
Viele Menschen in Europa verbinden mit dem Schutz vor AIDS vorschnell Kondomkampagnen. Wer aber meint, unter den Lebensbedingungen der Armutsregionen wären sie das Mittel in der Aidsbekämpfung, greift viel zu kurz. Die Erfahrungen unserer Partner in Afrika, Asien und Lateinamerika und die Erfolge der gemeinsamen Projekte zeigen uns, dass ein wirksamer Schutz vor AIDS anders, das heißt ganzheitlich ansetzen muss. Folgende Ebenen gilt es in den Blick zu rücken:
In Schule und Elternhaus muss AIDS ein zentrales Thema der Aufklärung sein.
Die Kinder müssen die Ansteckungsgefahr, die Krankheit und ihre Risiken kennen. Sie müssen von klein auf lernen, ihre Sexualität zu begreifen, um damit verantwortlich umgehen zu können. AIDS ist in vielen Teilen der Welt ein über das Leben entscheidender Faktor.
Männer und Frauen müssen in Verantwortung füreinander handeln. Gemeinsam das Leben in Verantwortung gestalten: Das ist Grundlage einer Partnerschaft, die Treue zueinander wachsen lässt und so vor der Krankheit schützt.
Frauen und Mädchen bestimmen selbst über sich und ihren Körper, sie sind nicht Sexualobjekt des Mannes. Respekt vor ihrer Individualität und ihrer Person ist die Grundlage gleichberechtigten Miteinanders der Geschlechter. Diese Grundhaltung fördert MISEREOR bereits seit vielen Jahren und viele Erfolge zeigen, dass Veränderung möglich ist. AIDS macht die Frauen im doppelten Sinne zu Opfern. Dem muss entschieden entgegen gearbeitet werden.
Wie Erfahrungen unserer Partner zeigen, ist es entscheidend, dass alle tragenden Kräfte einer Gesellschaft die Bekämpfung der AIDS-Pandemie in einem Land oder in einer Region geschlossen zu ihrer Sache machen. Das erst gibt den Aufklärungsbemühungen und dem Einsatz zu Verhaltensänderungen den nötigen Rückhalt und stärkt die Einzelpersonen und Familien.
Nachhaltige Armutsbekämpfung als solche stabilisiert das soziale Leben, stärkt soziale Bindungen und Gemeinschaften und bildet somit einen wichtigen Grundpfeiler ganzheitlicher AIDS-Bekämpfung.
Auf der Grundlage unseres ethischen Selbstverständnisses wollen wir den Menschen keine Verhaltensweisen aufoktroyieren: Schließlich setzt ethisches Handeln doch immer die freie und eigene Entscheidung voraus. Als Hilfswerk der Kirche für Entwicklungszusammenarbeit ist es unser Prinzip, die Projektansätze, die unsere Partner im Süden entwickelt haben und die sich – auch unter ethischen Gesichtspunkten – bewähren, zu unterstützen. Im Zusammenhang mit den präventiven Aktivitäten, die auf eine Veränderung des Sexualverhaltens abzielen, wurde vor allem in afrikanischen Ländern eine weit propagierte Verhaltensweise als eingängige Faustregel entwickelt: die ABCD Formel. Nach Aussagen von afrikanischen Bischofskonferenzen beziehen sie sich in ihrer AIDS-Arbeit auch auf diese Formel.
Helfen Sie
Mit MISEREOR unterstützen die Spenderinnen und Spender eine angepasste und lebensbejahende AIDS-Bekämpfung, die als ganzheitliche Entwicklungszusammenarbeit ansetzt und ein breites Netz von kompetenten Helfern ausbildet. Unsere Partner entwickeln auch zusammen mit den Betroffenen Materialien, die die Menschen verstehen und annehmen können. Ob Straßentheater, Hausbesuche durch freiwillige Helfer, Ausstellungen oder Stadtteilfeste: Unsere Partner kennen die betroffenen Menschen und wissen, wie sie denken und wie sie erreicht werden können. Eine solche inkulturierte AIDS-Bekämpfung ist kein Fremdkörper, sondern wächst aus dem Selbstverständnis der Betroffenen selbst.
AIDS-Waisen
Wegen der Krankheit verlieren jedes Jahr rund vier Millionen Kinder ihre Eltern.
Integrieren statt isolieren
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Projekte
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