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Vater mit Kind

Endlich Kind sein dürfen

Februar 2012 - Kolumbien

 

Frauen und Mädchen Indien

Wie eine Strafe empfinden es kolumbianische Lehrer, wenn sie an einer der vielen Brennpunktschulen im Süden der Hauptstadt Bogotá arbeiten müssen. Während in den großen Klassen oft starke Unruhe herrscht, hört man draußen Schüsse fallen. Bandenkriminalität ist in der Stadtrandsiedlung San Cristóbal an der Tagesordnung.

80.000 arbeitende Kinder müssen in dieser Siedlung zum Familienunterhalt  beitragen, denn das Einkommen ihrer Eltern reicht nicht zum Überleben. Vor oder nach der Schule verkaufen sie auf der Straße Süßigkeiten oder Brot, sie nähen Putzlappen oder schuften in den Haushalten reicher Familien als Kindermädchen. Diese Arbeiten aber bieten ihnen keine Zukunft ohne Armut. Die Kinder leiden unter der Doppelbelastung und Perspektivlosigkeit. Viele verlockt daher das schnelle Geld. Sie rutschen ab in Kriminalität und Drogen.

Aufmerksamkeit und Zuneigung

„Gemeinsam wachsen“ heißt die Stiftung, die Kindern und Jugendlichen eine Perspektive aufzeigt und ihnen Kraft gibt, ihren Alltag zu bewältigen. In Nachhilfestunden bekommen sie Unterstützung bei Schulaufgaben, für die sonst kaum Zeit bleibt. Wer möchte, kann ein Handwerk erlernen.

Mädchen  Kolumbien
Fotos: Th. Lohnes

In den Räumlichkeiten der Stiftung herrscht eine besondere Atmosphäre, in der die Kinder wieder Kind sein dürfen: Hier können sie sich in der kurzen Freizeit mit Gleichaltrigen treffen, lernen, spielen, tanzen oder sogar Musik machen.

Für viele ist die warme Mahlzeit ein wichtiger Grund, ins Zentrum zu kommen. Doch die Kinder genießen vor allem die Aufmerksamkeit und Zuneigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die immer ein offenes Ohr für sie haben und ihnen mit Wertschätzung und Respekt begegnen.

So lernen sie schon früh, sich mit ihren vielen alltäglichen Problemen auseinanderzusetzen und sowohl eigene als auch gemeinschaftliche Lösungsstrategien zu entwickeln. Bildung und Kreativität sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass die Kinder irgendwann die Armut ihrer Eltern überwinden und das Elend der Slums hinter sich lassen können.

Kontoinformationen
Konto 10 10 10 MISEREOR
BLZ 370 601 93 PAX-Bank

Die Aktion „Miteinander Teilen“ unterstützt das Projekt mit 114.834 Euro.

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