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      Aachen, 21. November 2020

      Afghanistan: MISEREOR fordert Abschiebestopp

      (Aachen, 21.11.20) Anlässlich der Anfang der Woche stattfindenden UN-Afghanistan-Konferenz macht das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR auf die katastrophale Situation im Land aufmerksam. Mit Blick auf die wachsende Not und den drohenden Winter stellt MISEREOR Soforthilfe in Höhe von 200.000 € zur Verfügung.

      „Die Not ist so groß, weil einfach zu viele Krisen zusammentreffen: anhaltende Kampfhandlungen und instabile Sicherheitslage, verlorene Ernten nach Dürren und Überschwemmungen und nun auch noch die COVID-19-Pandemie. Als Folge sind 13 Millionen Menschen, ein Drittel der Bevölkerung, von Hunger bedroht“, erklärt MISEREOR-Länderreferentin Anna Dirksmeier.

      Afghanistan verzeichnet eine enorm hohe Arbeitslosigkeit und raubt vor allem der jungen Generation, die nichts anderes als Krieg im eigenen Land kennt und häufig traumatisiert ist, eine Perspektive. Laut Global Peace Index 2019 gilt Afghanistan als das unfriedlichste Land der Welt, kein anderes kennt ein über 40 Jahre andauerndes Kriegsgeschehen. Anschläge und Bombardierungen treffen vor allem Zivilisten.

      Ein Viertel der Gesamtbevölkerung hat Fluchterfahrungen, aktuell leben 4,6 Millionen afghanische Flüchtlinge in Nachbarländern. In Afghanistan selbst müssen derzeit 2,7 Millionen Binnengeflüchtete unter oftmals schwierigsten Bedingungen und ohne feste Behausungen ausharren. Der hereinbrechende, eiskalte Winter drohe die Lage dieser Menschen deshalb noch weiter zu verschlimmern, befürchtet Anna Dirksmeier. Aus diesem Grund stellt MISEREOR Partnerorganisationen Hilfe zur Verfügung, um das Überleben in den kommenden Monaten zu sichern. 

      Internationale Hilfe und Unterstützung dringend ersehnt
      Von der UN-Afghanistan-Konferenz erhofft sich MISEREOR gemeinsam mit den Partnern vor Ort konstruktive Lösungen zur Stabilisierung der Sicherheitslage.
      „Trotz der massiven Probleme, vor die wir gestellt werden, glauben wir fest, dass Frieden und Stabilität möglich sind“, sagt Zabiullah Azizi, MISEREOR-Partner und Direktor der Union der Hilfe für Schulen in Afghanistan und ergänzt: „Voraussetzung dafür ist umfassende Bildung für alle und wir hoffen, dass uns die internationale Gemeinschaft weiter in dieser Aufgabe unterstützen wird.“
      MISEREOR fordert daher die deutsche Bundesregierung auf, auf der UN-Geberkonferenz einen sichtbaren Beitrag zu leisten und zusätzlich auch ganz aktuell einen Stopp der Sammelabschiebungen aus Deutschland zu beschließen: „Angesichts der sich aktuell erneut verschlechternden Sicherheitslage und der wachsenden sozialen Not im Land ist nicht nur jegliche Hilfe dringend geboten, sondern sind auch Rückführungen von Geflüchteten nach Afghanistan unter humanitären Gesichtspunkten unvertretbar“, appelliert MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon.

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