(Aachen, 29. Juli 2010). Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht! MISEREOR begrüßt die Annahme der Resolution zum Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen. „Dass das Recht auf sauberes Wasser und sanitäre Grundversorgung von der UN-Vollversammlung offiziell als Menschenrecht anerkannt wird, ist ein großer Schritt nach vorne“, so MISEREOR-Menschenrechtsexpertin Elisabeth Strohscheidt.
Zusammen mit anderen Entwicklungsorganisationen engagierte sich MISEREOR unter anderem im Forum Menschenrechte immer wieder für eine Stärkung dieses überlebenswichtigen Rechts. „Für alle zugängliches, sauberes Wasser und eine sanitäre Grundversorgung sind Voraussetzung, um eine ganze Reihe von Menschenrechten wahrnehmen zu können, darunter die Rechte auf Nahrung und Gesundheit, aber auch auf Bildung“, so Strohscheidt.
„Die Annahme der Resolution ist ein wichtiges Zeichen, das sich auch an die Verantwortlichen richtet, die nötigen Mittel freizugeben um sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen bereitzustellen! Es ist gut, dass die Vollversammlung kurz vor dem UN-Gipfel zu den Millenniums-Entwicklungszielen im September 2010 diese Resolution verabschiedet hat. Sie bringt uns hoffentlich der Erfüllung dieser Ziele ein Stück näher“.
Gestern hatten die Vereinten Nationen in New York das Recht auf sauberes Wasser und sanitäre Grundversorgung als ein Menschenrecht bekräftigt. 122 Mitglieder hatten in der UN-Vollversammlung für die von Bolivien eingebrachte Resolution gestimmt, darunter auch Deutschland, das sich seit einigen Jahren bereits mit Engagement für eine Stärkung dieses Rechtes einsetzt.
Gegenstimmen gab es keine. Allerdings enthielten sich 41 Länder der Stimme, darunter die Vereinigten Staaten und einige andere westliche Länder. Geschätzte 884 Millionen Menschen weltweit haben laut UN keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als 2,6 Milliarden haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Aufgrund der schlechten Wasserqualität und mangelnder Hygiene sterben Studien zufolge pro Jahr rund 1,5 Mio. Kinder unter fünf Jahren. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen schätzt, dass jeden Tag weltweit knapp 5.000 Kinder an Durchfallerkrankungen sterben. In Armut lebende Familien sind besonders häufig betroffen.
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