Erzbischof Werner Thissen zum 70. Geburtstag
Als engagierten Fürsprecher für die Armen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien hat der Hauptgeschäftsführer von MISEREOR, Josef Sayer, den Hamburger Erzbischof Werner Thissen gewürdigt. Anlässlich des 70. Geburtstages von Erzbischof Thissen am Mittwoch, den 03. Dezember 2008, sagte Sayer, der Bischof sei ein beständiger Mahner für mehr Solidarität und Gerechtigkeit in der Welt. Er scheue auch nicht vor Kritik an prominenter Stelle, wenn er zum Beispiel hochrangige Politiker auf ihre Mitverantwortung bei der Armutsbekämpfung hinweise und die längst versprochene Erhöhung des Entwicklungshilfeetats auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes anmahne.
Thissen rede in seiner Funktion als Vorsitzender der "Kommission für Entwicklungsfragen der Deutschen Bischofskonferenz" und damit als MISEREOR-Bischof in unvergleichlicher Weise "den Mächtigen ins Gewissen", so wie es dem Gründungsauftrag von MISEREOR entspreche. Mit seinen profunden theologischen Kenntnissen fordere der Erzbischof von Regierungsverantwortlichen wie Bundeskanzlerin Merkel oder dem britischen Premier Brown mehr Verantwortung bei der weltweiten Armutsbekämpfung und die Einhaltung der Millenniumsziele. "Er
scheut aber auch nicht den Besuch in einem Großstadtslum im Süden, wo er sich mit eigenen Augen ein Bild von den bedrückenden Lebensumständen vieler Armen macht. Zugleich eignet er sich das Wissen um die globalen Zusammenhänge an und setzt sich dafür ein, dass Konsequenzen aus dem Klimawandel und dessen dramatischen Folgen
für die Armen im Süden gezogen werden", sagte Sayer am Freitag in Aachen. "Er verstärkt die Stimme der Armen, damit sie Gehör finden. Erzbischof Thissen ist einer, der dies in vorbildlicher Weise tut. Dafür sind wir ihm alle sehr dankbar".
Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen leitet seit 2000 die für MISEREOR zuständige Kommission für Entwicklungsfragen der deutschen Bischofskonferenz. Als Vorsitzender des höchsten Leitungsgremiums des bischöflichen Hilfswerks verantwortet er als "MISEREOR-Bischof" die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien und die damit verbundenen Geldmittel. Das sind pro Jahr rund 150 Millionen Euro; zur Zeit fördert MISEREOR damit rund 5000 Projekte. Förderschwerpunkte sind neben den klassischen Entwicklungsprojekten in den Bereichen ländliche Entwicklung, Gesundheit und Bildung in zunehmender Weise die Förderung von Demokratie, Partizipation und Mikrofinanzen, die Einhaltung der Menschenrechte sowie Korruptionsbekämpfung.








