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Rohstoffe

Der Umgang mit Rohstoffen ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. Daher setzt sich MISEREOR für eine sozial und ökologisch nachhaltige Rohstoffnutzung ein.

Der Lebensstil der Menschen in den Industrieländern und zunehmend auch in den Schwellenländern basiert auf einem enormen Verbrauch von Rohstoffen. In der Folge boomt weltweit die Suche nach neuen Lagerstätten.

Viele der gesuchten Ressourcen finden sich in Entwicklungsländern. Zwar bringt ihnen der Rohstoffabbau zunächst Einnahmen ein, doch für eine größere soziale Gerechtigkeit sorgt dies in vielen Ländern nicht.

Während der Geldsegen in erster Linie multinationalen Konzernen sowie den Eliten der Förderländer zugutekommt, tragen die armen Bevölkerungsschichten die Lasten des Abbaus wie Umweltzerstörung und Landkonflikte.

 

Beispiel Erdöl

Flammen am Horizont: Die Erdölförderung in der DR Kongo macht Wenige reich, löst aber viele ökologische und soziale Konflikte aus.

Viele Entwicklungsländer verfügen über beträchtliche Erdölvorkommen. In Ländern mit schwachen rechtsstaatlichen Instanzen führt die Förderung oft zu unkontrollierter Umweltverschmutzung, der Vertreibung von Menschen aus ihrer angestammten Heimat und damit gleichzeitig dem Verlust der Lebensgrundlage.

 

Misereor-Partnerorganisationen in Nigeria, Tschad und der Demokratischen Republik Kongo haben die negativen Folgen der Erdöl-Förderung dokumentiert. Sie helfen der betroffenen Bevölkerung,ihre Ansprüche gegenüber Regierungsvertretern und multinationalen Konzernen zu vertreten.

Das Beispiel dieser und anderer Länder zeigt, dass Armut durch Erdöl-Förderung kaum bekämpftwird: Die oft enormen Einnahmen begünstigen im Gegenteil Korruption und Misswirtschaft. Das einfach verdiente Geld nimmt den Druck von Regierungen, sich für nachhaltige Wirtschaftskonzepte einzusetzen, die der gesamten Bevölkerung dienen. MISEREOR und seine Partner versuchen daher durch eine intensive Lobbyarbeit auf die Entscheider einzuwirken, damit die Gewinne aus der Erdölförderung armutsmindernd eingesetzt werden.

 

Beispiel Eisenerz

Stahl ist das Gerüst industrialisierter Gesellschaften und nicht nur in der Automobilindustrie und dem Baugewerbe unverzichtbar. Über die Hälfte der deutschen Eisenerzimporte stammt aus Brasilien. Die mit Abstand größte Abbaustätte des Landes ist die Mine Carajás im Amazonasgebiet. Ihre Ausbeutung wurde erst durch finanzielle Garantien der europäischen und gerade auch der deutschen Industrie ermöglicht und ist Auslöser für großflächige Rodungen des Regenwalds in Amazonien.

 

Beispiel Uran

Uran ist ein chemisches Element und gehört zu den radioaktiven Metallen, die in angereicherter Form als Brennstoff in Kernkraftwerken genutzt wird. Neben Plutonium ist es außerdem das wichtigste Ausgangsmaterial für den Bau von Nuklearwaffen und die Zündsätze von Wasserstoffbomben.

Unsichtbare Gefahr: Strahlenmessung im Norden Kameruns.
Zu wenig Schutz für die Bevölkerung: Offene Abraumhalde der Uranmine in Caetité, Brasilien.

Für die weltweit etwa 435 aktiven Kernkraftwerke werden jährlich rund 50.500 Tonnen Uran in 16 Ländern abgebaut (Stand 2009) . Hauptförderländer sind Kasachstan, Kanada, Australien, Namibia, Niger, Usbekistan. Da rund um den Globus neue Kernkraftwerke entstehen, läuft die Suche nach neuen Uranvorkommen auf Hochtouren. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern werden derzeit neue Uranminen erschlossen.

Beim Uranabbau werden radioaktive Substanzen wie Radium und Radongas freigesetzt. Sie belasten Grundwasser, Böden und Atemluft und bedeuten eine massive Gesundheitsgefährdung. Misereor-Partnerorganisationen in Brasilien, Niger und Tansania berichten von enorm hohen Krebsraten im Umfeld der Uranminen. Staatliche Statistiken gibt es meist nicht, sodass die dramatischen Folgen des Uranbergbaus verschleiert werden können.

Widerstand: Die Zivilbevölkerung in Brasilien wehrt sich

Misereor fördert Partnerorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die sich für den Schutz der Menschen einsetzen, die im Umfeld von Uranminen leben. Sie klären die Bevölkerung über die Gefahren auf und fordern bei Regierungen und Unternehmen maximale Schutzbestimmungen ein.

Kontoinformationen
Konto 10 10 10 MISEREOR
BLZ 370 601 93 PAX-Bank

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Ein Artikel der Deutschen Welle mit Susanne Friess. (1.5.2012) mehr

Verantwortung von Konzernen

(12/2011) Unternehmen verletzen beim Abbau von Rohstoffen in Entwicklungsländern viel zu oft die Menschenrechte. Von der Bundes- regierung fordert MISEREOR, die UN-Leit- prinzipien "Wirtschaft und Menschenrechte" umzusetzen.

Bergbau in Entwicklungsländern

Das Positionspapier "Bergbau in Entwicklungs- ländern - Herausforderungen und Handlungs- ansätze" spiegelt den aktuellen Diskussions- stand sowie die wichtigsten Handlungsansätze MISEREORs zu diesem Thema wider. mehr (pdf. 4,3 MB)

 

Peru - Im Schatten der Minen

In Peru bauen internationale Konzerne mit rücksichtslosen Methoden wertvolle Bodenschätze ab. Die Menschen vor Ort erhalten von den immensen Gewinnen nichts. MISEREOR-Partnerorganisationen klären sie über ihre Rechte auf.

Mehr zum Projekt

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Pater Osvaldino Barboso kämpft für mehr Aufklärung und Transparenz, für sauberes Wasser und den Schutz der Gesundheit der Menschen.

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Kontakt

Elisabeth Strohscheidt
Entwicklungspolitik
Tel.: 0241 442 577