…das Postfach meldet eine neue Studie nach der anderen und füllt sich mit Veranstaltungseinladungen aus aller Welt, die alle an einem Ort stattfinden: in Durban! Parallel klingelt das Telefon am laufenden Band und ich sehe die KollegInnen von der Presseabteilung an einem Tag häufiger als sonst in einem Monat. Während Abrechnungen der letzten Dienstreise anstehen, plane ich schon die nächste. Eindeutig: Es ist Ende November – die alljährliche Klimakonferenz steht an! Und wieder mache ich für MISEREOR den Zirkus mit. Warum eigentlich?
Vor bald 20 Jahren wurde in Rio de Janeiro auf dem Erdgipfel zu Nachhaltiger Entwicklung beschlossen, die globale Erwärmung zu bekämpfen. Seitdem finden Klimakonferenzen auf höchster Ebene statt. Im 17. Jahr nun bereits. Sie sind die Treffen der Unterzeichnerstaaten der internationalen Klimarahmenkonvention, in der sich alle verpflichten, die Klimakrise zu verhindern. Gleichzeitig sind sie – in diesem Jahr zum siebten Mal – die Verhandlungsrunde derer, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben.
Ich spare mir hier jetzt Einzelheiten zum Verhandlungsinhalt. Das folgt in den nächsten Tagen. Nur so viel: Das Kyoto-Protokoll ist bisher das einzig rechtsverbindliche Dokument zum Klimaschutz. Verpflichtungen gelten nur für Industrieländer (ohne USA!), sind sehr gering und die erste Verpflichtungsperiode läuft bereits 2012 aus! So viel zur Tragik der nun bald zwei Jahrzehnte laufenden Verhandlungen, wie der Klimakrise begegnet werden kann.
Jedes Jahr gewinnen die Verhandlungen an Komplexität und von Jahr zu Jahr steigen, schwinden und erwachsen erneut die Hoffnungen. Immer wieder wird in und zwischen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen diskutiert, ob man noch an den internationalen Prozess glauben soll, ob wir noch Energie hineingeben, ob es sich noch lohnt, zu reisen. Und doch steigen die Teilnehmerzahlen der Konferenzen weiter an: Auf nunmehr 25.000 Leute. Mehr als während der Fußball WM in Durban zu Gast waren! Denn zunehmenden werden diese Tagungen auch Lernorte für Klimaschutz, Erneuerbare Energien, Anpassung an den Klimawandel usw. Tausende Parallelveranstaltungen, Seminare und Workshops finden statt.






Während der Weltmeisterschaft – vom 23.Juni bis 7.Juli – besucht eine Gruppe von Misereor-Engagierten die Farm “Goedgedacht” in Südafrika – ein Projekt für benachteiligte Kinder und Jugendliche, das von Misereor gefördert wird. Hier berichten die Teilnehmerinnen Jana und Sarah von den ersten vier Tagen am Kap: 






