Der Schutz der Wälder ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Bewaldung schützt zudem vor den Folgen extremer Wetterereignisse, denn sie nimmt Stürmen die Kraft und sichert Berghänge bei extremen Regenfällen.

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden jährlich über 13 Millionen Hektar Wald gerodet (untersucht wurde der Zeitraum von 2000 bis 2005). Durch den steigenden Holzbedarf, den weltweit zunehmenden Fleischkonsum und die erhöhte Nachfrage nach „Bio“-Sprit, werden immer mehr Wälder zugunsten von Viehweiden, Zuckerrohr- oder Palmölplantagen vernichtet – mit weitreichenden Folgen für das Klima. Denn rund 20 Prozent der globalen Treibhausgase entstehen durch die Zerstörung von Wäldern.
Durch den sogenannten REDD+-Mechanismus (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) will die internationale Staatengemeinschaft nun den Erhalt und Schutz der Wälder garantieren. Entwicklungsländer sollen Geld erhalten, wenn sie ihre Wälder schützen. Damit werden entgangene Einnahmen, die eine Abholzung und Umnutzung der Wälder erbracht hätte, ausgeglichen.
Doch Wald ist nicht nur Holzreservoir, Kohlenstoffspeicher oder Ökosystem. Wald ist auch Lebens- und Wirtschaftsraum von rund 350 Millionen Menschen. Eine Vielzahl von Indigenen, Kleinbauern und Fischern leben direkt im und vom Wald. Sie leiden am stärksten unter der Abholzung des Waldes. Paradoxerweise drohen ihnen auch durch den Waldschutz, wie er im Rahmen von REDD+ vorgesehen ist, negative Folgen. Denn die bisherige Ausgestaltung des Mechanismus könnte starke Fehlanreize setzen. Belohnt wird nämlich nicht der Erhalt von Primärwald, sondern die Speicherfähigkeit von CO2. Da eine neu gepflanzte Plantage während ihres Wachstums aber mehr Kohlenstoff aufnimmt als ein alter Wald, könnte auch die großflächige kommerzielle Nutzung von Flächen belohnt werden. Dies könnte zu weiteren Vertreibungen von Indigenen führen.
Dabei ist klar, dass Entwicklung und Waldschutz Hand in Hand gehen können und müssen. MISEREOR fördert daher Projekte zur nachhaltigen Nutzung der Wälder und setzt sich gemeinsam mit Projektpartnern im Süden für eine gerechte Ausgestaltung des Instrumentes REDD+ ein.
Auch in Brasilien werden immer größere Teile des tropischen Regenwaldes in Ackerfläche umgewandelt. Abholzung, Plantagen-Ausbau, Ölförderung oder Straßenbau führen dazu, dass der größte tropische Regenwald der Erde mehr und mehr verloren geht. Bereits ein Fünftel des Regenwaldes ist zerstört. mehr
Internationaler Waldschutz für den Menschen - ein MISEREOR-Positionspapier zu den internationalen Klimaverhandlungen um Waldschutz.
Zum Positionspapier "REDD-Plus" (pdf, 250 KB)