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Erdbeben in Haiti: MISEREOR-Bilanz zum Jahrestag

© Kopp/MISEREOR

(Aachen/Berlin, 9.1.2012) Zwei Jahre nach dem Erdbeben in Haiti am 12. Januar 2010 zieht das katholische Entwicklungshilfswerk MISEREOR eine positive Bilanz seiner Arbeit im Karibikstaat. MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer dankt allen Spenderinnen und Spendern für ihre große Solidarität mit den Opfern des Erdbebens. "Das Land war schon vor dem Beben durch extreme Armut und eine kaum funktionierende Regierung gekennzeichnet. Dies forderte besondere Anstrengungen beim Wiederaufbau", so Josef Sayer. "MISEREOR machte dabei mit seinen 40 Partnerorganisationen die Erfahrung, dass die solidarische Hilfe aus Deutschland zu echter Selbsthilfe führte. In den Projekten legten die Haitianerinnen und Haitianer Hand an und schafften Zeichen der Hoffnung."

Seit dem Erdbeben im Januar 2010 hat MISEREOR für Haiti rund 9,2 Millionen Euro bewilligt. Mit insgesamt 122 Projekten unterstützt das Hilfswerk haitianische Partner bei der Bewältigung der Erdbebenfolgen. So konnte unter anderem die prekäre Ernährungssituation vieler Flüchtlinge, die aus dem zerstörten Port-au-Prince in ihre Heimatdörfer zurückkehrten, durch landwirtschaftliche Projekte bewältigt werden. "Wir haben auch Soforthilfe mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Notunterkünften geleistet. Aber schon von Anfang an ging es ebenso darum, wie den Erdbebenopfern mittel- und langfristig geholfen werden kann", so MISEREOR-Referent Hans Maier. "Im Katastrophenfall bewährte sich, dass MISEREOR in Haiti über viele Jahre ein solides Partnernetzwerk geschaffen hat. Mit ihm konnte unmittelbar Hilfe geleistet und ebenso ein Wiederaufbauprogramm für Wohnraum umgesetzt werden." 2,5 Millionen Euro wurden für dieses Programm in vier ländlichen, vom Erdbeben betroffenen Regionen im Südwesten Haitis bewilligt. "Die Menschen wurden in Kursen befähigt und dabei unterstützt, erdbebensichere Häuser zu errichten, wobei auch an alte Traditionen angeknüpft wurde. Das gibt ihnen Stolz, Selbstvertrauen und Hoffnung zurück!"

Weiterhin problematisch seien jedoch die Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau in Port-au-Prince: "Es mangelt an einer handlungsfähigen öffentlichen, ordnenden Autorität. Das verzögert vor allem den Wiederaufbau in der Hauptstadt", so Hans Maier. Vor allem Korruption und ausufernde Bürokratie erschwerten die Arbeit.

Im kommenden Jahr plant MISEREOR den Aufbau von zerstörten Schulen im Einzugsgebiet von Port-au-Prince. In einer ersten Phase ist der Bau von Grundschulen für rund 1,5 Millionen Euro vorgesehen.

"Mit unseren Partnern werden wir uns weiterhin für eine nachhaltige Entwicklung Haitis einsetzen", so MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer. "Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft Druck auf die politisch Verantwortlichen in Haiti ausübt, so dass so schnell wie möglich die erforderlichen Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen Wiederaufbau geschaffen werden."


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Hinweis an die Redaktionen:

Eine detaillierte Auflistung der MISEREOR-Hilfe in Haiti finden Sie auf der Webseite des Bündnis Entwicklung hilft

Ansprechpartnerin zum Thema:

MISEREOR, Daniela Singhal
Tel: 030/44351988
Mobil: 0170/5746417