Eine nachhaltige Entwicklung und die Überwindung von Armut sind auf Dauer nur möglich, wenn Entwicklungsländer ihre eigenen Ressourcen optimal nutzen. Deshalb setzt sich MISEREOR weltweit für Steuergerechtigkeit und gegen Kapitalflucht ein.

Bei den Staatseinnahmen von Entwicklungs- und Schwellenländern liegt derzeit ein riesiges Potenzial brach. Dabei geht es um Summen, die größer sind als die derzeit geleistete Entwicklungshilfe. Denn die Steuereinnahmen ärmerer Länder liegen prozentual oft deutlich unter denen entwickelter Länder.
Ein wirksames Steuersystem kann einen wichtigen Beitrag zu einer gerechten Umverteilung leisten und extreme Ungleichheit beseitigen. Dies stärkt den sozialen Zusammenhalt. Zudem verringert sich die Abhängigkeit von ausländischen Hilfen.
Für fehlende oder zu geringe Staatseinnahmen gibt es viele Gründe: dazu zählen Bilanztricks von Großkonzernen genauso wie öffentliche Steuergeschenke, mit denen Regierungen multinationale Konzerne anlocken wollen. Aber auch die Kapitalflucht in Steueroasen schwächt die Handlungsfähigkeit der betroffenen Länder. Zudem fehlt es auf der praktischen Ebene an effektiven Steuersystemen mit demokratischer Kontrolle.
Wenn Konzerne Gewinne in Steueroasen verschieben, schwächt das die Entwicklungs-finanzierung.
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"Unternehmen. Steuern. Entwicklung" (pdf, 1,6 MB)