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Hongkong - Leben im Käfig

Projekt-Nr.: P33501

Cage People Hongkong
Familienleben auf kleinstem Raum

In kaum einer Stadt sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen Gewinnern und Verlierern so krass und auf so engem Raum sichtbar wie in Hongkong. Während die Superreichen in allem nur erdenklichen Luxus schwelgen, leben 1,3 Millionen Einwohner der Metropole unter der Armutsgrenze. Viele können sich trotz fester Arbeitsstelle nicht einmal eine Einzimmerwohnung leisten. Besonders dramatisch ist die Situation der „Cage People“, zu Deutsch „Käfigmenschen“: Sie hausen in winzigen Drahtverschlägen, ohne jegliche Privatsphäre oder persönlichen Rückzugsraum.

Wohnen auf 2 Quadratmetern

Cage People
Wohnraum "2 qm"

„Ich arbeite in einer Kleiderfabrik und verdiene so wenig, dass ich die Miete für eine normale Wohnung niemals bezahlen könnte. Wenn ich die 150 Dollar Monatsmiete für meinen Käfig bezahlt habe, bleibt mir gerade noch genug zum Leben“, erzählt uns Yong Jinbao. Er wohnt in Tai Kok Tsui, einem heruntergekommenen Stadtteil Hongkongs. In der fünften Etage eines schäbigen Hochhauses bietet sich ein beklemmendes Bild: An den Wänden der Zimmer stehen, anstelle von Möbeln, rund 100 Drahtkäfige, dicht an dicht und doppelstöckig übereinander gestellt. Keiner dieser Verschläge ist größer als zwei Quadratmeter. In Yongs Käfig liegt eine schmale Matratze, an den Gitterstäben hängen eine Zahnbürste, zwei Blechdosen und einige Kleidungsstücke. Die Käfige der Nachbarn sind ähnlich eingerichtet. So etwas wie Privatsphäre hat hier niemand. Auf der Etage gibt es insgesamt drei Toiletten und zwei Duschen – für über 100 Bewohner.

Horrende Mieten

Das Schicksal der „Käfigmenschen“ ist Folge der immer weiter zunehmenden Polarisierung der Bevölkerung Hongkongs in Gewinner und Verlierer. Einerseits hat sich die Hongkonger Wirtschaft immer mehr auf Service- und Finanzdienstleistungen spezialisiert – ein Sektor, in dem sehr viel Geld verdient wird. Andererseits ist die verarbeitende Industrie stark geschrumpft. Und wer in einer der noch verbliebenen Fabriken arbeitet, verdient meist nicht genug, um sich die horrenden Mieten der Metropole (rund 1.500 US-Dollar für eine Einzimmerwohnung) leisten zu können. Zudem ist das soziale Sicherungssystem völlig unzureichend: So haben z.B. über 60 Prozent der fast sieben Millionen Einwohner keinerlei Anspruch auf eine Altersrente, rund 300.000 alte Menschen leben in extremer Armut.

Dringend benötigt: menschenwürdige Unterkünfte

Cage People

Vor diesem Hintergrund ist die Versorgung der Bevölkerung mit menschenwürdigen Unterkünften eines der dringendsten sozialen Probleme Hongkongs. Mittlerweile leben bereits 100.000 Menschen wie Yong als „Cage People“, mit dem sozialen Stigma des Versagers. „Die meisten, die hier wohnen, haben kaum Freunde und Verwandte oder schämen sich, in Kontakt mit ihnen zu bleiben – wenn du im Käfig lebst, bist du als Verlierer abgestempelt. Viele haben nicht mal das Selbstbewusstsein, die Behörden um Hilfe zu bitten“, erzählt Yong.

 

SoCO hilft

Für die „Käfigmenschen“ ist die Hilfe des MISEREOR-Partners SoCO oft die einzige Möglichkeit, ein menschenwürdiges Zuhause zu erhalten. SoCO bietet ihnen Rechtsberatung und Hilfe bei Behördengängen, aber auch Betreuung durch Sozialarbeiter. Zudem versucht die Initiative, Entscheidungen der Politik im Sinne der in Armut lebenden Menschen zu beeinflussen. Aufgrund dieser Arbeit setzt sich mittlerweile sogar die UN für eine Verbesserung der Wohnverhältnisse in Hongkong ein.

Auch Yong hat eine SoCO-Mitarbeiterin klargemacht, dass jeder das Recht auf eine menschenwürdige Wohnung hat. Mit ihrer Hilfe hat Yong eine Sozialwohnung der städtischen Verwaltung beantragt. Die Warteliste ist zwar lang, doch mit ein wenig Glück kann der Fabrikarbeiter in einem oder zwei Jahren in eine bezahlbare Wohnung umziehen – und seinen Käfig für immer verlassen.

Kontoinformationen
Konto 10 10 10 MISEREOR
BLZ 370 601 93 PAX-Bank

So hilft Ihre Spende

1.385 Euro beträgt das Monatsgehalt eines SoCO-Mitarbeiters, der sich um die Belange der „Cage People“ kümmert.

MISEREOR-Zusage: 55.000 Euro

MISEREOR-Partner…

  • unterstützen die „Käfigmenschen“ bei Behördengängen oder Verhandlungen mit Vermietern,
  • bieten ihnen Rechtsberatung und psychosoziale Betreuung,
  • betreiben Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der „Käfigmenschen“.

Leben und Wohnen auf engstem Raum

Leben und Wohnen auf engstem Raum

Der Hocker als Schreibtisch im umfunktionierten Bett. Alltag für die Kinder der Familie Leung.

... vor Ort

Die 1972 von Maryknoll-Priestern gegründete „Society for Community Organization“ (SoCO) setzt sich in Hongkong für soziale Gerechtigkeit, Achtung der Menschenrechte und politische Veränderung ein. Schwerpunkt der Arbeit von SoCO ist das Engagement für die „Käfigmenschen“, Obdachlose, Arbeitslose und Zuwanderer.

Leben in Holzverschlägen

Das Erste berichtet im Weltspiegel von der Wohnsituation in den sogenannten "Kistenwohnungen" in Hongkong.

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Mehr

MISEREOR-Ausstellung
"Daheim auf 2 qm - Vom Leben im Käfig"
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Steuer

MISEREOR ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit von der Körperschaftssteuer befreit. Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt (pdf)

Kontakt

Michael Stahl
Partnerschaften und Spenderkontakte
Tel.: 0241 442 518