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Dürre auch in Westafrika

MISEREOR warnt vor einer zweiten Hungerkrise


(Aachen 15.11.2011) - Während die Welt auf die Hungersnot in Ostafrika schaut, kündigt sich in Westafrika eine weitere Katastrophe an. Auch hier droht das chronische Problem der Mangelernährung in eine Hungersnot umzuschlagen. "Die dramatischen Berichte unserer Partner nehmen zu", sagt Dorothee Klüppel, Leiterin der Afrika-Abteilung bei MISEREOR. Insbesondere im Niger, im Tschad in Burkina Faso und in Mali setzte die Regenzeit in diesem Jahr stark verspätet. Teilweise fiel sie komplett aus, was zu enormen Ernteausfällen führte. "In Burkina Faso sind weite Teile der Anbauflächen nach monatelanger Dürre nicht nutzbar", so Klüppel. "In den Provinzen Banwa und Kossi sind die Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais, Hirse oder Reis innerhalb der vergangenen Monate um über 60 Prozent gestiegen."

In Burkina Faso sind bereits heute 36 Prozent der Bevölkerung mangelernährt. Kleinbauern und Nomaden droht der Hunger. Vor allem die kommenden Trockenmonate zwischen Februar und September 2012 werden für die Menschen extrem hart. Partner von MISEREOR gehen davon aus, dass zehn der 13 Regionen des Landes vom Hunger betroffen sein werden.

"Um eine Katastrophe wie in Ostafrika zu verhindern, müssen wir jetzt handeln", fordert Klüppel. Damit den Bauern und Viehhirten in dieser sich stetig zuspitzenden Situation unmittelbar geholfen werden kann, benötigen sie Unterstützung bei der Vermarktung der ihnen noch verbleibenden Tiere, bevor diese massiv an Wert verlieren. Zusätzlich müssen die Staaten Westafrikas bei ihren Anstrengungen, die Vorratshaltung von Grundnahrungsmitteln zu erhöhen, unterstützt werden. "Hier ist auch die deutsche Bundesregierung als wichtiger Geber gefordert", so Klüppel. Um mittelfristig die Situation für die Menschen zu verbessern, bedarf es massiver zusätzlicher Investitionen in die lokalen Produktionssysteme und in Sicherheitsnetze.

MISEREOR unterstützt die Partner in der Region bei der Wiedernutzbarmachung von degradierten Landflächen und der lokal angepassten Wassernutzung.


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