Hunger bekämpfen

Weltweit hungern eine knappe Milliarde Menschen, und die natürlichen Ressourcen sind bedroht. Deshalb ist das Themenfeld 'Ernährung - Landnutzung - Umwelt' traditionell und langfristig ein Schwerpunkt Misereors in der Projektarbeit.

Hunger ist nicht in erster Linie eine Frage der ausreichenden Nahrungsmittelerzeugung, sondern eine Frage der Möglichkeiten der Menschen, Nahrungsmittel zu kaufen oder selbst zu erzeugen. Widersprüchlich erscheint, dass Hunger gerade unter Landarbeiter- und Bauernfamilien besonders verbreitet ist. Von den weltweit 1,2 Mrd Menschen, die extrem arm sind, leben drei Viertel auf dem Land.

Vielen Menschen wird der Zugang zu lebens- und entwicklungswichtigen Ressourcen (wie Land, Wasser, Weide etc.) verwehrt. Andere verlieren ihre Ressourcen, weil sie von ihrem Land vertrieben werden, weil die Böden unfruchtbar geworden und die Wasserquellen versiegt sind, weil Pflanzen- und Tierarten verschwinden, weil ihnen traditionelle Nutzungsrechte  und lokale Märkte streitig gemacht werden. Hier spielen nationale und auch internationale Rahmenbedingungen eine Rolle. Die Intensivierung der Landwirtschaft durch die Grüne- und jetzt "Gen-Revolution", die Ermöglichung der Patentierung von Saatgut sowie die undifferenzierte Liberalisierung des weltweiten Agrarhandels wirken sich negativ auf die kleinbäuerliche Landwirtschaft aus, die maßgeblich zur Produktion von Grundnahrungsmitteln beiträgt.

In der Regel geht die ‚Modernisierung‘ der Landwirtschaft mit einer hohen Landkonzentration einher. Hunger ist so das Ergebnis ungerechter Verteilung von strategischen Ressourcen. Wo das Recht sich selbst zu ernähren durch fehlenden oder unzureichenden Zugang der Menschen zu strategischen Ressourcen systematisch verhindert wird, werden elementare wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte verletzt.

Vor diesem Hintergrund vertritt MISEREOR eine Förderpolitik, die Aspekte der nachhaltigen Nutzung der Ressourcen mit dem Recht auf Zugang zu Ressourcen verbindet. Die Befähigung der ländlichen Bevölkerung, ihre Interessen zu vertreten und die politischen Rahmenbedingungen zu beeinflussen nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein. Ergänzt wird dies durch Bewusstseinsbildung und Lobbyarbeit im Norden.

Kontakt

Anja Mertinteit 
0241 442-417

Heinz Oelers
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Weltagrarbericht

Im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltbank faßten 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Stand des globalen Wissens über die Landwirtschaft, ihre Geschichte und Zukunft zusammen. 58 Regierungen verabschiedeten die Zuammenfassung der Ergebnisse. Sie sind unbequem und alarmierend, warnen vor Irrwegen und zeigen Auswege.
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