(Aachen/Berlin, 28.11.2010) Zu Beginn der 17. UN-Klimakonferenz in Durban warnt MISEREOR Hauptgeschäftsführer Josef Sayer davor, die Lösung der Klima- und Entwicklungskrise weiter aufzuschieben: "Dieses Vertagen kostet Menschenleben!" Auch wenn der große Wurf in Durban noch nicht zu erwarten sei, so sollte doch alles dafür getan werden, dass es bald zu umfassenden Einigungen komme. "Ein ambitioniertes und bindendes Klimaabkommen darf nicht durch die Finanzkrise in den Hintergrund gedrängt werden. Dadurch kann es zu unumkehrbaren Prozessen im Klimasystem kommen, deren Folgen langfristig verheerend sein werden."
"Die Zeit zum Taktieren ist längst vorbei", mahnt Sayer. "Die Folgen des Klimawandels sind für viele unserer Projektpartner im Süden jetzt schon spürbar. Sie sehen tagtäglich die Veränderungen in ihrer Umwelt, kämpfen mit Dürren und Überflutungen. Am meisten leiden die Ärmsten der Armen! Ihnen fehlen die Ressourcen, um sich gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen." Trotzdem hätten die Betroffenen des Klimawandels in den derzeitigen Verhandlungen kaum eine Stimme.
MISEREOR möchte hier eine Lücke schließen und lädt afrikanische Partnerorganisationen zu einem Workshop nach Durban ein. "Wir werden mit unseren Partnern erarbeiten, wie die Verhandlungen funktionieren und wie sie darauf Einfluss nehmen können", so Anika Schroeder, MISEREOR-Referentin für Klimawandel und Entwicklung. Dies helfe den Partnern auch dabei, falsche Lösungen im Klimaschutz zu verhindern. Zum Beispiel in der Land- und Forstwirtschaft. "Hier darf der Klimaschutz nicht in den Emissionshandel integriert werden. Denn dadurch wird Land noch interessanter für internationale Investoren. Das könnte den globalen Trend des Landgrabbing weiter verschärfen", so Schroeder.
MISEREOR fordert:
Hintergründe, aktuelle Analysen und persönliche Eindrücke vom Klimagipfel der MISEREOR-Referentin Anika Schroeder finden Sie hier
Ab Mittwoch steht unsere Referentin für Klimawandel und Entwicklung sowie diverse MISEREOR-Partner in Durban für Interviews zur Verfügung.
Anika Schroeder, Referentin für Klimawandel und Entwicklung, Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR, Mail: schroeder(at)misereor.de; Mobil: 0049-(0)176-20600634 +27 (0)73 9575939
Daniela Singhal, MISEREOR Pressestelle, Mail: singhal(at)misereor.de, Tel.: 0241-442 140