
Arme Frauen werden in vielen südasiatischen Ländern benachteiligt, unterdrückt und sind oft Opfer körperlicher Gewalt. Ihre berechtigten Anliegen werden von der Politik bisher nicht ausreichend wahrgenommen. Viele kleine Organisationen arbeiten eng mit betroffenen Frauen und Familien zusammen. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind täglich mit den massiven Missständen konfrontiert. Um diese angehen zu können, brauchen sie Beratung, Austausch und Training.
Zu diesem Zweck arbeitet MISEREOR mit dem in ganz Südasien aktiven Netzwerk SANGAT zusammen. Das „South Asian Network of Gender Activists“ ist ein Zusammenschluss von lokalen Nichtregierungsorganisationen in Nepal, Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka. In den Bereichen Gender, Frieden und nachhaltige Entwicklung werden Trainerinnen und Trainer qualifiziert, die kleine Organisationen beraten und mit ihnen Konzepte und Strategien entwickeln, wie sie ihre Arbeit an der Seite der Armen sinnvoll weiterführen können.

Viele Frauen und Mädchen aus armen ländlichen Gebieten der Volksrepublik verlassen ihre Familien und suchen Arbeit in den Städten. Oft sind sie sich der Gefahren, die ihre neue Umgebung birgt, nicht bewusst. Sie geraten leicht in die Hände von Kriminellen und werden zu Ehen genötigt oder als Sexarbeiterinnen in die wachsende Sexindustrie verkauft.
MISEREOR unterstützt eine Kampagne, die gezielt für diese Arbeiterinnen eine Informationsseite im Internet gestaltet. Dort finden sie ein Bündel von Angeboten – von der rechtlichen Beratung bis zur Lebenshilfe.

In den von Dürre geprägten Armutsregionen des Bundesstaates Minas Gerais haben Frauen kaum Chancen auf Mitbestimmung. Zu tief verankert sind die Geschlechterrollen: Männer verdienen ihren kärglichen Lohn durch Wanderarbeit in Zuckerrohrplantagen. Die Frauen bleiben in ihren Dörfern. Viele leiden unter sexuell übertragbaren Krankheiten, die durch ihre Männer in die Familie gebracht werden.
Die MISEREOR-Partnerorganisationen in der Region möchten, dass Frauen ein stärkeres Selbstbewusstsein und mehr Mitspracherechte in der Gesellschaft erhalten. Besonders wichtig ist dabei die Arbeit im Bereich Gesundheit: Dazu arbeiten sie mit Jugendlichen, Frauen und Männern – um sie dafür zu sensibilisieren, dass Frauen ein Recht darauf haben, gesund und körperlich unversehrt zu sein.

Im äußersten Süden Kenias ist die Gesellschaft noch sehr in ihren traditionellen Ansichten verwurzelt, auch in Bezug auf Geschlechterrollen. So ist die Beschneidung von Mädchen bis heute ein gängiges Ritual. Junge Frauen haben kaum Aussichten auf Bildung. Zudem ist die Frauensterblichkeit sehr hoch, da kaum qualifizierte medizinische Hilfe zur Verfügung steht, insbesondere bei durch die Beschneidung resultierende Komplikationen in der Schwangerschaft. Hier fördert MISEREOR die Arbeit der Partnerorganisation „Education Centre for the Advancement of Women”. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen Mädchen und junge Frauen zu Menschen- und Frauenrechtsfragen und erstellen Informationsmaterialien zu Menschenrechtsthemen in den lokalen Sprachen. Bei Veranstaltungen und Diskussionsforen schaffen sie Raum, um mit den Menschen über die Rechte junger Frauen zu diskutieren und langsam einen Bewusstseinswandel einzuleiten.
"Afghanische Mädchen haben es immer noch schwer"
Zur Pressemitteilung vom 08.03.2012 mehr
Projektpartnerschaften im Bereich Frauen und Mädchen:

Kinder aus der Prostitution befreien
Während der Sextourismus in Asien insgesamt rückläufig ist, hat der Missbrauch von Kindern erschreckend zugenommen. Besonders Kambodscha hat sich zu einem Zentrum des Menschenhandels entwickelt. MISEREOR schützt Mädchen und Jungen vor sexueller Ausbeutung und begleitet die Opfer auf dem Weg in eine gelingende Zukunft mehr

Neue Chancen für Frauen
Mit 50 Jahren noch Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, dazu braucht es Mut – und Ermutigung. In Bolivien sind fast die Hälfte der Frauen über 15 Jahren Analphabetinnen. Hauptursache hierfür ist ein festes Rollenbild, wonach eine Frau für Haus, Kinder und Landwirtschaft zuständig ist. mehr