Artikel-Schlagworte: „Spendenaktion“

12
Jan

Peking-Marathon: Tausend ungewöhnliche Schritte

Von Gast

China ist ein sogenanntes “Schwellenland”. Es gibt dort genug Geld und viele reiche Chinesinnen und Chinesen. Doch  wie stellt man es an, dass die Ärmsten der Armen, alte und behinderte Menschen auf dem Land, ein bisschen mehr davon abbekommen? Über einen ungewöhnlichen Schritt – oder besser gesagt tausende ungewöhnliche Schritte – auf dem weiten Weg zu einer gerechteren Verteilung in China bereichtet Gast-Autor Wolf Kantelhardt aus Peking.

Beim Peking-Marathon: Die jungen Nonnen sammeln Geld für soziale Arbeit.

Beim Peking-Marathon: Junge Nonnen sammeln Geld für soziale Arbeit.

Der Beifall ist nicht sehr laut. Das war aber auch nicht anders zu erwarten. Die 52 katholischen Schwestern aus sechs chinesischen Diözesen sind alle sehr müde. Der irische Priester Joseph Loftus dagegen wirkt energiegeladen. Gerade hat er angekündigt, nächstes Jahr die ganze Strecke des Peking-Marathon zu laufen. Vom Platz des Himmlischen Friedens bis zum „Vogelnest“, dem Pekinger Olympiastadion. Unter einer Bedingung: Wenn von den Schwestern nicht nur sechs wie dieses Jahr, sondern mindestens 20 auch die ganzen 42 Kilometer laufen.

Ihre jeweiligen Strecken zu laufen war für die Schwestern das kleinere Problem. Viele von ihnen machen täglich weite Fussmärsche zu alleinstehenden Alten in entlegenen Bergdörfern.

Nach 42 km am Ziel: Viele Schwestern machen täglich weite Fußmärsche, um alleinstehende alte Menschen zu versorgen.

Nach 42 km am Ziel: Viele Schwestern machen täglich weite Fußmärsche, um alleinstehende alte Menschen zu versorgen.

Weil die Altersversorgung auf dem Land bis heute vollständig an den Söhnen hängt, sind die, die wegen Armut, oder nach der kommunistischen Machtübernahme als Familienangehörige eines Grossgrundbesitzers, nicht heiraten konnten und keinen Sohn haben, jetzt im Alter ganz auf sich allein gestellt.

In manchen Regionen gibt es für alleinstehende Alte ein Wohlfahrtsgeld, in anderen nicht. Aber selbst wenn Wohlfahrtsgeld gezahlt wird, überschreitet es selten 50 Yuan [umgerechnet 6,10 Euro] im Monat. Die Schwestern besuchen die Alten zu Hause, bringen Reis, Eier und Speiseöl mit, waschen Kleidung und Bettdecken.

Und wenn sie dann noch ab und zu den Weg zwischen zwei Sonntagsmessen rennend statt im Überlandbus zurücklegen, sind sie fit genug.

Schwieriger war es, Fr. Loftus davon zu überzeugen, ihr „Sozialprojekt“ zu akzeptieren: Dazu gehörte ein wohlformulierter Antrag und ein vernünftiges Budget. Und dazu gehörte, 40 Prozent der benötigten Projektgelder „lokal“, in China, zu aquirieren.

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26
Jul

Der Tag nach dem Weltrekord

Von Christoph Fuhrbach

Um 7:55 Uhr wache ich auf, um 8 Uhr habe ich ein schon vereinbartes Live-Interview mit SWR 4. Während des Frühstücks mit den meisten Helfenden der letzten beiden Tage meldet sich auch noch der SWR 3 sowie SWR 1, denen ich beide auch ein Telefoninterview gebe. So langsam brechen alle auf, dieses traumhafte Wochenende geht zuende. Viele sagen mir, dass sie wie verzaubert sind und es ihnen schwer fallen wird, wieder in den Alltag zurück zu kehren. (weiterlesen…)

