76. Deutscher Katholikentag in Fulda empfiehlt "eine deutsche Institution für die Ausbildung und Betreuung qualifizierter Laienkräfte" in Entwicklungsländern zu bilden.
1955
Weltunion katholischer Frauenverbände ruft zum Kampf gegen Hunger auf, die internationale Pax Christi Bewegung schließt sich an.
1956
Deutscher Zweig der Pax Christi Bewegung bittet erstmals in der Bundesrepublik systematisch um Spenden für Hungernde, Aussätzige und Überseestudenten.
1957
1958
zahlreiche Aktionen verschiedener Gruppen z.B.:
* "Aktion Bombay" in Ludwigshafen durch KAB und CAJ: monatlicher Stundenlohn für Ausbildung eines indischen CAJ-Mitglieds
* KAB der Erzdiözese Paderborn: täglich ein 3-Minuten-Lohn für die Hungernden
* BDKJ-Fastenaktion: "Wir fasten für die hungernden Völker der Welt"
* Deutsche Pax Christi ruft zu einem regelmäßigen Fastenopfer während des ganzen Jahres auf unter dem Motto "Eine Mahlzeit für die Hungernden"
* Aktion "Reis für Kalkutta" in der Erzdiözese Köln / Katholische Fernsehstelle
* Weihnachtsansprache von Kardinal Frings (Köln) an seine Diözese: er bittet um Spenden für die Diözese Tokyo und deutet an, dass er Größeres vor hat
Gründung und Aufbau
1958
Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) - Arbeitstagung: Alfons Erb, Vizepräsident von Pax Christi, schlägt vor, die Versammlung solle die deutschen Bischöfe bitten, zur kommenden Fastenzeit die Katholiken zu einem Fastenopfer aufzurufen.
ZdK-Vollversammlung in Essen: Aktion gegen Hunger in der Welt soll in der Fastenzeit 1959 durchgeführt werden.
Fuldaer Bischofskonferenz: beschließt nach einer Rede von Kardinal Joseph Frings (Köln) die Durchführung einer Aktion gegen Hunger und Aussatz in der Welt unter dem Motto "misereor super turbam" (Mk 8,2), Prl. Dossing soll Leiter der Misereor-Geschäftsstelle werden.
Foto: Kardinal Frings und Prälat Dossing (KNA)
1959
1. MISEREOR-Kollekte mit über 34 Millionen DM Spenden, Fuldaer Bischofskonferenz: vorerst Weiterführung des Werkes MISEREOR.
Gründung der AGEH - Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (Personaldienst der deutschen Katholiken)
1960
Die Misereor-Geschäftstelle wird in das Aachener Priesterseminar verlegt, wo sie bis heute untergebracht ist.
1962
Gründung der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe e.V. in Aachen
1965
II. Vatikanisches Konzil: Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute "Gaudium et Spes"
1967
Gründung der katholischen Deutschen Kommission Justitia et Pax und der Päpstlichen Kommission Justitia et Pax (Kommission für Gerechtigkeit und Frieden)
Enzyklika "Populorum Progressio" (Paul IV.)
Deutsche Bischofskonferenz: "Die Aktion MISEREOR wird auf unbestimmte Zeit fortgeführt".
Ausbau und Konsolidierung
1967
Gründung der katholischen Deutschen Kommission Justitia et Pax und der Päpstlichen Kommission Justitia et Pax (Kommission für Gerechtigkeit und Frieden)
Enzyklika "Populorum Progressio" (Paul IV.)
Deutsche Bischofskonferenz: "Die Aktion MISEREOR wird auf unbestimmte Zeit fortgeführt".
1968
Erstes Plakat der Aktion "Miteinander teilen. Gemeinsam handeln".
Erstmals ökumenische Aktion "Miteinander teilen. Gemeinsam handeln" (bis 1989 Brüderlich teilen). jeweils am ersten Freitag im Monat,
Erstmals Eröffnungsveranstaltung in einer Diözese: München und Freising
82. Deutscher Katholikentag in Essen mit der Veranstaltung: Entwicklung, ein neuer Name für Frieden
1969
Misereor eröffnet die Möglichkeit von Projektpartnerschaften.
Zum 10jährigen bestehen von Misereor finden verschiedene regionale Tagungen statt: Bensberg, Baguio/Philippinen, Nairobi/Kenia 1970.
1970
Start der Aktion Dritte-Welt-Handel (A3WH)
Mit Unterstützung von Misereor werden mehrere Aktionen von der A3WH durchgeführt:
Kunsthandwerk, Kaffee, Tee, Aluminium und Schokolade, Jute statt Plastik, Gewürze.
Erstmals Kirchliche Haushaltsmittel an Misereor zur Projektförderung
1970
Gründung des Bischöflichen Werks "Not in der Welt" in der DDR
1971
Gründung des Päpstlichen Rates "Cor unum" (Zusammenarbeit aller katholischen Hilfswerke)
1975
Beschluss der Würzburger Synode "Der Beitrag der katholischen Kirche in der Bundesrepublik Deutschland für Entwicklung und Frieden"
Gründung der GEPA-Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH in Wuppertal
1976
Erstmals gibt es ein Misereor-Hungertuch
Das erste Misereor-Hungertuch, gestaltet von dem indischen Künstler Jyoti Sahi.
