Artikel-Schlagworte: „Uganda“

12
Mrz

Kony in den Köpfen

Von Daniela Singhal

Die Webkampagne “Kony 2012″ jagt den afrikanischen Rebellenführer Joseph Kony. Eine umstrittene Kampagne. Unumstritten ist: Im Norden Ugandas leiden die Menschen noch heute unter den Folgen der Schreckensherrschaft Konys. 

Die Schüler in der Sankt Judes Grundschule berichten von ihren traumatischen Erlebnissen während des Bürgerkriedes in Norduganda. An der Schule werden Lehrer eingesetzt, die in einem von MISEREOR geförderten Projekt zu psychologischen Beratern ausgebildet wurden.

Die Schüler in der Sankt Judes Grundschule berichten von ihren traumatischen Erlebnissen während des Bürgerkriedes in Norduganda. An der Schule werden Lehrer eingesetzt, die in einem von MISEREOR geförderten Projekt zu psychologischen Beratern ausgebildet wurden.

Im April 2011 besuchte ich zusammen mit einem Fotografen und einer Journalistin die Region Gulu. Über 20 Jahre bekämpften sich hier das ugandische Militär und die paramilitärische Gruppe ‚Lord’s Resistance Army‘ (LRA). Unser Reiseplan rief einige Skeptiker auf den Plan: Was wollt ihr denn dort? Der Krieg ist doch schon lange vorbei, Kony und seine Rebellen haben die Region verlassen, die Flüchtlingscamps sind geräumt, es gibt nichts zu sehen. Es gibt Frieden. Wirklich? (weiterlesen…)

23
Apr

Afojo! Ostergrüße aus Acholiland

Von Daniela Singhal

Endlich Ferien! Nicht nur in Deutschland freuen sich die Schüler auf die schulfreie Zeit, sondern auch im Norden Ugandas.  Die meisten Kinder in dieser Region leiden immer noch unter den Folgen des vor sechs Jahren beendeten Bürgerkriegs.

Abschlussfest vor den Osterferien in der Laroo-Internatsschule in Gulu

Besuch in der Laroo-Internatsschule in der Provinz Gulu im Norden Ugandas: Es ist der letzte Schultag vor den Osterfeiertagen. Die rund 600 Schüler sitzen auf dem staubig-sandigen Boden vor dem Schulgebäude, die meisten von ihnen tragen leuchtend gelbe T-Shirts. Die Sonne brennt vom Himmel, Schatten gibt es wenig. Dennoch warten die Kinder geduldig auf das, was gleich kommen wird. Ein paar tuscheln aufgeregt und begutachten neugierig die Besucher aus Deutschland. Dann hallt der schrille Ton einer Trillerpfeife über den Platz, augenblicklich ist Ruhe, eine Gruppe älterer Schüler bewegt sich tanzend auf den Platz. Ein Mädchen in der ersten Reihe gibt mit lauten Rufen den Takt vor. Die Gruppe tanzt einen traditionellen Tanz der Acholi, der größten Volksgruppe der Region. Die Schüler bewegen sich ausgelassen, ekstatisch, einige haben die Augen geschlossen. Der Tanz dauert über eine halbe Stunde. (weiterlesen…)

21
Apr

„Walk to Work“ – Proteste gegen hohe Lebensmittelpreise in Uganda

Von Daniela Singhal

 

 

Mit wenig auskommen: Für viele Menschen in Uganda sind die gestiegenen Preise ein großes Problem.

Libyen, Tunesien, Ägypten -  der Fokus der Weltöffentlichkeit liegt gerade vor allem auf dem Norden Afrikas. Dabei machen sich die Konflikte des Nordens auch im Osten des Kontinentes bemerkbar. Zum Beispiel in Uganda: seit einigen Monaten explodieren hier die Benzin- und Lebensmittelpreise. Leidtragende sind vor allem die Armen des Landes, die sowieso schon wenig haben. In ihrer Verzweiflung gehen die Menschen auf die Straße und protestieren. „Walk to work“ nennen sie ihren Protest: Hunderte verzichten auf Autos und Busse und laufen zu Fuß zur Arbeit. Ugandas Präsident Museveni hält davon wenig. Sein Militär schießt mit Tränengas auf die Demonstranten.

 

Wir sind auf dem Weg von Entebbe nach Kampala, eine ruhige Fahrt durch das hügelige, grüne Umland der ugandischen Hauptstadt. Als wir an einer Tankstelle vorbei kommen sagt unser Fahrer Robert „Schaut Euch die Preise an, das ist verrückt. Das kann sich niemand mehr leisten.“ 3500 Uganda-Schilling kostet ein Liter Benzin. Das sind umgerechnet rund 1,10 Euro. Im Februar waren es noch 2900 Schilling, also umgerechnet rund 80 Cent. „Alles ist teurer geworden, fast doppelt so teuer wie vor ein paar Monaten“, so Robert. „Sogar die Preise für Matoke sind explodiert.“ Matoke, das sind Kochbananen. Das ugandische Nationalgericht. An einer Kreuzung biegen wir von unserem eigentlichen Weg ab. Vor uns stauen sich die Autos, ein paar Meter weiter patroullieren zwei blaue Panzer der Polizei. „Wir warten lieber ab, bis sich das aufgelöst hat“, sagt Robert. „Die Polizei ist gerade nicht berechenbar.“ (weiterlesen…)

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