
MISEREOR fördert nicht nur Entwicklungsprojekte, sondern kämpft auch auf politischer Ebene dafür, Hunger und Armut nachhaltig zu überwinden. Denn politische und gesellschaftliche Weichenstellungen können mehr für die Lösung sozialer Probleme bewirken, als ein rein karitatives Engagement. Wirtschaftliche Prozesse müssen daher so gestaltet werden, dass sie einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten.
Not lindern ist wichtig – vor allem aber gilt es, die Ursachen der Not zu beseitigen. Die derzeit vorherrschenden Wirtschaftsstrukturen verschärfen dagegen vielfach die Ungleichheit: Weltweit sind die Armen die Hauptleidtragenden der Finanzkrise, der übermäßigen Ausbeutung von Rohstoffen, der Übernutzung von Atmosphäre und Wasservorkommen sowie der zunehmenden Güterknappheit.
Wie aber ist es möglich, die Chancen auf ein würdiges Leben gerecht zu verteilen und Entwicklung ohne Umweltzerstörung zu ermöglichen? Aus Sicht von MISEREOR ist es ein Fehler, allein auf Wirtschaftswachstum zu setzen. Zum einen sorgt Wachstum nicht automatisch dafür, dass mehr soziale Gerechtigkeit entsteht. Zum anderen belastet es Umwelt und Klima über die Grenzen des Verträglichen hinaus und beansprucht mehr Ressourcen, als dauerhaft zur Verfügung stehen.
Auch wenn Ressourceneffizienz und andere technische Innovationen neue Potenziale erschließen werden, glaubt MISEREOR nicht daran, dass der eingeschlagene Weg ständigen Wirtschaftswachstums nachhaltig zu einem gerechten Ausgleich der Interessen zwischen Arm und Reich sowie zwischen heutigen und künftigen Generationen beitragen kann. Eine Neuorientierung ist nötig und wird nur im konstruktiven Miteinander zu erreichen sein.
MISEREOR engagiert sich für ein Wirtschaftssystem, das Chancen fair verteilt. Gemeinsam mit Partnerorganisationen im Süden wie im Norden fördert MISEREOR daher neue Entwicklungsmodelle und ist dabei vor allem in den folgenden Handlungsfeldern tätig:
Die globale Wirtschaft ist auf ständiges Wachstum ausgerichtet. Auch für Entwicklungs- und Schwellenländer wurde und wird Wachstum von vielen als Hauptmotor für die Verbesserung der sozialen Verhältnisse gesehen. Doch schon jetzt verbraucht die Menschheit mehr Ressourcen, als die Erde auf Dauer vertragen kann. Neue Modelle sind gefragt. mehr
Die Verteilung begrenzter natürlicher Ressourcen ist eine Frage der Gerechtigkeit. MISEREOR setzt sich für eine sozial und ökologisch nachhaltige Rohstoffnutzung ein. Denn allzuoft tragen die Armen die Lasten, während andere profitieren. mehr
Der Faire Handel verbessert die Lebensbedingungen von Produzenten und Kleinbauern. Denn diese werden von den aktuellen Handelsstrukturen benachteiligt. Der Faire Handel stärkt die Produzenten durch Beratung und hilft, die Qualität der Produkte zu verbessern. mehr
In vielen Ländern verhindert das Fehlen von Steuereinnahmen, dass Armut wirksam bekämpft und die eigene Entwicklung vorangetrieben werden kann. Daher engagiert sich MISEREOR für Steuergerechtigkeit und gegen Kapitalflucht. mehr
Der Kampf gegen Hunger kann nur gelingen, wenn gravierende Fehlentwicklungen der globalen Agrarpolitik beseitigt werden: Denn immer mehr Ackerflächen dienen der Produktion von Biokraftstoffen statt dem Nahrungsmittelanbau. Und subventionierte Agrarprodukte aus Industrieländern zerstören mit ihren Dumpingpreisen lokale Märkte rund um den Globus. Eine stärkere Förderung der einheimischen kleinbäuerlichen Nahrungsmittelproduktion ist nötig. mehr
Die globale Finanzkrise hat jeden Zweifel darüber beseitigt, wie gefährlich eine Finanzwirtschaft ohne Kontrolle ist. Ein neuer Ordnungsrahmen ist nötig. Finanztransaktionssteuern können darin ein stabilisierendes Element sein. Die gewonnenen Einnahmen können zudem dafür eingesetzt werden, Hunger und Armut zu überwinden. Daher ist MISEREOR Mitträger der Kampagne "Steuer gegen Armut". mehr
Fakten, Meinungen und Diskussionen auf der Suche nach einem neuen Verhältnis von Entwicklung, Wirtschaftswachstum und Umwelt.
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