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      Kampagne: Gerecht ist klüger!

      Aktion: Gratulieren Sie Ihren Abgeordneten mit einem Klimagruß

      Deutschland verfehlt seine Klimaziele. Und trotzdem fließen jedes Jahr 60 Milliarden Euro Steuergelder in klimaschädliche Techniken und Wirtschaftszweige? 

      Wir setzen uns ein für eine konsequente Klimapolitik, die den Wohlstand unserer Kinder für die Zukunft sichert - und die das Leben vieler Menschen rettet, die schon heute unter Dürren und Wirbelstürmen leiden. 

      Gratulieren Sie Ihren Abgeordneten mit einem Klimagruß

      Gratulieren Sie jetzt den gewählten Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlkreises zum Einzug in den Bundestag. Erinnern Sie sie dabei an ihr Wahlversprechen, das Klima zu schützen. Und formulieren Sie Ihre Erwartung, dass dieses Versprechen jetzt konsequent in konkrete Maßnahmen umgesetzt wird.


      In drei Schritten zur Gratulationsmail

      Auf der Bundestagswebsite > können Sie Ihre Abgeordneten ganz einfach finden. Sie müssen nur Ihren Ort oder Ihre Postleitzahl eingeben. Dann werden Ihnen alle Abgeordneten angezeigt, die in Ihrem Wahlkreis wohnen (Direkt- und Listenmandate).

      Hier finden Sie Sie einen kurzen Textvorschlag zum Download (docx). Von „Kopieren“ und „Einfügen“ bis komplett anders schreiben: Alles ist möglich.

      Per E-Mail, per Brief oder Postkarte oder über die Social Media-Profile der Abgeordneten: Wählen Sie den für Sie einfachsten Weg.


      Klimapolitik immer noch zu verzagt

      Auch in Deutschland spüren wir, was für Menschen in Ländern wie Kenia oder den Philippinen längst Alltag ist: Die Natur gerät aus dem Gleichgewicht. Bauern klagen über Ernteausfälle, Moore gehen in Flammen auf und beim Waldspaziergang sehen wir immer mehr abgestorbene und entwurzelte Bäume. 

      Die Zeit, das Ruder herumzureißen, wird knapp: Zehn Jahre bleiben uns noch, die in Paris vereinbarte Grenze von 1,5 Grad Erderwärmung einzuhalten. Darin ist sich die Klimaforschung weitgehend einig. Deutschland steuert aber aktuell auf eine Erderhitzung von 3 bis 4 Grad Celsius zu. Denn immer noch fließen viele Milliarden an staatlicher Unterstützung in Technologien und Wirtschaftszweige, die dem Klima schaden. Immer noch importiert Deutschland Soja aus Südamerika, wo der Regenwald für den Anbau von genau diesem Viehfutter abgebrannt wird. Und immer noch ist die deutsche Klimapolitik ängstlich und verzagt. 


      Kluger Klimaschutz beginnt sofort

      Deshalb ist genau jetzt die Zeit, dass wir wieder unserem Spürsinn für Innovation und kluge Entscheidungen folgen. Das Bundesverfassungsgericht hat es vorgemacht. In einem historischen Beschluss verpflichtete das höchste deutsche Gericht die Bundesregierung zu mehr Klimaschutz, um die Freiheitsrechte jüngerer Generationen zu schützen. Und auch aus der Wirtschaft mehren sich die Stimmen, die von der Politik einen sicheren Rahmen für klimafreundliche Investitionen fordern. Eine ambitionierte Klimapolitik ist darum nicht nur gegenüber der Weltbevölkerung und künftigen Generationen gerechter – sie ist auch klüger! 

      Zusammen für einen klimafreundlichen Aufbruch!


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      MISEREOR fordert von der nächsten Bundesregierung:   

      Ab sofort eine Politik, die sich konsequent und kontinuierlich auf das Einhalten der 1,5°C-Grenze orientiert, insbesondere:

      • alle klimaschädlichen Staatsausgaben abzuschaffen,
      • einen CO2-Preis, der die Folgeschäden berücksichtigt,
      • Anreize zu setzen, die Bestände in der intensiven Tierhaltung deutlich abzubauen,
      • den klimafreundlichen Ökolandbau zu stärken - in Deutschland und der Entwicklungszusammenarbeit,
      • eine integrierte nationale Ernährungsstrategie, die dem Klimaschutz dient.
      • eine starke Beteiligung Deutschlands an der internationalen Finanzierung zum Klimaschutz, zur Anpassung an die Folgen und zur Bewältigung der Schäden und Verluste

      Sieben Fragen zum Klimaschutz

      Schon die Folgen einer Klimaerhitzung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau werden beträchtlich sein. Aber sie können mit dem richtigen Einsatz zumindest abgemildert werden. Jede weitere Klimaaufheizung gleicht jedoch einem Spiel von russischem Roulette. Denn Veränderungen verlaufen in Sprüngen, abrupt und unerwartet. 

      Wenn die Temperatur durchschnittlich über 1,5 Grad Celsius steigt, ist es möglich, dass: 

      • Millionen-Städte, wie Mumbay oder Lagos zu überflutet werden,
      • die Region ums Mittelmeer austrocknet,
      • sich neue und alte Krankheiten verstärkt ausbreiten,
      • viele Tier- und Pflanzenarten aussterben,
      • Mischwälder in Deutschland verschwinden,
      • Millionen von Menschen, ihre Lebensgrundlage verlieren und sich in der Folge eine neue Heimat suchen müssen.

      Vor diesem Hintergrund zählt die Reduktion um jedes Zehntel-Grad. Und damit das gelingt, müssen Treibhausgas-Emissionen in den nächsten zehn Jahren so schnell wie möglich sinken.  

