Bereits seit 1985 engagiert sich MISEREOR im Kampf gegen Aids. In dieser Zeit wurden über 700 Projekte mit einem Volumen von rund 44 Millionen Euro geför- dert. Heute sind Aidsprävention und Hilfen für Infizierte eine wichtige Quer- schnittsaufgabe, die nicht nur in der Gesundheitsarbeit, sondern in allen Bereich- en der Entwicklungsarbeit berücksichtigt wird. Zu diesem Zweck arbeitet MISEREOR eng mit anderen Organisationen zusammen. Seit 1987 kooperieren wir mit der Aids-Fachstelle des Missionsärztlichen Instituts Würzburg und seit 2002 sind wir Mitglied im Aktionsbündnis gegen AIDS, dessen Forderungen MISEREOR nachdrücklich unterstützt.
Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen in den Projektländern haben wir angepasste Lösungen entwickelt, um die Ausbreitung von Aids zu bekämpfen. Dazu gehört insbesondere die Aufklärung über die Ansteckungswege. Ein wichtiges Ziel ist dabei, Vorurteile und Ängste zu überwinden. Denn allzu oft werden Erkrankte aus der Gemeinschaft ihrer Familien, Dörfer oder Stadtviertel ausgestoßen.
Außerdem unterstützt MISEREOR den Aufbau und die institutionelle Weiter- entwicklung von Selbsthilfegruppen, Initiativen und Netzwerken. Speziell mit Blick auf die vielen Aidswaisen fördert MISEREOR die Aufnahme in Familien vor Ort. Zu diesem Zweck werden ehrenamtliche Helfer fortgebildet, die sich um betroffene Kinder kümmern und die aufnehmenden Familien begleiten. Die Waisen können so in ihrem vertrauten Umfeld heranwachsen.
Wichtig ist, dass die Krankheit Aids und ihre Folgen nicht ausgegrenzt und aus dem Alltag verbannt werden. Die Menschen sollen vielmehr Wege und Möglich- keiten finden, mit dem Virus und den betroffenen Menschen zu leben. So mildert die Gemeinschaft der Menschen gemeinsam das Leiden der Betroffenen und gleichzeitig wirkt das Erleben der Krankheit als effiziente Präventionsmaßnahme.