(Aachen, 6.12.2011) Vergangene Woche töten die linksgerichteten "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" FARC-EP vier langjährige Geiseln. Das katholische Entwicklungshilfswerk MISEREOR verurteilte die Ermordung aufs Schärfste und forderte das Ende der Straflosigkeit und eine ernsthafte Verhandlungslösung im kolumbianischen Guerillakrieg.
"Die Verantwortlichen müssen von der kolumbianischen Justiz zur Rechenschaft gezogen werden. Solche skrupellosen Verbrechen dürfen nicht straflos bleiben, sonst wird es immer wieder zu derlei Menschenrechtsverletzungen kommen", sagte MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. Die Guerilla müsse endlich alle übrigen Geiseln bedingungslos freilassen und den bewaffneten Kampf sowie die permanenten Verletzungen des humanitären Völkerrechts endlich beenden. "Vor allem die Zivilbevölkerung leidet extrem unter dem Jahrzehnte andauernden Konflikt", so Bröckelmann-Simon. Gleichzeitig appelliert er an die kolumbianische Regierung, sich ernsthaft um eine Verhandlungslösung zu bemühen.
Auch die kolumbianische Bischofskonferenz verurteilte die Ermordung der vier Geiseln als Akt der Unmenschlichkeit und mahnte die Konfliktparteien, die humanitären Prinzipien zu wahren und den bewaffneten Konflikt baldmöglichst zu beenden.
"Die einzige Möglichkeit, dass keine weiteren Verbrechen mehr gegen entführte Personen begangen werden, ist die Aufnahme eines Dialogs und die Beauftragung von Verhandlungsführern", sagte der Erzbischof von Cali, Darío de Jesús Monsalve Mejía in einem Interview. Man müsse sich von dem Glauben verabschieden, dass der kolumbianische Konflikt nur durch die Auslöschung des Gegners gelöst werden könne. Gleichzeitig fordert er beide Konfliktparteien auf, das menschliche Leben als höchstes Gut zu respektieren.
MISEREOR ruft dazu auf, ernsthaft nach alternativen Lösungen für den bewaffneten Konflikt zu suchen. Das Hilfswerk engagiert sich seit vielen Jahren mit seinen kolumbianischen Partnern für eine friedliche Lösung des seit Jahrzehnten andauernden Konfliktes in Kolumbien ein. So unterstützt das Hilfswerk unter anderem die Nationale Sozialpastoral, die sich insbesondere für die Rechte der Opfer des Konflikts einsetzt. "Ein dauerhafter Frieden muss weiter angestrebt und mit der Schaffung von mehr sozialer Gerechtigkeit in Kolumbien verbunden werden", so Martin Bröckelmann-Simon.