
Fidèle Xyamunmgo lebte elf Jahre im Flüchtlingslager. Dort lernte sie ihren
Mann kennen, und dort wurden ihre drei Kinder geboren. Dann kehrte die Familie zurück ins Heimatdorf von Ehemann Bartélmy: „Der Bischof von Ruyigi ist in unser Lager gekommen und hat uns gebeten, zurück zu kommen. Er hat gesagt, dass wir ein Haus und etwas Land bekommen.“
Über 9.000 Häuser für zurückkehrende Flüchtlinge und andere benachteiligte Menschen hat die MISEREOR-Partnerorganisation SOPRAD in den letzten Jahren gebaut. Das Entwicklungsbüro der Diözese kümmert sich um die Menschen in der Diözese Ruyigi im Osten Burundis.
In dem ostafrikanischem Land tobte dreizehn Jahre ein brutaler Konflikt zwischen Hutu und Tutsi. Fast in jeder Familie kamen Menschen um – insgesamt 300.000. Seit 2003 herrscht Frieden. Doch die Folgen von Krieg, Flucht und Vertreibung machen den Überlebenden weiterhin zu schaffen.

Auch mit MISEREOR-Unterstützung ist der Start für die Rückkehrer schwer: eine Plastikplane, ein Liter Öl, etwas Getreide, die Kleidung, die sie am Körper tragen. Das war alles, was Fidèle und ihre Familie mitbrachte.

Zum Glück machten Geschichten wie die von Nachbarin Spécoise Nibizi Mut. Auch sie bekam ihr Haus mit Hilfe von SOPRAD. Seitdem ging es voran. Die kleinen Hilfen – Saatgut oder eine Ziege – fielen auf fruchtbaren Boden. Der
Dung der Ziege lässt Maniok und Bohnen besser wachsen. Ihr bescheidener Erfolg und die regelmäßigen Treffen bei SOPRAD haben sie selbstbewusster
werden lassen. Sie hat entdeckt, dass ihre Ideen so ansteckend sind wie ihr Lachen. Mittlerweile ist die Analphabetin für ihre Nachbarn ein Vorbild und eine Ratgeberin. Ihr nächstes Projekt: Sie möchte eine kleine Weide anlegen, auf der eine Kuh grasen kann. Und sie will alles tun, damit ihre Kinder weiter zur Schule gehen können.
Flüchtlingsarbeitet ist bei SOPRAD nachhaltige Projektarbeit. "Die Arbeit geht los, wenn die Leute zurück kehren" meint SOPRAD-Direktor Abbé Thadée. Die Organisation ist auf vielen Feldern aktiv: Landwirtschaft, Ressourcenschutz, Schulen, Gesundheitsstationen oder Nahrungsmittelhilfe sind nur einige davon. „Aber bei allen Aktivitäten ist der Aspekt der Versöhnung zentral“, erklärt uns Abbé Thadée, „wir bringen immer Hutus und Tutsis zusammen, ehemalige Flüchtlinge und Menschen, die nicht geflohen sind.“
So wie in Burundi unterstützt MISEREOR in vielen Ländern die Mutigen, die helfen, die Traumata von Massenmord und Vertreibung zu überwinden, damit der Frieden eine Chance bekommt. Zum Beispiel im Nachbarland Ruanda. Hier untersützt Misereor das "International Alert", dass sich um Völkermord- bzw. Kriegsüberlebende, Ex-Kombattanten, ehemalige Häftlinge und rückkehrende Flüchtlinge kümmert. Das Netzwerk will einen Beitrag zur nachhaltigen Versöhnung und zum friedlichen Zusammenleben in Ruanda leisten.

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Ein Flüchtling ist ein Mensch, der aus seinem Heimatland in ein anderes Land flieht. Die Zahl der Flüchtlinge weltweit wird von der UN auf über 40 Millionen geschätzt. Binnenflüchtlinge sind Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes von einem Ort an einen anderen fliehen.