25
Jul

Die Rekordfahrt von Mitternacht bis Sonntagabend

Von Christoph Fuhrbach

Die Moderation auf der Bühne geht länger als im Vorfeld gedacht, da auch um Mitternacht noch über 100 Leute allein am unteren Wendepunkt ausharren. Noch immer herrscht hier tolle Stimmung, konzentriert und dennoch ausgelassen. Die Jugendlichen in der Mitte der Strecke halten zu meiner Überraschung ebenso aus. Jede Runde werde ich erneut angefeuert. (weiterlesen…)

24
Jul

Rekordfahrt: Die ersten Stunden

Von Christoph Fuhrbach

20 Uhr, Start des Rekordversuchs:

Die Zuschauenden jubeln so laut, dass ich mich sehr bremsen muss, nicht zu schnell los zu fahren. Die ersten Runden fahren Klaus Freyburger und Johannes Beck mit mir. In der Mitte der Strecke stehen die 30 MinistrantInnen und PfadfinderInnen, die an dieser Stelle eine mögliche Zufahrt auf die Rührbergstraße absperren, und feuern mich und uns laut an.

Am oberen Wendepunkt nach knapp 1,75 km mit den ersten 180,00 Höhenmetern und 9:23 min. steht dann das komplette Betreuungsteam sowie etliche weitere Menschen, die vom Rührberg bzw. aus Inzlingen und der Region Lörrach kommen. Wir wenden und sausen in eineinhalb Minuten ins Tal zum unteren Wendepunkt hinab. Wie toll ist es, dass die Straße komplett für den Verkehr gesperrt ist. So können wir es völlig unbedrängt auf dem guten Asphalt und der kurvenarmen Strecke hinunter rollen lassen und müssen erst in der letzten Kurve leicht beginnen abzubremsen, bevor wir dann vor dem unteren Wendepunkt richtig in die Eisen greifen müssen, damit wir die 180-Grad-Kurve mit einer Geschwindigkeit von maximal nur noch 10 Stundenkilometern nehmen können und uns dann – unter frenetischer Anfeuerung der noch über 300 Zuschauenden – wieder auf den Weg nach oben machen.

Die ersten geschätzten 400 m steigen deutlich flacher, „nur“ rund 8%. Danach steigt die Straße bis zum oberen Wendepunkt spürbar stärker an, fast konstant 11 – 12 %.

Da meine erste Runde mit 10:53 min. deutlich unter meinem Zeitplan liegt, schalte ich schon auf der zweiten Runde auf meine kleinste Übersetzungsmöglichkeit (30 – 29). Trotzdem fahre ich die ersten 29 Runden in etwa im gleichen Tempo, immer zwischen 10:26 und 11:01. Ich fahre mit entsprechend hoher Trittfrequenz, in der Hoffnung, dass meine Beine nicht so schnell ermüden.

Die ersten Stunden läuft alles sehr rund. Bis zum Beginn der Dunkelheit gegen 22 Uhr habe ich bereits 11 Runden mit 1980 Höhenmetern absolviert. Die Stimmung ist nach wie vor sehr gut. Die meisten ZuschauerInnen sind immer noch an der Strecke. Bei jeder Durchfahrt werde ich stark angefeuert. Häufig winke ich ins Publikum.

Die Nacht beginnt, es ist bereits kühl (12 Grad). Ich habe schon um 21:26 Uhr ein Langarmshirt unter mein Trikot gezogen. Inzwischen fährt mein Vater im Auto mit einem orangenen Warnlicht und einer Lautsprecheranlage auf dem Dach mit rund 100 m Abstand vor mir jede Abfahrt hinunter. Wir müssen uns aufeinander einspielen. Bei den ersten Abfahrten mit Auto komme ich mir vor, als würde ich im Wind des Autos „verwirbelt“ werden. Ich traue mich aber nicht viel näher heran, falls mein Vater mal bremsen müsste. Denn zu meiner Überraschung habe ich schon auf den ersten Abfahrten Spitzengeschwindigkeiten von über 84 Stundenkilometern erreicht. Eine Vollbremsung würde also einen recht langen Bremsweg benötigen.

