Misereor Jahresempfang 2018 am 8. November 2018 in Berlin
Misereor Jahresempfang 2018 am 8. November 2018 in Berlin© Markus Nowak | textbildton.net
Berlin, 9. November 2018

60 Jahre MISEREOR – 60 Jahre internationale Entwicklungszusammenarbeit

(Berlin, 9. November 2018). Vertreter aus Politik und Kirche betonten die Bedeutung der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit und die großen Herausforderungen, vor denen MISEREOR und seine Partner in Afrika, Asien und Lateinamerika auch 60 Jahre nach der Gründung aktuell stehen. Anlass war der Empfang zum 60 jährigen Bestehen des Werks für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR am gestrigen Abend in Berlin.

Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer MISEREOR: „Misereor Aktion gegen Hunger und Armut in der Welt“ – mit diesem Untertitel begann vor 60 Jahren die Arbeit von Misereor. Der Einsatz gegen Hunger als die brutalste Form der Armut liegt seit den Anfängen quasi in unserer DNA und es ist noch heute unsere wichtigste Aufgabe. Die bisherigen und die derzeit dominanten Wirtschafts- und Finanzmodelle haben die Armuts- und Hungerprobleme keinesfalls gelöst – sie haben sie mit verursacht!  Das schmerzt, bestärkt uns aber auch in unserem Einsatz gegen Armut. Wenn es uns gemeinsam gelingt, nachhaltiges Wirtschaften, die Förderung von Demokratie und Menschenrechten, Klimaschutz und Frieden in den nächsten Jahrzehnten weiter voran zu bringen, dann haben  MISEREOR und seine Partner einen wichtigen Dienst bei der Bekämpfung von Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Armut getan.“

Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: "Seit 60 Jahren unterstützt Misereor alle Menschen, die Hilfe benötigen – unabhängig von Geschlecht, Nation oder Religion. Denn jeder Mensch hat Anspruch auf ein Leben in Würde, frei von Gewalt, Vertreibung und Hunger! Bei den großen Herausforderungen unserer Zeit leistet Misereor unverzichtbare Arbeit und erreicht Hilfsbedürftige auch da, wo unserer staatlichen Entwicklungszusammenarbeit die Hände gebunden sind. Gerade in Krisengebieten setzen sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Misereor und seiner zahlreichen Partner großen persönlichen Gefahren  aus, um den Menschen in Not beizustehen und ihr Leid zu lindern. Für ihren täglichen weltweiten Einsatz im Dienst von christlicher Nächstenliebe gebührt ihnen unsere Anerkennung und unser Dank!“

Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz: „Christliche Barmherzigkeit besteht darin, den Armen, Marginalisierten und Ausgeschlossenen unserer Welt Gerechtigkeit zu bringen. Seit der Gründung Misereors vor 60 Jahren hat sich sehr viel bei der Bekämpfung gegen Armut und Ungerechtigkeit weltweit getan. Dazu haben MISEREOR und andere Werke der Entwicklungszusammenarbeit  viel beigetragen, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Wir müssen allen Menschen Gleichberechtigung hinsichtlich des Zugangs zu den Gütern der Welt und der Schöpfung ermöglichen und gleiche Chancen für alle auf der Welt erwirken. Misereor muss den Einsatz für diese Aufgabe weiterführen.“

Uwe Kekeritz, MdB Bündnis 90/Die Grünen:  „Um Hunger, Armut und Ungerechtigkeit zu bekämpfen ist ein viel radikaleres Umsteuern in unserer Wirtschaftsweise und unserem Lebensstil notwendig. Solange unser Wirtschaftssystem nur auf Wachstum ausgerichtet ist, werden wir auf Kosten der Menschen in den armen Ländern leben, deren Ressourcen wir ausbeuten. Hierzu müssen wir die globalen Strukturen ändern. Es braucht deshalb eine grundlegend andere Landwirtschaftspolitik, faire Handelsbeziehungen und echten Klimaschutz. Deshalb ist es wichtig, dass MISEREOR und seine Partner diese Themen auch in Zukunft hier in Deutschland anbringen und damit Grundlagen für mehr Gerechtigkeit und bessere Lebensperspektiven global schaffen.“

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