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Kambodscha - Menschenwürdig leben. Überall!

Projekt-Nr.: P32711

waschende Frau Kambodscha

Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet 635 Euro zählt Kambodscha zu den ärmsten Ländern der Erde. Besonders hart ist das Leben der Armen in den zahlreichen Elendsvierteln der Hauptstadt Phnom Penh: Sie siedeln in hochwassergefährdeten Gebieten, in der Nähe von oder auf Müllhalden, meist ohne jegliche Infrastruktur und ohne Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Über seine Projektpartner vor Ort unterstützt MISEREOR die Bewohner der Armensiedlungen und befähigt sie dazu, ihr Recht auf menschenwürdigen Wohnraum einzufordern.

Slumkinder: harte Arbeit statt Schule

Kind Kambodscha

Wenn sich andere Kinder morgens auf den Weg zur Schule machen, schläft Rotah erschöpft ein.  Der Elfjährige hat dann viele Stunden harter Arbeit hinter sich: Nacht für Nacht hilft er seinem Vater am Preak-Takong-See bei der Ernte des Wasserspinats, von dessen Verkauf seine Familie lebt. „Wenn die Händler frühmorgens kommen, muss die Arbeit getan sein, und ohne meinen Sohn würde ich das nicht schaffen“, sagt Rotahs Vater Sarann. Die Familie wohnt in einer ärmlichen Hütte aus Holz und Wellblech direkt am Ufer des Sees, etwa sieben Kilometer vom Stadtzentrum Phnom Penhs entfernt. Die Hütte steht auf dürren Stelzen, um während des Monsuns vor dem ansteigenden Wasserspiegel sicher zu sein. Sie ist sehr baufällig, doch Geld für Reparaturen hat Sarann nicht: Sein Verdienst von etwa drei bis vier Euro pro Tag reicht gerade aus, um seine Familie zu ernähren.

Ständige Gefahr der Vertreibung

Pfahlhüttensiedlung in Kambodscha

Zu den Sorgen um das tägliche Überleben kommt nun eine weitere Gefahr. Ein Investor hat das Land, auf dem Saranns Hütte steht, von der Stadt gepachtet: Der See soll zugeschüttet werden, auf dem Areal sollen moderne Häuser entstehen – Sarann und weiteren 320 Familien droht Vertreibung. Im boomenden Phnom Penh ist diese Praxis für viele Slumbewohner bittere Realität: Um für immer neue Projekte genügend Land zur Verfügung zu haben, werden zunehmend die Armenviertel zwangsgeräumt, die dort siedelnden Menschen einfach vertrieben. Zwar ist dies seit 2001 auch in Kambodscha verboten; doch die Slumbewohner sind sich ihrer Rechte meist überhaupt nicht bewusst, so dass Investoren bei den Vertreibungen leichtes Spiel haben.

Unterstützung durch MISEREOR-Partner

Sarann und seine Nachbarn sind allerdings entschlossen, sich zu wehren. „Wir lassen uns das nicht gefallen“, sagt Sarann. „Die Mitarbeiter von „Sahmakum Teang Tnaut“ haben uns über unsere Rechte aufgeklärt. Wir wohnen hier schon so lange, dass man uns auch nach kambodschanischem Recht nicht einfach vertreiben kann – das ist illegal! Und wenn sie uns doch umsiedeln, dann müssen sie uns entschädigen“, fügt Sarann selbstbewusst hinzu.

Weitere Unterstützung erhalten die Bewohner vieler Armensiedlungen von Phnom Penh auch vom „Urban Poor Women Development“ (UPWD). Diese Initiative ermutigt die Menschen, sich aktiv für ihre Rechte und die ihrer Familien einzusetzen. „Die Frauen machen bei den Treffen und Veranstaltungen der UPWD regelmäßig mit – sie wissen mittlerweile bestens Bescheid und können uns sogar bei Verhandlungen mit den Behörden vertreten“, sagt Sarann stolz.

Kontoinformationen
Konto 10 10 10 MISEREOR
BLZ 370 601 93 PAX-Bank

So hilft Ihre Spende

 

Für 44 Euro pro Monat kann eine Gruppe Slumkinder unterrichtet und betreut werden.

75 Euro kostet eine wetterfeste Unterkunft aus Holz und Wellblech.

100 Euro kostet ein Boot zur Fortbewegung während des Monsuns.


MISEREOR-Zusage: 100.000 Euro

Bilder aus Pnom Penh

Hütten am Stadtrand

Hütten am Stadtrand

MISEREOR-Projektpartner, versuchen rechtswidrige Vertreibungen ab zu wenden und den Menschen bei Landrechtskonflikten den Rücken zu stärken.

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MISEREOR-Partner…

  • klären die Slumbewohner über ihre Rechte auf,
  • schützen sie vor Vertreibung,
  • dokumentieren Zwangsräumungen,
  • helfen in akuten Notfällen.

... vor Ort

Sahmakum Teang Tnaut“ (STT) wurde 2005 gegründet und unterstützt vor allem lokale Gemeinden in und um Phnom Penh, die bereits umgesiedelt wurden oder von Umsiedlung bedroht sind.

„Urban Poor Women Development“ (UPWD) wurde 1997 gegründet und konzentriert sich auf die Förderung und Stärkung von Frauen und Frauengruppen in den städtischen Armenbezirken von Phnom Penh.

Mehr

Menschenwürdig leben. Überall!
Ist das Leitwort der Misereor-Fastenaktion 2011

Mehr zum Thema Armut der Stadt

Steuer

MISEREOR ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit von der Körperschaftssteuer befreit. Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt (pdf)

Kontakt

Michael Stahl
Partnerschaften und Spenderkontakte
Tel.: 0241 442 518