Prälat Leo Schwarz wird neuer Hauptgeschäftsführer von Misereor
1977
Erstmals Durchführung der Jugendaktion (zusammen mit dem Bund der deutschen katholischen Jugend BDKJ)
1978
Tod von Kardinal Joseph Frings in Köln
1979
Eröffnung der Fastenaktion in München mit Erzbischof Joseph Kardinal Ratzinger.
Foto: Bayerischer Ministerpräsident Goppel, Kardinal Aloisio Lorscheider, Kardinal Joseph Ratzinger, Kultusminister Hans Maier, Hauptgeschäftsführer Prälat Schwarz, Oberbürgermeister Kiesl (Foto: KNA)
1980
Erstmals Durchführung der Kinderfastenaktion
Neue Herausforderungen und Umbrüche
1982
Prälat Norbert Herkenrath wird neuer Hauptgeschäftsführer von Misereor.
Foto: Die ersten drei Hauptgeschäftsführer (v.l.n.r.)
Prl. Herkenrath (1982 - 1997)
Prl. Dossing (1958-1976)
Bischof Schwarz (1976 - 1982)
(KNA/Misereor)
1983
Fastenaktion zu Südafrika unter dem Leitwort "Ich will ein Mensch sein"
Foto: Erzbischof Hurley (Durban/Südafrika) bei der Eröffnung der Fastenaktion in Fulda mit Bischof Schick (Fulda) und Prl. Herkenrath (Misereor) (KNA)
1985
"Tag für Afrika" zusammen mit anderen Organisationen
1986
Erstmals findet eine Hungertuchwallfahrt im Rahmen der Misereor-Fastenaktion statt. Sie führt von Hildesheim nach Hannover.
1989
30 Jahre MISEREOR - Aktion "Misereor vor Ort"
1991
Zusammenschluss des Werkes "Not in der Welt" (Berlin) mit Misereor (Aachen)
Foto: Die Leiter der Geschäftsstellen: Prl. Puschmann, Not in der Welt, und Prl. Herkenrath, Misereor
Gründung von Transfair - Verein zur Förderung des fairen Handels mit der Dritten Welt e.V. unter anderem durch Misereor
1995
Die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" wird veröffentlicht.
Herausgeber sind: Misereor, Brot für die Welt und der BUND.
1997
Tod von Hauptgeschäftsführer Prälat Norbert Herkenrath und des ersten Hauptgeschäftsführers Prälat Gottfried Dossing,
Neuer Hauptgeschäftsführer wird Professor Dr. Josef Sayer (Deutschland/Peru)
1998
Die 40. Fastenaktion steht unter dem Leitwort "Die Armen zuerst"; Misereor vor Ort, Eröffnung in Köln;
"Tag der offenen Tür" in der Geschäftsstelle von MISEREOR, Entwicklungspolitischer Kongress: "Solidarität - Die andere Globalisierung" in Aachen
1999
Foto: Menschenkette mit Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bischof Kamphaus und Prälat Sayer in Köln
Kölner-Kette im Rahmen der Kampagne zum Schuldenerlass, anlässlich des Weltwirtschaftsgipfels in Köln
Start der Aktion "Fair spielt", die Misereor zusammen mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholischer Familienbildungsstätten durchführt. Sie dient der wirksamen Durchsetzung von Verhaltenskodizes in der Spielwarenindustrie.
2001
Die "Helder Camara Stiftung" wird von Misereor gegründet.
2003
Misereor startet die Aktion "2 Euro helfen two for one world"
2004
Misereor und Päpstliches Missionswerk der Kinder gründen den Kinderaidsfonds.
2007
Das Projekt "Klimawandel und Gerechtigkeit" wird von Misereor und der Münchener Rück auf den Weg gebracht. Durchgeführt wird dieses Projekt vom Potsdam Institut für Klimaforschung und dem Institut für Gesellschaftspolitik der Jesuiten in München.
2008
Die 50. Misereor-Fastenaktion steht unter dem Leitwort: "Mit Zorn und Zärtlichkeit an der Seite der Armen", Schwerpunkt sind 50 Jahre Misereor.
Eröffnet wird die Fastenaktion mit einem feierlichen Gottesdienst in Soweto (Südafrika).
Im Aachener Rathaus findet der Festakt zum 50jährigen Bestehen von Misereor statt.
Foto: Bischof Mussinghoff (Aachen), Misereor-Geschäftsführer Bröckelmann-Simon, Misereor-Hauptgeschäftsführer Prälat Sayer, Erzbischof Zollitsch (Bischofskonferenz), Ministerpräsident Rüttgers (NRW), Oberbürgermeister a.D. Jürgen Linden (Aachen), Misereor-Geschäftsführer Antkowiak, Minister Laschet NRW (KNA/Misereor)
Bisher konnten über 96.000 Projekte mit über 5,7 Milliarden Euro gefördert werden.