel anpacken", fordert Pater Emanuel. "Wir müssen den Menschen wieder Perspektiven bieten. Gleichzeitig müssen dringend politische Lösungen unter Einbeziehung aller Beteiligten her!"

      MISEREOR fördert Bildungs- und Therapieangebote

      MISEREOR unterstützt daher die Arbeit des CAPNI vor allem im Bildungsbereich. "Sehr viele Flüchtlingskinder sind seit über einem Jahr nicht mehr zur Schule gegangen und haben erst jetzt wieder die Möglichkeit zu lernen", erklärt Pater Emanuel. Auch erwachsene Binnenflüchtlinge profitieren von den Angeboten. Die meisten würden zur Verbesserung ihrer Lebenssituation gerne arbeiten. Indes fehlt es ihnen sowohl an Kenntnissen der kurdischen Sprache als auch an relevanter beruflicher Qualifizierung. Durch Kurzzeitausbildungen können die Vertriebenen sich für den Arbeitsmarkt qualifizieren.

      Ein weiterer Förderschwerpunkt MISEREORs im Nordirak ist die therapeutische Begleitung der Flüchtlinge. MISEREOR unterstützt die irakische Menschenrechtsorganisation Jiyan Foundation for Human Rights, die Opfer von Krieg, Gewalt und Folter kostenfrei psychosoziale Trauma-Bewältigung in Selbsthilfegruppen, individuelle Psychotherapie und Familientherapie anbietet. "Nie sind mir Traumatisierung und tiefe seelische Verletzungen durch die Gewalterfahrungen von Kindern wie Erwachsenen so massiv begegnet wie im Gefolge des Syrien-Krieges und des Vormarsches des IS", so Bröckelmann-Simon. "Hier ist weitere Hilfe unbedingt erforderlich, damit die Menschen sich wieder der Zukunft zuwenden können."

      MISEREOR bittet dringend um weitere Spenden für die Flüchtlinge im Nordirak.

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      MISEREOR-Nothilfe und Wiederaufbau in Syrien, im Nordirak und dem Libanon


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