Misereor - Ihr Hilfswerk
Suche schließen
Suchen nach:
    Top-Ergebnisse:
      Suchen in:

      Kolumbienhilfe des Deutschen Richterbundes

      Gemeinsam für die Stärkung der Justiz: Kolumbienpartnerschaft FASOL, DRB und MISEREOR

      Nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg mit mindestens 220 000 Toten und zehntausenden Vermissten scheint nun einer der größten Konfliktherde weltweit allmählich zur Ruhe zu finden. Den Richtern und Staatsanwälten Kolumbiens fällt im laufenden Friedensprozess eine Schlüsselrolle zu. Nach offiziellen Angaben hat die Justiz mehr als 30 000 Verfahren zu bewältigen, in denen es um mehr als 100 000 Straftaten geht. Beschuldigt sind mehr als 10 000 Mitglieder der FARC, etwa 7500 Armee-Angehörige sowie mehr als 4000 andere Täter, vor allem Paramilitärs. Es ist eine gewaltige Aufgabe. Doch bis heute bleibt die Arbeit von Justizangehörigen in Kolumbien mit hohen Risiken verbunden.

      Zahlreiche Richter und Staatsanwälte haben ihren Einsatz für eine rechtsstaatliche Strafverfolgung mit dem Leben bezahlt, die Zahl der Morddrohungen hat zuletzt sogar wieder zugenommen. Angehörige und Hinterbliebene stehen oft mittellos da.

      Der Schutz und die Beachtung der Menschenrechte sind ein Kernanliegen des Deutschen Richterbundes (DRB). Aus diesem Anspruch hat der Richterbund 1989 die Kolumbienhilfe eingerichtet, die seitdem mehr als 1,8 Millionen Euro Spenden gesammelt hat. Anlass der Solidaritäts- und Spendenaktion war der seit Beginn der 1980er Jahre vom Staat nicht wirksam bekämpfte Terror gegen Justizangehörige und ihre Familien in Kolumbien. Mit den Spenden unterstützt der DRB in Zusammenarbeit mit  MISEREOR vor Ort die Arbeit der Selbsthilfe-Organisation FASOL, die sich für Opfer aus dem kolumbianischen Justizwesen und deren Hinterbliebene  einsetzt.



      30 Jahre Kolumbienhilfe

      2019 feierte der Deutsche Richterbund gemeinsam mit der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation FASOL und MISEREOR 30 Jahre Kolumbienhilfe. Das Jubiläum war in die Festlichkeiten zum 110- jährigen Jubiläum des Deutschen Richterbundes eingebettet. Der ehemalige kolumbianische Richter Iván Velasquez sowie Antonio Suarez, Gründer von FASOL, bedankten sich für die wichtige internationale Unterstützung der gegenwärtigen Situation in Kolumbien. Bundesjustizministerin Katarina Barley und die Präsidentin des Bundesgerichtshofes, Bettina Limperg, betonten in ihren Beiträgen die Stärkung des Rechtsstaats und die Wichtigkeit des Schutzes der Menschenrechte.  Jens Gnisa, Vorsitzender des Deutschen Richterbundes und MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon erhielten zum Dank der Kooperation von FASOL eine Festschrift zum Jubiläum.

      Kolumbienhilfe stärkt Rückgrat der Justiz

      Der Richterbund will die Gerichte und Staatsanwaltschaften in Kolumbien in ihrer Unabhängigkeit stärken. Durch die Kolumbienhilfe des Verbandes können zahlreiche humanitäre Maßnahmen finanziert werden. Der Hilfsfonds stellt unter anderem Mittel zur Verfügung, um mit dem Tode bedrohten Justizangehörigen eine - zumeist vorübergehende - Flucht innerhalb Kolumbiens oder auch ins Ausland zu ermöglichen. Auch die sozialpsychologische Betreuung und medizinische Behandlungen mittelloser Opfer werden mit den Spendengeldern der Kolumbienhilfe finanziert. Darüber hinaus werden die Angehörigen und Hinterbliebenen der Opfer unterstützt, etwa mit einer Schul- und Weiterbildung für Waisen und Halbwaisen oder mit Kleinkrediten zur Existenzgründung.


      So können auch Sie helfen

      Wenn auch Sie helfen möchten, nutzen Sie bitte das Spendenkonto der Kolumbienhilfe bei der Sparkasse Aachen:

      MISEREOR e.V.

      IBAN: DE 48 3905 0000 0000 0521 00 SWIFT-BIC: AACSDE33XXX

      Stichwort: „Spende/Hilfe für kolumbianische Richter/DRB"


      Lesen Sie mehr zum Thema

      15.05.2018 - 12:31

      Kolumbien: „Wir hätten nicht vergeben können“

      Estéban Emilio Salas Caicedo verlor als dreijähriger seinen Vater, einen Juristen, durch ein Attentat der FARC.

      via Wordpress

      25.04.2018 - 11:16

      Kolumbien: „Ich konnte nicht mehr, doch sie halfen mir auf!“

      Im Jahr 2014 rollte die kolumbianische Staatsanwältin Maria Nancy Ardila Pedraza nach 23 Dienstjahren einen alten Fall über Mord, Erpressung und Drogenschmuggel wieder auf. 23 Mitglieder des…

      via Wordpress

      24.09.2018 - 15:26

      Menschenrechtsanwalt Iván Velásquez erhält Alternativen Nobelpreis

      Iván Velásquez (Kolumbien) ist heute gemeinsam mit Thelma Aldana (Guatemala) mit dem Ehrenpreis des Alternativen Nobelpreises ausgezeichnet worden.

      via Wordpress

      Kolumbienhilfe des Deutschen Richterbundes

      Seit 1989 steht die Kolumbienhilfe des DRB verfolgten kolumbianischen Justizangehörigen und deren Familien zur Seite.  Zahlreiche Richter, Staatsanwälte und Mitarbeiter der Justiz wurden und werden in Kolumbien bedroht, eingeschüchtert, verschleppt oder sogar ermordet. Durch ihre Spenden unterstützen die Mitglieder des DRB in Zusammenarbeit mit MISEREOR die Arbeit der Organisation FASOL, die sich insbesondere für Opfer aus dem Justizwesen und deren Angehörige einsetzt. Innerhalb von 20 Jahren konnte so mehr als 1000 betroffenen Justizangehörigen und ihren Familien geholfen werden.

      Erfahren Sie mehr in unserem Blog