
"Goedgedacht“ ist niederländisch und heißt soviel wie „gute Idee“. Diesen Namen trägt eine Farm 87 km nordwestlich von Kapstadt. Hier gründete eine Initiative zupackender Sozialarbeiter 1993 ein zukunftsweisendens Projekt. Ihre Vision: schwarzen Landarbeitern einen Weg aus der Armut zu ermöglichen. Das Projekt 'Path out of Poverty' (POP) soll Kindern helfen, deren Familien seit Generationen unter Kolonialismus, Apartheid, Hunger, Alkohol, Arbeitslosigkeit, familiärer Gewalt und gesundheitlichen Problemen leiden. Das Modellprogramm ‘Weg aus der Armut’ auf der Goedgedacht Farm hat bis heute 1000 Kindern und Jugendlichen eine Zukunft ermöglicht.

Die 12-jährige Angie ist eins der Kinder von Goedgedacht. Gemeinsam mit ihren Eltern und den vier älteren Geschwistern lebt sie auf einer Farm. Ihre Eltern arbeiten dort als Tagelöhner. Gibt es keine Arbeit, muss ihr Vater in Kapstadt auf Baustellen Geld verdienen. Das Einkommen der Eltern beträgt umgerechnet rund 40 Euro. Davon müssen die Eltern neben den täglichen Ausgaben auch das Schulgeld für ihre Kinder aufbringen. Ihre 14-jährige Schwester ist selbst bereits Mutter. Ohne die Kinderkrippe von Goedgedacht, wüsste sie nicht weiter.

„Goedgedacht“ bietet Kindern ´wie Angie in einem Kinder- und Jugendzentrum eine liebevolle Nachmittagsbetreuung, gutes Essen, Hausaufgabenhilfe, Sport, Spiel und Lernen. Ältere Kinder sind in den Betrieb des Zentrums einbezogen. Sie richten früh morgens Pausenbrote für die Jüngeren und starten gemeinsame Aktionen. Für Kleinkinder gibt es eine Krippe und auch für Eltern gibt es Beratungsangebote.
Das Team unterstützt besonders Jugendliche dabei, ihre Schulausbildung zu beenden. Sie sollen so die Chance auf eine bessere Zukunft haben und die ungerechte Vergangenheit der Apartheid hinter sich lassen. „Goedgedacht“ befähigt junge Menschen eine bezahlte Arbeit zu finden und sich eine Existenz aufbauen zu können. Es hilft ihnen aber auch zu gebildeten und engagierten Erwachsenen zu werden, sensibel für die Herausforderungen in der Welt, in der sie leben.

Im Gegensatz zu den Nachbarfarmen werden auf Goedgedacht Olivenbäume angebaut. Denn Oliven wachsen auch bei Hitze und Trockenheit gut und sind damit besser für den Klimawandel gewappnet als der trationell Weinabau der Region.Der Verkauf von Oliven und Olivenöl wiederum bringt Geld für die Kinder- und Jugendprojekte.
Ökologie wird auf der Farm auch darüber hinaus groß geschrieben. Die Farm verwendet zum Beispiel Solarlampen, spart mit einfachen Techniken Energie und experimentiert mit dem Anbau von Pflanzen, die wenig Wasser brauchen.
Untersützen Sie den Bau von 10 weiteren Kinder- und Jugendzentren in der gesamten Western Cape Province, damit mehr Kinder
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„Es kommt darauf an, intensiv in die frühkindliche Entwicklung zu investieren und darauf zu achten, dass die Kinder die Schule besuchen und nicht vorzeitig abbrechen. Das ist das allerwichtigste."
Misereor ist bereits seit 1959 in Südafrika tätig, zunächst vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Hinzu gekommen sind folgende Bereiche:
Im Jahr 2009 unterstützte das Hilfswerk hier rund 100 Projekte mit einem Gesamtumfang von 13,3 Millionen Euro.