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      Berlin/ Aachen 15.11.2019

      30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention

      „Missachtung von Kinderrechten ist Warnsignal“

      Am 20. November 2019 jährt sich die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention zum 30. Mal. Anlässlich des MISEREOR-Jahresempfangs am gestrigen Abend in Berlin fordern MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel und der Kölner Tatort-Schauspieler Dietmar Bär, die Rechte von Kindern weltweit zu stärken und konsequent umzusetzen.

      Pirmin Spiegel: „Die Förderung der Rechte und Potenziale von Kindern und Jugendlichen ist einer der Grundsteine für ein friedliches Miteinander und eine nachhaltige Entwicklung. Stattdessen offenbaren Gesellschaften weltweit noch immer große Defizite. Sie missachten und verletzen Rechte von Millionen Kindern. In Konflikten, etwa in Syrien, werden schwerste Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder begangen. Im Jemen werden Mädchen und Jungen als Kindersoldaten rekrutiert und als Kanonenfutter benutzt. Tausende Kinder schuften unter ausbeuterischen Bedingungen in Coltan-Minen im Kongo, in Textilfabriken in Bangladesch, auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste oder auf Farmen in Lateinamerika für globale Konsumgüter. Diese schmerzende Liste lässt sich weiterführen. Das sind Grenzüberschreitungen und Warnsignale, die dringenden Handlungsbedarf aufzeigen. Die Verwirklichung von Kinderrechten hängt von politischen Entscheidungen ab, die auch hierzulande getroffen werden. Daher sollte Deutschland ein verbindliches Lieferkettengesetz verabschieden, das Unternehmen dazu verpflichtet, menschenrechtliche Standards in ihrer gesamten Liefer- und Produktionskette zu achten. Ein wichtiges Instrument, um der Ausbeutung von Kindern einen Riegel vorzuschieben.“

      Dietmar Bär: „Wie sehr gerade Armut die Entwicklung von Kindern hemmt, habe ich mit eigenen Augen auf den Philippinen gesehen. Kinder, die mangelernährt, in engsten Behausungen aufwachsen müssen, finden nur schwer Entfaltungsmöglichkeiten. Rund 40.000 Kinder und Jugendliche auf den Philippinen sitzen in Jugendstrafanstalten – unter fürchterlichen Bedingungen. Das sind Kinder aus armen Verhältnissen, die meist wegen Bagatelldelikten eingesperrt werden. Sie werden grundlos kriminalisiert. Es gibt ein Jugendstrafgesetz, das die Strafmündigkeit auf 15 Jahre festgesetzt hat. Dieses Gesetz wird immer wieder umgegangen. Es ist hier an der Politik, auch aus Deutschland,  auf internationaler Ebene darauf hinzuwirken, dass Länder wie die Philippinen, die ja die Kinderrechtskonvention unterzeichnet und ratifiziert haben, sie auch konsequent umsetzen. Und es ist mittlerweile eine traurige Tatsache, dass auch in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder. Es gibt Familien, die können sich keinen Schulranzen leisten, wenn ihre Kinder eingeschult werden. Das dürfen wir nicht so stehenlassen. Es ist unsere Verantwortung als Gesellschaft, hier gegenzusteuern. Da dürfen wir uns nicht auseinanderdefinieren lassen.“

      Starke Kinder - Starke Zukunft

      Der MISEREOR-Jahresempfang am 14. November 2019 nahm das 30jährige Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention zum Anlass, um unter dem Titel „Starke Kinder – starke Zukunft“ über die aktuelle Lebenssituation von Kindern zu diskutieren. Mit dabei waren unter anderem der Kölner Tatort-Schauspieler Dietmar Bär, MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel sowie Schülerinnen und Schüler der MISEREOR-Partnerschule St. Marien aus Berlin-Neukölln. Durch den Abend führte Bettina Böttinger.

      MISEREOR setzt sich seit seiner Gründung vor 61 Jahren für eine menschen- und kinderrechtsbasierte Entwicklungspolitik ein und nimmt bei den Projektförderungen das Wohl von Kindern besonders in den Blick. Im Engagement gegen Kinderarbeit verfolgt MISEREOR ein ganzheitliches Konzept. Dazu gehört, die Lebensbedingungen der betroffenen Familien und Gemeinschaften zu verbessern, damit sie sich aus dem Kreislauf aus Armut und Verschuldung befreien können, was ihren Kindern gleichermaßen zugutekommt.

      Tatort – Straßen der Welt e.V.:  Vor 22 Jahren gründeten die Tatort-Schauspieler Dietmar Bär, Klaus J. Behrendt und Joe Bausch den Tatortverein. Die Gründung erfolgte 1998, im Nachgang zu den Dreharbeiten des WDR-Krimis „Manila“. Seitdem unterstützt der Verein die Arbeit der Kinderrechtsorganisation PREDA, außerdem die Produktion von fair gehandelten Mangos und engagiert sich auch in Deutschland mit einer „Schulranzen-Aktion“ gegen Kinderarmut.

       

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