Partnerschaft ist ein Begriff, der MISEREOR seit seiner Gründung begleitet. Denn MISEREOR ist nicht selbst in Entwicklungsprojekten tätig, sondern unterstützt die Arbeit von meist einheimischen Partnerorganisationen in den Ländern des Südens. Aber wie gut gelingt uns Partnerschaft? Was spüren die Partner im Süden davon?
Das 50-jährige Bestehen von MISEREOR war ein guter Anlass um zu überprüfen, wie MISEREOR sein Verständnis von Partnerschaft in die Praxis umsetzt und was dadurch bewirkt wird. Deshalb hat MISEREOR eine Querschnittsevaluierung mit dem Titel „Gestaltung und Wirkungen partnerschaftlicher Prozesse in der Projektarbeit von MISEREOR“ durchgeführt.
Das Fazit: Partnerschaft wird für MISEREOR und seine Partner auf vielfältige Weise erlebbar – in den persönlichen Kontakten, im gemeinsamen Suchen nach wirksamen Ansätzen, im Austausch miteinander und im flexiblen Eingehen auf Bedarfe der Partnerorganisationen wie der Armen selbst. Und Partnerschaft zeigt Wirkungen: Das partnerschaftliche Handeln von MISEREOR stärkt kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen im Süden in ihrer Rolle, Entwicklungsprozesse der Armen zu unterstützen. Es stärkt die Kompetenz der Akteure vor Ort und erweitert Handlungsspielräume. So nützt es letztendlich den Armen. Auf unseren partnerschaftlichen Ansatz können wir zu Recht stolz sein.
Aber Partnerschaft hat auch Grenzen: Während der Projektdurchführung wird Misereor von seinen Partnern im Süden manchmal auch wenig partnerschaftlich erlebt – als Geldgeber mit festen Abwicklungsregeln und wenig Flexibilität. Hier kann die Konsequenz für MISEREOR nicht sein, die Regeln zu lockern. Denn MISEREOR ist nur Treuhänder für die Mittel die wir erhalten – von vielen einzelnen Spenderinnen und Spendern ebenso wie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und von der katholischen Kirche in Deutschland. Aber wir haben gelernt, dass wir besser vermitteln müssen, warum unsere Flexibilität Grenzen hat und unter welchen Verpflichtungen wir selbst stehen. Wir hoffen, dass uns das in Zukunft (noch) besser gelingt. Unser Qualitätsmanagementsystem soll uns dabei helfen.
Die wichtigsten Ergebnisse der Evaluierung und die Schlussfolgerungen von MISEREOR daraus finden Sie zum Download hier