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In der peruanischen Hauptstadt Lima müssen zehntausende Menschen in riesigen Armenvierteln unter widrigsten Bedingungen leben. So z.B. im historischen Zentrum der Metropole: Hier teilt sich der 13-jährige Leandro mit seinen Geschwistern, seiner Mutter und deren Lebenspartner eine winzige Wohnung in einem baufälligen Haus. Bei schlechtem Wetter bietet die Wohnung kaum Schutz vor Nässe und Kälte. Bislang hatten die Bewohner zudem keinerlei Waschgelegenheit, da es keinen Wasseranschluss gibt. Seit Kurzem kann Leandros Familie Gemeinschaftsduschen und -toiletten auf dem Flur benutzen. „Das haben wir dem CIDAP zu verdanken“, freut sich Leandro.

CIDAP ist eine unabhängige Initiative und arbeitet mit Unterstützung von MISEREOR seit über 25 Jahren in den Slums von Lima, um die Lebensbedingungen der Armen nachhaltig zu verbessern. Im Stadtzentrum treibt CIDAP die Sanierung verfallener und verwahrloster Häuser voran, in denen arme Familien wie die von Leandro wohnen. Daneben kümmert sich die Initiative aber auch um die Kinder, die dort leben. So hat sie beispielsweise Tanz- und Theatergruppen aufgebaut, bietet Sportmöglichkeiten an und organisiert Ausflüge in die ländliche Umgebung – für viele Kinder und Jugendliche die einzige Möglichkeit, der Tristesse ihres Viertels sowie Lärm und Hektik der Großstadt einmal für einen oder zwei Tage zu entrinnen.

Auch in Carabayllo, einem Slum am nördlichen Stadtrand von Lima, ist CIDAP aktiv. Zu den üblichen Problemen wie Armut, mangelnde Infrastruktur und hohe Kriminalität kommt hier noch eine ständig fortschreitende Verseuchung der Umwelt. Grund dafür sind illegale Mülldeponien und Blei-Schmelzöfen. Die dabei anfallenden hochgiftigen Emissionen sind eine Schwere Belastung für Gesundheit der Bewohner. Bei stichprobenartigen Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Blei- und Schwermetallwerte im Blut der Kinder um ein Vielfaches über den zulässigen Höchstwerten liegen. CIDAP sorgt deshalb dafür, dass vor allem die Kinder und Jugendlichen regelmäßig untersucht und medizinisch versorgt werden. Hauptziel ist jedoch die Schließung der Deponien und Schmelzöfen, wozu die staatlichen Behörden wegen deren Illegalität eigentlich verpflichtet wären. Um entsprechenden Druck auf den Staat aufzubauen, hat CIDAP eine Kampagne zum Thema „Saubere Umwelt“ gestartet, in der die Slumbewohner über ihre Grundrechte aufklärt und zu deren Durchsetzung organisiert werden.
Gerade die Aufklärungsarbeit über grundlegende Bürgerrechte und die damit einhergehende Stärkung des Selbstbewusstseins der Slumbewohner ist von entscheidender Bedeutung. Denn wie in vielen Ländern Lateinamerikas werden auch in Peru die Interessen der Armen vom Staat und der übrigen Gesellschaft ignoriert. Eine Verbesserung ihrer Situation erreichen benachteiligte Bevölkerungsgruppen nur, indem sie sich zu einer zivilen Gegenmacht organisieren und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. CIDAP leistet hierzu die nötige Hilfestellung.

5 Euro kostet eine medizinische Blutuntersuchung eines Kines auf Blei und Schwermetalle.
6.000 Euro kostet die Sanierung eines baufälligen Hauses im Zentrum von Lima.utzholzsetzling,
MISEREOR-Zusage: 360.000 Euro
Das „Centro de Investigación, Documentación y Asesoría Poblacional“ (CIDAP), eine unabhängige Organisation, die seit über 25 Jahren in den Slums der peruanischen Hauptstadt arbeitet und weit über Lima hinaus
bekannt ist. Aufgrund seiner weithin anerkannten Kompetenz und seines Stellenwerts bei verarmten Bevölkerungsgruppen wird CIDAP inzwischen auch von staatlichen Stellen konsultiert.
Leben am Abgrund
Bildreportage über dieses Projekt (pdf)
MISEREOR ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit von der Körperschaftssteuer befreit. Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt (pdf)