Projektfilm: Im Gesundheitsbus durch Delhi

Viele Regionen Indiens sind von Armut geprägt. Der Traum von einem Leben im Wohlstand führt immer mehr Kinder und Jugendliche in die Großstädte. Doch auch dort müssen sie sich dem täglichen Überlebenskampf stellen – in der Regel auf der Straße. Das von MISEREOR unterstützte Straßenkinderprojekt „Butterflies“ eröffnet Jungen und Mädchen in der indischen Hauptstadt Delhi eine Perspektive.
„Heute machen wir wieder Rechenaufgaben“, sagt Manan und setzt sich zu den anderen Kindern auf den Straßenrand. Die Straße ist ihr Klassenzimmer, es gibt keine Tische und auch keine Tafel. Mitten im Trubel vor einem Bahnhof in Delhi geben zwei Straßenlehrer den Kindern Aufgaben, erklären und helfen ihnen bei der Lösung. Die Jungen und Mädchen rechnen und schreiben auf den Knien. Nach zwei Stunden ist der Unterricht vorbei.

Wie viele andere Kinder hält sich auch Manan mit Schuhe putzen und Müll sammeln über Wasser. Sie schläft am Bahnhof in einer Nische unter den Gleisen. Ihr Essen sucht sie sich aus den Abfällen der Nachtzüge zusammen. Nicht immer findet sie genug, um satt zu werden. Für viele Straßeninder gehören Diebstahl, Drogenhandel und Prostitution zum Alltag – ihnen bleibt meist keine andere Wahl. Bei „Butterflies“ treffen die Jungen und Mädchen auf Menschen, die ihnen beistehen und Orientierung schenken. Sie erfahren medizinische Betreuung, lernen Lesen, Schreiben und Rechnen und bekommen die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu machen.
Die elfjährige Manan nimmt das Angebot der „Butterflies“-Initiative dankbar an und geht regelmäßig zum Unterricht. „Wenn ich rechnen und lesen kann, ziehen mich die Erwachsenen nicht mehr so leicht über den Tisch. Früher konnte ich das Gewicht von meinem gesammelten Müll noch nicht in Rupien umrechnen und musste nehmen, was die Händler mir gegeben haben. Jetzt, wo ich rechnen kann, weiß ich, dass sie mich oft betrogen haben“, erklärt das Mädchen. Seit sie zur Schule geht, hat Manan auch wieder Ziele: Sie spart bei der Kinderbank von „Butterflies“ Geld, um sich bald auf einer „normalen“ Schule anzumelden, wo sie noch mehr und besser lernen kann.

Der Erfolg der seit 25 Jahren bestehenden „Butterflies“-Initiative hat sich herumgesprochen – bis nach Kirgistan. Auch dort stellen Straßenkinder ein drängendes soziales Problem dar. Nach dem Wegfall des sozialen Netzes aus Sowjetzeiten sind viele Eltern damit überfordert, für ihre Familien zu sorgen. Kinder dieser Familien rutschen häufig ab in ein verwahrlostes Leben auf der Straße.
MISEREOR-Partner Putnik möchte diesen Mädchen und Jungen eine neue Perspektive schenken. Zu diesem Zweck hat Putnik das Konzept von „Butterflies“ übernommen und an die kirgisischen Verhältnisse angepasst: So werden die Straßenkinder der Hauptstadt Bischkek z.B. durch ein Sparprogramm mit wirtschaftlichem Denken und Handeln vertraut gemacht, lernen in berufsvorbereitenden Kursen u.a. Nähen, Schreinern, Englisch und den Umgang mit dem Computer und können „Geschäftsgründungsseminare“ belegen.
0,60 Euro kostet ein Schreibheft.
26 Euro kostet ein Verbandskasten.
Auf 40 Euro beläuft sich ein Kleinkredit zur Unternehmensgründung.
276 Euro beträgt das Monatsgehalt eines Straßenlehrers.
MISEREOR-Zusage:
340.000 Euro für „Butterflies“ in Delhi
280.000 Euro für „Putnik“ in Kirgistan
Das Straßenkinderprojekt „Butterflies“ in Delhi wurde 1986 von Rita Panniker gegründet. Sie erklärt den Namen ihres Projekts so: „Unsere Kinder hier sind wie Schmetterlinge, die rastlos umherflattern, schwer einzufangen sind und dabei etwas Wundervolles haben.“
Das „Public Association Children`s Center Putnik“ in Kirgistan kümmert sich seit 2003 um obdachlose Kinder und Jugendliche. Es wird dabei durch „Butterflies“ beraten.

"Mit 2 Euro im Monat helfen"
Die Aktion "2 Euro helfen" unterstützt das Straßenkinderprojekt „Butterflies“ in Delhi und hilft den Straßenkindern im eigenen Kinderrat ihre Ideen zu realisieren. Die Kinderbank, das Kinderradio und die Gesundheitsgruppen wurden mit vielen 2-Euro-Spenden Wirklichkeit.
zur 2-Euro-Aktion
MISEREOR ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit von der Körperschaftssteuer befreit. Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt (pdf)