Wasser

Die Menge Wasser, die jedes Jahr von den Landmassen abfließt, beträgt ca. 39.000 km³. Davon versickert 2/3 im Boden und wird dort zu Grundwasser.

Insgesamt sind die Wasservorkommen auf der Erde groß. Der Anteil des verfügbaren und für den Menschen verwendbaren Wassers umfasst einen äußerst geringen Bruchteil. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich der Wasserverbrauch in den kommenden 25 Jahren um das 6-fache des derzeitigen Niveaus steigern wird.

Von Wassermangel sprechen wir dort, wo das verfügbare Süßwasserangebot je Bewohner und Jahr unter 1.700 m3 liegt.Wasserknappheit herrscht da, wo das Angebot die 1.000 m³-Grenze unterschreitet. Weltweit besitzen rund 1,2 Milliarden Menschen nur sehr unzureichenden Zugang zu Trinkwasser. Bis 2025 könnenes nach Schätzungen der UN sechs mal mehr Menschen sein.

  • Mit Wassermangel einher gehen fast 80% aller Krankheiten in den Entwicklungsländern. Schlechte sanitäre Versorgung kostet jährlich zwölf Millionen Menschen das Leben.
  • Aufgrund fehlenden Wassers entstehen erhebliche Ernährungsprobleme. Wassermangel ist eine Ursache bedrohlicher zwischenstaatlicher und innerstaatlicher Konflikte.
  • Wassermangel ist ein Auslöser für Landflucht und das sprunghafte Anwachsen der Metropolen.
  • Wassermangel motiviert Raubbau an der Natur und die Zerstörung natürlicher Ressourcen.
  • Wasserverfügbarkeit wird zum Instrument der Macht und der Unterdrückung.

Die größte Wassermenge benötigen die Menschen für die Landwirtschaft
Die Mehrzahl der weltweit landwirtschaftlich genutzten Böden brauchen eine künstliche Bewässerung. Fiele sie aus, senkte dies die Erträge in erheblichem Maße oder machte die landwirtschaftliche Nutzung an sich unmöglich. Gerade wo das Wasserangebot knapp ist, in den ariden und semiariden Zonen, besteht der höchste Bedarf an Bewässerung.

Um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten, ist eine jährliche Steigerung der Nahrungsmittelpro- duktion von etwa 2% notwendig. Damit gelänge es lediglich, den derzeit erreichten Status aufrecht zu erhalten. Experten gehen davon aus, dass 1,5 Milliarden Menschen unzureichend oder schlecht ernährt sind. Um die Bevölkerung der Welt heute und in Zukunft mit Nahrungsmitteln zu versorgen, ist eine kontinuierliche Steigerung der Anbauflächen zur Produktionssteigerung unumgänglich. Damit wird der Anteil des heute schon genutzten Wassers in diesem Sektor noch einmal erhebliche Steigerungen erfahren.

Gleichzeitig nutzen einige Länder die vorhandenen Wasserressourcen in einem das Erneuerungspotential deutlich und teilweise um das Vielfache überschreitende Ausmaß. Libyen zum Beispiel verbraucht fast vier mal mehr Wasser als Niederschläge die vorhandenen Grundwasserressourcen wieder auffüllen können. Israel, der Westen der USA, Marokko, der Senegal und der Jemen sind weitere Regionen, die ihren Wasserhaushalt ins Ungleichgewicht bringen.

Gleichzeitig führt unsachgemäße Bewässerung in hohem Ausmaß zur Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen. Riesige Gebiete versalzen durch Ablagerung gebundener Mineralien und werden dauerhaft unbrauchbar für jede Form agrarwirtschaftlicher Nutzung.

Kontakt

Jean-Gerard Pankert
0241 442-272

zum Kontaktformular

Broschüre bestellen

Die Broschüre "Die globale Wasserkrise - Plädoyer für eine nachhaltige Wasserpolitik" können Sie hier bestellen