Immerhin fühle ich mich hinter dem Auto viel sicherer, denn es sollte für mich ein sehr guter Schutz vor Wildschweinen und Rehen sein. Erst in der Nacht vor dem Rennen gab es genau auf diesem Abschnitt wieder Wildunfälle. Mein Vater stellt sich prima auf mein Tempo ein, so dass der Abstand zwischen uns immer gleich bleibt. Gut 100m vor dem unteren Wendepunkt schert er mit dem Auto nach links aus und ich sause an ihm vorbei. Bevor er wendet, passiere ich ihn von unten kommend schon wieder. Im untern Teil des Anstiegs fährt er dann mit lauter Musik – wegen technischer Probleme läuft über Stunden immer Frank Sinatras „Strangers in the night“ – wieder flott an mir vorbei, bis er am oberen Wendepunkt wieder auf mich wartet.

Für alle Betreuenden inklusive der Presseleute ist das nächtliche Begleitauto in seiner Zweitfunktion als Taxi eine gute Gelegenheit, auch mal Impressionen direkt von der Strecke zu bekommen bzw. auch einmal in den Start- und Zielbereich des unteren Wendepunktes zu kommen, um in die dortige Atmosphäre einzutauchen oder auch an den einzelnen Programmpunkten teilzunehmen (abends gab der Chor „Adonai“ noch ein Konzert) oder auch nur den Essens- und Infoständen einen Besuch abzustatten.

Ich selbst tue mir zu Beginn der Nacht mit den wenigen Unebenheiten der Straße auf der Abfahrt ein wenig schwer. Aber auch das spielt sich mit der Zeit ein, v.a. als ich damit beginne, kurz vor den Unebenheiten mich ein wenig aufzurichten und dadurch mehr Gewicht auf den Sattel bekomme.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass die Abfahrt verhältnismäßig kurz ist. V.a. kühle ich so deutlich weniger als bei einer langen Abfahrt aus. Schön auch, dass auf dieser nur eindreiviertel km langen Strecke immer drei erleuchtete Abschnitte sind: an den beiden Wendepunkten und mittendrin bei den PfadfinderInnen. Kurz danach blicke ich immer fast automatisch auf den Gegenhang, auf eine kleine, noch erleuchtete Siedlung, bereits in der Schweiz.

Der fast volle Mond erleuchtet zumindest Teile der Strecke so gut, dass ich beim Auffahren mein Licht immer ausschalten kann. Nur auf den Abfahrten mache ich meine Lampe an – hauptsächlich aber für meinen Vater Dankmar Fuhrbach sowie seinen Beifahrer Wolfgang Deobald zur Orientierung, wie groß ihr Abstand zu mir ist.

Zwischendrin fährt mein Freund Christian Englert ein paar Runden mit mir. Er ist ganz euphorisch von der Atmosphäre hier. Er erzählt mir auch von einigen Leuten aus unserem Betreuungsteam, dass sie tief beeindruckt sind. Besonders stark bewegt mich seine Aussage, dass auch meine Frau Monika Kreiner glücklich über den bisherigen Verlauf der Veranstaltung sei. Zudem habe sie in der stillen, aber so intensiven Minute vor dem Start gespürt, dass diese Art von Sport ein wichtiger Teil meines Lebens sei. Welch emotional phantastische Anfangsstunden des Rekordversuchs!

Christian ist eine der ganz besonders wichtigen Personen auf der Veranstaltung: mal begleitet er mich auf dem Rad, mal ist er als sympathischer Spendensammler für das Misereor-Projekt in Peru unterwegs, mal gibt er unten auf der Bühne den Zuschauenden Informationen aus erster Hand. Dazwischen spricht er mit Leuten aus dem Ort. Christian ist nur ein Beispiel für das gesamte Betreuungsteam: alle gehen auf die Zuschauenden zu und schaffen es, Brücken zwischen dem aus der Ferne angereisten Team und den Menschen vor Ort zu schlagen. Nicht umsonst bekommt das Team Essens- und Getränkespenden und kann sich bei jedem Problem an irgendjemanden aus den Zuschauerreihen wenden. Umgekehrt trauen sich die Menschen auch auf das Betreungsteam, das mit einheitlichen Poloshirts gekleidet ist, zuzugehen und viele Fragen zu stellen bzw. Dinge zu erzählen.

