Die Vorschau zum Dokumentarfilm "Hunger" hier anschauen.
Den gesamten Film in der ARD-Mediathek anschauen.
2009 sind rund zehn Millionen Menschen den Hungertod gestorben. Doch was sind die Ursachen und weshalb ist es so schwierig, die Zahl der Hungernden zu reduzieren?

Eines der schlimmsten sozialen, politischen und ökonomischen Probleme unserer Tage besteht weiterhin: Dass es immer noch Hunger gibt, ist eng mit den Problemen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft verknüpft, die systematisch verdrängt wird. Eine wesentliche Rolle spielt auch der Klimawandel, die weltweite Handelspolitik und Spekulation auf Finanzmärkten. Deren Auswirkungen spüren Menschen in Entwicklungsländern tagtäglich.
"Ich habe davon gehört, dass die Menschen in Europa von morgens bis abends essen.Und dann trinken sie noch Tee. Danach wird wieder gegessen." Ng'Ikito Lomunukuny aus Kenia
Im Dokumentarfilm „Hunger“ kommen Menschen zu Wort aus Kenia, Indien, Mauretanien, Brasilien und Haiti. In Brasilien wurde für den Film auch eine Aktivistin des MISEREOR-Partners Commissao Pastoral da Terra, der Kommission der Landpastorale, interviewt.
So verschieden die Länder sind, so ist vielen dort lebenden Menschen eines gemein: Sie sind nicht von einer einmaligen Hungerkatastrophe betroffen, sondern ihr ganzes Leben ist vom Hunger und dem täglichen Kampf ums Überleben geprägt.
Auf einer Begleit-DVD sind die Hintergründe zum Thema „Hunger und seine Ursachen“ aufbereitet. Das Bildungsmaterial zum Film wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Die DVD ist bei MISEREOR erhältlich.
Auf dem Weltmarkt herrscht heute ein ungleicher Konkurrenzkampf zwischen großen Agrarunternehmen und kleinen bis kleinsten landwirtschaftlichen Produzenten. Kleinbauern und Landlose verlieren diesen Kampf, und damit ihre Lebensgrundlage. Arme auf dem Land und in der Stadt werden zunehmend abhängig von importierten Nahrungsmitteln. Die einheimischen Versorgungskapazitäten werden geschwächt - zugunsten einer exportorientierten und industriellen Landwirtschaft. Von der profitieren vor allem große Agrarkonzerne.
925 Millionen Menschen weltweit leiden an Hunger (FAO)
Dabei wird die Rolle von Kleinbauern für die Armutsbekämpfung unterschätzt: Sie können mit angepassten ökologischen Anbaumethoden maßgeblich zur Ernährung ihrer Familien und Dorfgemeinschaften beitragen.
Doch Kleinproduzenten scheitern schon an Grundvoraussetzungen wie dem Zugang zu Land und Wasser. Oft fehlt angepasstes Saatgut oder der Zugang zu Märkten. Der lokale, regionale und nationale Markt bietet für Kleinbauern das größte Potential, bleibt ihnen aber oft verschlossen. Nicht zuletzt, weil Importfluten von Reis, Weizen, Mais, Milchprodukten, Fleisch und Tomatenpaste aus Industrieländern ihre Produkte verdrängen.
Auch die Spekulation mit Nahrungsmitteln hat dazu beigetragen, dass die Zahl der weltweit Armen und Hungernden sprunghaft angestiegen ist.
Die Lebensgeschichten der Menschen im Film zeigen, wie sie direkt unter den bestehenden Missständen leiden. Sie geben den Millionen Hungernden ein Gesicht.

Die Vorschau zum Dokumentarfilm "Hunger" hier anschauen. Zum Trailer
Den gesamten Film in der ARD-Mediathek anschauen. Film anschauen

Videos und Hintergrundbeiträge, Bildergalerien und interaktive Grafiken zum Film. mehr