      Klimawandel zeigt sich vielen Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika als Zerstörung und Hunger. Deshalb gehören für MISEREOR Klimaschutz und der Kampf gegen Armut zusammen. Denn der fortschreitende Klimawandel vergrößert die Kluft zwischen den armgemachten und den reich gewordenen Ländern und Menschen. Klimaschutz muss aus unserer Sicht Armut verhindern und so einen Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit leisten. Deshalb geht es auch darum, die verwundbaren Länder bei der Anpassung an den Klimawandel und bei der Bewältigung von klimabedingten Schäden und Verlusten unterstützen.

      Damit die Zukunft klimagerechter wird, müssen die Industrieländer Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit Schwellen- und Entwicklungsländern auf die CO2-Bremse treten. Im Pariser Klimaabkommen hat die Staatengemeinschaft vereinbart, dass die Industrieländer beim Klimaschutz voran gehen. Denn das Ausmaß der Klimakrise ist deshalb so groß, weil bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts in steigendem Maß fossile Energieträger genutzt wurden. Die USA und Europa haben die größten Teile dieser „historischen Emissionen“ zu verantworten haben. China, das heute für die meisten Gesamt-Emissionen verantwortlich ist, hat historisch gesehen einen geringeren, wenn auch durchaus beachtlichen Anteil. Aber die historische Perspektive ist wichtig, wenn wir über Gerechtigkeit sprechen.

      Mehr als auf den ersten Blick scheint – denn Deutschland erzeugt nicht nur in den eigenen Grenzen Treibhausgase. Als Industrieland importieren wir Rohstoffe und Waren, deren Herstellung in anderen Ländern Klimagase verursacht haben. Unsere Landwirtschaft importiert Futtermittel, für deren Anbau wertvolle Wälder in Südamerika gerodet werden. Und als Exportnation verkaufen wir klimaschädliche Produkte und Technologien. Das bedeutet zum Beispiel, dass Deutschland auch einen versteckten Anteil an den Emissionen Chinas hat. Oder dass in Südafrika immer noch Kohlekraftwerke unter Beteiligung deutscher Unternehmen gebaut werden. Die Liste von Beispielen, wie deutsche Wirtschaftsaktivitäten klimaschädliche Auswirkungen auf andere Regionen der Welt haben, ist lang. 

      Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die weltweite Strahlkraft einer leistungsfähigen Volkswirtschaft. Deutschland und seine Energiewende waren schon in der Vergangenheit ein weltweites Vorbild. Wenn es uns gelingt, Klimaschutz mit Wohlstand zu vereinen, hat das Modellcharakter für viele andere Länder.  

      Die Liste ist lang, aber ganz oben stehen die Subventionen für: 

      • Kerosin: Energieerzeugnisse, die im inländischen und internationalen Flugverkehr für die gewerbsmäßige Beförderung von Personen oder Sachen verwendet werden, werden aktuell nicht besteuert. 
      • Stromerzeugung: Werden Kohle, Öl und Gas für die Stromerzeugung verwendet, sind sie bisher von der Energiesteuer befreit.
      • Autoverkehr: Das Dienstwagenprivileg, die Entfernungspauschale oder die reduzierte Dieselsteuer tragen dazu bei, dass der Verkehrssektor in den letzten Jahrzehnten keine Treibhausgase reduziert hat.   
      • Tierwirtschaft: Mit 13 Milliarden Euro unterstützt der deutsche Staat Jahr für Jahr die Fleisch-, Milch-und Eierproduktion. Dabei fordert das Umweltbundesamt die Halbierung des Fleischkonsums, denn nur weniger Fleischkonsum bringt nachhaltigen Klimaschutz im Ernährungsbereich.?

      Landnutzung, Landwirtschaft und Ernährung bieten viele Möglichkeiten für Klimaschutz. Denn dieser Bereich ist für etwa ein Viertel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, wenn alle Aspekte, von Abholzung und Düngung über Transport, Verpackung und Abfall, berücksichtigt werden.  

      Die Menschen, die am wenigsten dazu beigetragen haben - denn je stärker Menschen in Armut leben, desto unmittelbarer und schutzloser sind sie klimatischen Veränderungen ausgesetzt. Deshalb leiden bereits heute – aber auch zukünftig – überproportional arme Menschen in Ländern wie Mali, Bangladesch oder Bolivien unter den katastrophalen Folgen des Klimawandels.   

      Die Frage ist aber auch: Wie lebenswert wird die Zukunft unserer Kinder und Enkel in Deutschland sein, wenn in der Welt viele Regionen immer lebensfeindlicher werden? 

      Jede Tonne Kohlendioxid, die nicht in die Atmosphäre gelangt, jede Tonne Kohle und jeder Liter Öl, die nicht verbrannt werden, machen das Problem kleiner. Es ist sinnvoller und wirtschaftlicher, jetzt Emissionen zu vermeiden, als später unabsehbaren Folgekosten zu schultern. Sei es, um die Schäden abzumildern oder mit aufwendigen und riskanten Technologien Treibhausgase wieder einzufangen.  

      Klimafreundliche Politik ist zugleich ein Weg in eine nachhaltigere und gerechtere Welt. Viele der notwendigen Anstrengungen gegen die Klimaüberhitzung haben den Nebeneffekt, dass sie Armut und Elend vor allem in den ärmeren Ländern lindern. 


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      • Herausgeber: BUND, Heinrich Böll Stiftung, MISEREOR
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      • Herausgeber: MISEREOR
      • Erschienen: Juni 2019
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