So kommen sich alle näher und wachsen tatsächlich zu einer Art „Gemeinschaft“ zusammen. Diese Atmosphäre, die von einem sehr guten Geist geprägt ist, ist selbst für mich absolut greifbar, obwohl ich „nur“ Rad fahre.

24
Jul

Am Tag X

Von Christoph Fuhrbach

In der Nacht wache ich von einem relativ starken Krampf auf, den ich mir nicht ganz erklären kann. Ansonsten schlafe ich recht gut. Das Frühstück findet für mich schon in einer besonderen Atmosphäre statt: ich habe viel Zeit und kann mit vielen mir nahe stehenden Personen sprechen. Immer mehr Bekannte und FreundInnen treffen ein und bringen wichtige Dinge für den Weltrekordversuch mit. (weiterlesen…)

22
Jul

Noch zwei Tage zum Rekordversuch – Hält das Wetter?

Von Christoph Fuhrbach

Noch zwei Tage bis zum Rekordversuch. Die Presseanfragen nehmen noch einmal deutlich zu. Inzwischen komme ich mir wie ein Event-Manager vor, was mir durchaus Spaß macht.
Aufgrund der Wetterprognose, die sich inzwischen verfestigt und eine deutliche Abkühlung mit nächtlichen Tiefstwerten von nur noch 11 Grad vorhersagt, verschiebe ich  meinen Start um zwei Stunden auf Samstag, 24.7., 20 Uhr. Das ist mit der Verbandsgemeinde Grenzach-Wyhlen abgestimmt. – So kann ich ausgeruhter in die Nacht gehen und sie so hoffentlich besser überstehen. Am Sonntag hoffe ich dann auf (weiterlesen…)

21
Jul

Noch drei Tage bis zum Weltrekordversuch

Von Christoph Fuhrbach

Noch drei Tage bis zum Weltrekordversuch. Wo auch immer ich mich aufhalte, überall werde ich von den mir bekannten Menschen auf den bevorstehenden Rekordversuch angesprochen. Häufig wird mir viel Glück und Erfolg gewünscht. Ich bekomme eine Flut von e-mails, die mich mehrfach auch positiv berühren. Am Abend fahre ich von Speyer aus noch bei schwülen 34 Grad 40km in der Rheinebene.

Mehr zum Weltrekordversuch auf der MISEREOR-Website:
http://www.misereor.de/aktionen/rekordversuch.html

20
Jul

Abschied vom Hausberg

Von Christoph Fuhrbach

Noch vier Tage bis zum Weltrekordversuch. Noch immer bleibt viel zu regeln. Nebenbei auch wieder ein Interview, heute mit SWR 4. Am Abend verabschiede ich mich von meinem Hausberg, der Kalmit. Fahre noch dreimal. Irgendwie bin ich schon im “Energie-Sparmodus”, fahre langsamer als zuletzt (weiterlesen…)

19
Jul

Rekordfahrt für Menschen in Peru

Von Christoph Fuhrbach

Noch fünf Tage bis zum Weltrekordversuch-Versuch, mit dem ich für Unterstützung werben möchte – für Menschen in Peru, die unter der vom rücksichtlosen Bergbau verseuchten Umwelt leiden. (weiterlesen…)

18
Jul

Abschlusstest

Von Christoph Fuhrbach

Noch sechs Tage bis zum Weltrekordversuch. Will heute noch eine Art Abschlusstest für den Rekordversuch machen. Am frühen Nachmittag fahre ich zur Kalmit, ich will sie heute 12 mal  hinauf fahren. (weiterlesen…)

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