
Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Frauen ist ein weltweites Problem. Viele Jahre lang war Asien Hauptzielort ausländischer Sextouristen. Während dieser „Wirtschaftszweig“ heute insgesamt rückläufig ist, hat der Missbrauch von
Kindern dramatisch zugenommen. Besonders die kambodschanischen Städte Phnom Penh, Sihanoukville und Siem Reap haben sich zu einem Zentrum des internationalen Sextourismus entwickelt. Für „Nachschub“ von minderjährigen Opfern sorgt einerseits ein professioneller Menschenhandel; andererseits treibt auch die tägliche Not viele Kinder und Jugendliche dazu, sich zu verkaufen – mit schrecklichen Folgen für Körper und Seele. Im Kampf gegen die Prostitution unterstützt MISEREOR Partner mit unterschiedlichen Hilfsschwerpunkten, u.a. in Kambodscha und auf den Philippinen.

"Vor ein paar Wochen kamen zwei Männer in unser Dorf und schauten zu, wie ich mit meinen Freundinnen unten am Bach spielte. Die waren schick angezogen, hatten Sonnenbrillen an und waren irgendwie unheimlich. Als wir nach Hause gingen, folgten sie uns. Sie standen in der Nähe unserer Hütte und redeten miteinander. Dann kam der eine herein und sprach leise mit meinen Eltern. Ich hörte Wörter wie ‚Stadt‘, ‚Arbeit‘ und ‚Geld‘. Doch meine Eltern schüttelten immer wieder den Kopf und riefen dann laut ‚nein‘. Dann haben sie ihn hinausgeworfen.“ Benice ist noch ziemlich aufgeregt, als sie von der Begegnung mit den „unheimlichen“ Männern erzählt. Das zwölfjährige Mädchen wohnt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Sihanoukville in Kambodscha. Sihanoukville ist ein Zentrum des Sextourismus. Und weil das perverse Geschäft ständig Nachschub benötigt, sind Menschenhändler immer auf der Suche nach hübschen Mädchen, deren Eltern so sehr in Not sind, dass sie sogar bereit sind, ihre Kinder zu verkaufen.

Doch in Benices Dorf mussten die Männer unverrichteter Dinge wieder abziehen. „Die haben uns erzählt, Benice würde in Sihanoukville eine ordentliche Arbeit bekommen und eine Menge Geld verdienen. Aber wir wissen genau, was dort mit ihr passieren würde. Die Leute von BICE haben uns über die Lügen der Menschenhändler und die schrecklichen Qualen der missbrauchten Kinder aufgeklärt“, sagen Benices Eltern.
Und eine Nachbarin fügt hinzu: „Früher sind viele Leute auf die Männer aus der Stadt hereingefallen. Einer Freundin von mir haben sie vor einigen Jahren viel Geld für ihre Tochter gegeben und gesagt, in Sihanoukville hätte sie viel bessere Chancen als hier. Doch wir haben nie mehr etwas von dem Mädchen gehört – wer weiß, ob sie überhaupt noch lebt. Deshalb sind wir uns einig: Aus unserem Dorf wird kein Kind mehr in die Stadt gegeben!“ Mit seiner Arbeit hat BICE in den vergangenen Jahren erreicht, dass sich entschieden mehr Kinder und Eltern als früher trauen, sexuellen Missbrauch, Prostitution und Ausbeutung von Kindern öffentlich zu machen.
Mit Ihrer Spende an MISEREOR schützen Sie Kinder und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch und tragen dazu bei, dass ihre Zukunft selbstbestimmt, frei und menschenwürdig ist.
12 Euro kostet das Schulmaterial pro Kind
30 Euro durchschnittlich kosten Medizin und Psychotherapie für einen Monat
65 Euro kostet die Unterbringung eines Kindes / Jugendlichen für einen Monat
185.000 Euro MISEREOR-Zusage
MISEREOR unterstützt u.a.: das Bureau Internatioal Catholique de l’Efance (BICE) in Kambodscha, Third World Movement against the Exploitation of Women (TWMAEW) auf den Philippinen und End Child Prostitution in Asian Tourism (ECPAT) aus Deutschland.

MISEREOR ist Mitglied von "ECPAT Deutschland - Arbeitsgemeinschaft gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern"
MISEREOR ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit von der Körperschaftssteuer befreit. Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt (pdf)