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Kenia: Leben im Armenviertel - Die Resignation bekämpfen

Projekt-Nr.: P14111

Projektfilm: "Leben im Müll, Leben vom Müll"

Rund 3.000 Leute sortieren Müll auf der Halde Dandora - eine der größten Halden Afrikas. Wer hier länger arbeitet wird kaum 40 Jahre alt.

In vielen Metropolen Afrikas ist die ständig wachsende Armut eine der großen sozialen Herausforderungen – jetzt und in den kommenden Jahren. Beispiel Nairobi: Rund 60 Prozent der Einwohner von Kenias Hauptstadt leben in Elendsvierteln, ohne sanitäre Anlagen, ohne medizinische Versorgung, ohne Bildungseinrichtungen. Müllkippen direkt neben den Siedlungen verpesten die Luft und machen die Einwohner krank. Und als weiteres Problem kommt das hohe Gewaltpotenzial in den Armensiedlungen verschärfend hinzu. MISEREOR unterstützt Projektpartner, die sich dafür einsetzen, dass sich die Lebensbedingungen in Nairobis Slums dauerhaft ändern und die Menschen friedlich zusammenleben.

Gewaltausbrüche als ständige Gefahr

Unter den Dächern von Korogocho leben 120.000 Menschen

Wenn Lawrence seine Hütte in Korogocho, einem der größten Slums Nairobis, verlässt, muss er sehr vorsichtig sein. „Da hinten wohnen die Mungiki-Leute“, sagt der 16-Jährige und zeigt auf eine dichte Ansammlung von mehreren hundert Wellblechhütten. „Da gehe ich alleine nicht durch, denn die Mungiki sind uns feindlich gesonnen. Es kam schon zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und uns Luos – da nehme ich lieber einen Umweg.“

Die Gewalt von bewaffneten Jugendgangs ist ein großes Problem in Nairobis Slums. Skrupellose Politiker benutzten gewaltbereite Gruppen (wie die gefürchtete Mungiki-Gang mit Jugendlichen der Kikuyu-Volks­gruppe), um nach den Präsidentschaftswahlen 2007 Ausschreitun­gen zwischen Kikuyus, Luos und anderen Gruppen zu provozieren. Regelrechte Gewaltexzesse waren die Folge: „Luos und Kikuyus haben sich gegenseitig umgebracht, Frauen wurden vergewaltigt, Hütten und Läden zerstört. Es war schreck­lich, viele sind damals geflohen“, erinnert sich Lawrence.

KUTOKA setzt auf Dialog

Die von KUTOKA organisierten Fußballtuniere bringen junge Menschen aller Volksgruppen zusammen.

Seither fürchten die Menschen in Korogocho beständig, dass die Gewalt wiederaufflackern könnte, hegen Angst und Misstrauen gegenüber ihren Nachbarn. „Auf Dauer kann es so nicht weitergehen. Deshalb mache ich mit beim KUTOKA-Netzwerk“, sagt Lawrence. Die von MISEREOR unterstützte Initiative hat sich die Friedensförderung auf die Fahnen geschrieben. „Wir treffen uns regelmäßig, Luos, Kikuyus und andere Gruppen, und reden miteinander über unser Leben und unsere Probleme. Es gibt Sportturniere, in denen wir gegeneinander antreten. Und demnächst wollen wir sogar ein großes Musikfest veranstalten, „Ghettos United““, erzählt Lawrence.

Lobby-Arbeit und Berufsausbildung für die Armen

Neben der Friedensarbeit kümmert sich KUTOKA auch um andere Belange der Slumbewohner. So betreibt die Initiative z.B. Lobby-Arbeit bei Ministerien und Verwaltungen, um die allgemeinen Bedingungen in den Slums zu verbessern. Und sie versucht mittels einer Kampagne, die Verlegung der direkt neben Korogocho gelegenen Müllkippe zu erwirken und so die Umweltprobleme im Slum nachhaltig zu reduzieren.

 

Kontoinformationen
Konto 10 10 10 MISEREOR
BLZ 370 601 93 PAX-Bank

Projektfilm

Leben im Müll, Leben vom Müll
Ein Film zur Fastenaktion 2011

Mitten im Müll
Bildreportage über dieses Projekt (pdf)

Ausführliche Projektbeschreibung (pdf)

Nairobi - eine Weltstadt

Nairobi - eine Weltstadt

Geschätzte dreieinhalb Millionen Menschen leben in Nairobi, einer Stadt mit zwei Gesichtern. Zum einen ist es eine reiche Weltstadt mit beeindruckender Skyline, modernen Hochhäusern und einer geschäftigen City. Jedoch bleiben dort die wohlhabenden Kenianer und Ausländer unter sich.

So hilft Ihre Spende

10 Euro kosten die Nahrungsmittel für eine Familie pro Monat.

Auf 20 Euro beläuft sich ein Mikrokredit, mit dem eine Familie ihr Haus reparieren kann.

450 Euro kostet die sechsmonatige Ausbildung zur Friseurin.

MISEREOR-Zusage:  290.000 Euro

MISEREOR-Partner…

  • organisieren Friedensforen und Sportwettkämpfe in den Armenvierteln,
  • veranstalten Workshops zu Strategien der Konfliktbewältigung,
  • bilden Jugendliche und junge Erwachsene in diversen Berufen aus,
  • betreuen die Kinder allein erziehender Mütter während der Ausbildung.

... vor Ort

Das KUTOKA-Network wurde 2002 als Zusammenschluss verschiedener katholischer Pfarreien und Institutionen aus mehreren Slumvierteln Nairobis gegründet. Es nimmt sich der Probleme der Armenviertel­bewohner an.

KESHO (Suaheli für „morgen“) widmet sich schwerpunktmäßig der Versöhnung der Konfliktgegner in den Slums von Nairobi.

Die von den Marianisten gegründete Initiative IMANI setzt vor allem auf Ausbildung. Sie ermöglicht den Jugendlichen in den Slums eine Berufsausbildung und den Weg in die Selbstständigkeit.

Steuer

MISEREOR ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit von der Körperschaftssteuer befreit. Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt (pdf)

Kontakt

Michael Stahl
Partnerschaften und Spenderkontakte
Tel.: 0241 442 518