(Aachen, 25.11.2011) Das katholische Entwicklungshilfswerk MISEREOR hat an die politische Führung der Demokratischen Republik Kongo und die internationale Gemeinschaft appelliert, alles dafür zu tun, dass die für Anfang kommender Woche angesetzten Präsidenten- und Abgeordnetenwahlen in dem zentralafrikanischen Land ordnungsgemäß und glaubwürdig verlaufen. "Sollten die Wahlen wider Erwarten nicht stattfinden, droht ein neuer Krieg aller gegen alle", sagte Raoul Bagopha, MISEREOR-Länderreferent für den Kongo. "In dem Land sind viel zu viele Waffen illegal im Umlauf. Auf die Sicherheitskräfte ist kein Verlass. Ehemalige Rebellenkämpfer sind schnell wieder mobilisierbar."
In dem zunehmend angespannten und aggressiven politischen Klima seit der offiziellen Eröffnung des Wahlkampfs am 28. Oktober könnten die gewaltbereiten politischen Kräfte immer mehr Zulauf erhalten. "Diese Gefahr gilt es zu bannen. Das ist der sehnlichste Wunsch der kriegsmüden Kongolesen", warnte Bagopha. Angesichts der enttäuschten Erwartungen nach den Wahlen von 2006 machten sich viele von ihnen keine Illusionen über die anstehenden Wahlen. Die Menschen im Kongo hätten seit 2006 leider lernen müssen, dass Wahlen alleine dem Hunger und der Armut kein Ende machten. Ungeachtet dessen setze eine breite Mehrheit der Bevölkerung auf reguläre Wahlen, damit kein innenpolitisches Chaos ausbricht. Denn dieses würde die Hunger- und Armutskrise, in der der Kongo - trotz seiner großen Rohstoffvorkommen - steckt, verschärfen, betonte der MISEREOR-Experte.
Den Wunsch der meisten Bürger nach Frieden teilt die Katholische Kirche im Kongo, die unermüdlich zum Gewaltverzicht aufruft und nach Einschätzung von MISEREOR eine Schlüsselrolle im Demokratisierungsprozess spielt: "Sie hat das Vertrauen der Bevölkerung und bildet nicht nur mehr als 30.000 einheimische unabhängige Wahlbeobachter für den bevorstehenden Urnengang aus. Sie hilft auch Millionen von Bürgern durch landesweite Aufklärungskampagnen beim besseren Verständnis der Wahl. Sie stellt ihr Personal für die Unterstützung des Wahlprozesses zur Verfügung und leistet logistische Hilfestellung", sagte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer, der erst vor kurzem den Kongo besucht hat. Diese Aktivitäten fördert MISEREOR über die kongolesische Bischofskonferenz.
Darüber hinaus unterstützt MISEREOR verschiedene zivilgesellschaftliche Akteure, die einen Beitrag zur Gewaltprävention und zum Aufbau einer funktionierenden Demokratie im Kongo leisten wollen. Dazu gehört der Bürgerfunk "Radio Maendeleo", der in der für Unruhen anfälligen Provinz Süd-Kivu eine gesellschaftspolitisch wichtige Rolle spielt. Mit dem Sender stärkt das katholische Hilfswerk ein Bollwerk gegen Manipulation und Gewalt im Zuge des Wahlprozesses und fördert die Meinungsfreiheit und einen fairen politischen Wettbewerb.
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