Partizipation

"Hilfe zur Selbsthilfe" -  dieser Grundsatz der Entwicklungszusammenarbeit ist allgemein anerkannt. Dahinter steht die Überzeugung, dass Entwicklung nicht nur wirkungsvoller verläuft, sondern es auch der Würde des Menschen entspricht, wenn er sein Schicksal selbst gestaltet.

Beteiligung meint mehr als Mitarbeit bei technischen Problemlösungen. Sie ist eine politische Grundforderung, die auf allen Ebenen der (Welt-) Gesellschaft gilt: von internationalen Institutionen bis zu Nationalparlamenten; von der Zentralregierung bis zu städtischen Kommunen und Dorfräten; von Parteien über Gewerkschaften, Verbände und Frauenorganisationen bis hin zu Menschenrechtsgruppen. Häufig aber behindern oder instrumentalisieren die jeweiligen Machthaber die aktive Bürgerbeteiligung. Und gerade den Armen fehlt der Zugang, auch wenn sie die Bevölkerungsmehrheit stellen.

Zur Beteiligung befähigen
Deshalb ist es unerlässlich, die Organisationsfähigkeit, das politische Bewusstsein und die fachliche Kompetenz der armen Bevölkerungsgruppen zu stärken. Denn Demokratie und nachhaltige Entwicklung gehen Hand in Hand. Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Kirchen spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie helfen den Armen, ihre Anliegen zu artikulieren und gegenüber den politisch Verantwortlichen einzufordern.

Zentrale Rolle in MISEREOR-Arbeit
Zivilgesellschaftliche Beteiligung (Partizipation) spielt sowohl in der Projekt- als auch in der Lobbyarbeit MISEREORs eine zentrale Rolle - als politische Fortsetzung des ursprünglichen Mottos der "Hilfe zur Selbsthilfe".
Partizipation bedeuten  ‚Entwicklung von unten’ oder auch 'Entwicklung durch die Armen'. Sie ist sowohl selber ein Ziel entwicklungspolitischen Handelns als auch ein Prinzip und Instrument zur Armutsbekämpfung und Demokratieförderung.

Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung
In der Projektpraxis zeigt sich neben Projekten, in denen es explizit um die Förderung von Partizipation geht, in wachsendem Maße die Tendenz, dass wirksame Beteiligung der Betroffenen an politischen Entscheidungen und Prozessen auch in klassischen Sektoren wie ländliche Entwicklung, Wohnen, Gesundheit oder Bildung als Schlüsselfaktor für eine effiziente nachhaltige und selbstbestimmte Entwicklung angesehen wird.

Aktuelles Diskussionspapier
Was versteht MISEREOR unter zivilgesellschaftlicher Beteiligung, und welche besonderen Herausforderungen ergeben sich daraus für die armutsorientierte Entwicklungszusammenarbeit?

Bausteine für erfolgreiche Beteiligung
Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger können sehr unterschiedlich sein.

Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft 
Am 21.4.08 fand zu diesem Thema ein Fachgespräch in der MISEREOR-Geschäftsstelle in Aachen statt. Die Dokumentation des Gesprächs finden Sie hier. 

Studie
Wie fördert MISEREOR Zivilgesellschaftliche Beteiligung?

Stolpersteine und offene Fragen
Es gibt aber auch eine Reihe von Faktoren, die bei der Entfaltung von Bürgerbeteiligung hinderlich sind...

©MISEREOR