Artikel-Schlagworte: „Sambia“

19
Jan

Weihnachten, u.a. in Sambia

Von Martin Gottsacker

St.Martin in Sambia

St.Martin in Sambia

Wenn man für eine längere Zeit im Ausland lebt, versucht man, deutsche Traditionen und Gebräuche besonders aufgrund der Kinder aufrecht zu erhalten. Weihnachten ist zwar nun schon wieder einige Wochen her, aber ich möchte trotzdem noch unsere Erfahrungen und Erlebnisse teilen.

Weihnachten bei über 30 Grad. Da kommt nicht wirklich eine weihnachtliche Stimmung auf. Daran konnten auch die Weihnachtslieder im Supermarkt, Weihnachtsschmuck oder unser herrlich geschmückter Plastik-Weihnachtsbaum nicht viel ändern. Trotzdem haben wir das Beste daraus gemacht und besonders unserer Tochter versucht, Weihnachten näher zu bringen.

Einen großen Anteil daran hatten Freunde von uns, die für einige deutsche Familien eine Weihnachtsandacht abhielten. So versammelten sich am 24. rund 15 Erwachsene und genau so viele Kinder jeglichen Alters, um Weihnachten zu begehen. Es wurde die Weihnachtsgeschichte gelesen, mit musikalischer Begleitung Weihnachtslieder gesungen und zum Schluss bauten die Kinder die Krippe auf. Der Tag schloss mit original deutschem Weihnachtsstollen und Gebäck.

St.Martinsumzug mit Laternen im Herzen Afrikas

St.Martinsumzug mit Laternen im Herzen Afrikas

Ein weitere Aktion war St. Martin. Einige deutsche Botschaften in afrikanischen Ländern organisieren für die deutschen Kinder einen Martinsumzug. In Sambia war das 2011 leider nicht der Fall. So nahmen wir das Ganze selber in die Hand. (weiterlesen…)

30
Nov

Die Europäer haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit.

Von Johanna

Das wohl bekannteste Klischee, das sich hier jedoch jeden Tag bestätigt. Seit nunmehr zwei Monaten habe ich mich nicht mehr gemeldet im Misereor-Blog. Nicht dass die Afrikaner Stress kennen, aber trotzdem sind meine Tage hier jetzt voller als am Anfang oder vielleicht habe ich mich auch einfach an den Tagesrhythmus hier gewöhnt.

Arbeit in der Schule

Unsere Wochen ziehen so dahin und eigentlich merke ich kaum, wie schnell die Zeit vergeht. Morgens unterrichten wir nach wie vor in der Schule: Computer, Kunst und Sport. Das hört sich so einfach an, ist es aber gar nicht. Also vielleicht erstmal zur allgemeinen Situation in der Schule:

Die Kindergartenkinder auf dem Schulhof

Die Kindergartenkinder auf dem Schulhof

Sie besteht eigentlich nur aus einem einzigen Raum, der durch eine Trennwand aufgeteilt ist. Es gibt also zwei Räume für sechs Klassen. Das heisst, dass die Unterrichtszeit sehr begrenzt ist.

Die Klassen 5 und 6, in denen Milan und ich unterrichten, haben von 7.00 Uhr bis 11:30 Uhr Unterricht. So unterrichten wir Sport zum Beispiel jeden Freitag von halb zwölf bis halb eins draußen in der prallen Sonne, da dann das Gebäude von Klasse 3 und 4 belegt ist. Es gibt einen Wasserhahn, aus dem wohl relativ gutes Wasser kommt, da schicken wir die Kinder dann zum Trinken hin.

Aber auch im Gebäude ist das Unterrichten anstrengend. Denn auf dem Schulhof spielen gefühlt immer so hundert kleine Kinder von den beiden Kindergärten auf dem Gelände. Leider lassen sich die meisten Fenster nicht schließen und Türen nur, indem man einen Tisch vorschiebt, so dass es ganz schön laut ist. (weiterlesen…)

24
Nov

Dinge, die für uns selbstverständlich sind

Von Milan

Ein Müll-Loch in Nachbars Garten

Ein Müll-Loch in Nachbars Garten

Im Rahmen des “child sponsorship programmes”  besuchen Johanna, ich und eine Mitarbeiterin der Diözese Kinder und ihre Familien zu Hause. Dazu fahren wir in die Viertel Chiawama und Island Compound. Wir steigen aus dem Auto aus auf einen staubigen und unebenen Feldweg nahe der Hauptstraße.

Auffallend ist der Plastikabfall im Straßengraben, den man zwar überall antrifft, hier aber gehäuft. Mülleimer gibt es nicht, geschweige denn eine Müllabfuhr. Also wird alles auf die Straße geschmissen. Der Müll, der zu Hause anfällt, wird in ein Loch hinterm Haus gekippt. Dieses wird dann gelegentlich in Brand gesetzt. Das Wort Mülltrennung kennt hier niemand. Außerdem lockt der umherliegende Müll Ratten und streunende Hunde an.

Neben Plastikflaschen und Tüten sieht man hier auf der Straße immer wieder diese kleinen Plastikverpackungen, die mich stark an unsere Filterverpackungen für Zigaretten erinnern. Hier enthalten sie jedoch ca. 50 ml hochprozentigen Alkohol. Kaufen kann man sie an jeder Ecke und das schon für 1000 Kwadscha, also 14 Cent. Die Anzahl der Verpackungen lässt darauf schließen, dass sie hier gerne und auch häufig konsumiert werden. (weiterlesen…)

23
Sep

Disco-Pogo at the church

Von Johanna

Seit nun vier Wochen sind Milan und ich jetzt schon in Sambia und so langsam fange ich an, mich einzuleben. Besonders auf der Arbeit macht es sich bemerkbar, dass wir nicht mehr völlig Unbekannte sind. In der Diozöse gibt es jeden Tag um halb elf „teatime“. Alle treffen sich, um die neusten Infos auszutauschen. Ich kenne zwar noch lange nicht alle Namen, aber die Leute kennen unsere. Johanna kann zwar niemand schreiben, geschweige denn aussprechen, aber so bin ich eben Joan (gesprochen John, nur weicher). Wie schön, dass man überall auf der Welt einen neuen Namen bekommt, der sich immer irgendwie ganz schön aufregend anders als in Deutschland anhört.

Eine der freundlichen Menschen in der Diozöse ist Sister Lucy. Sie hat uns letzte Woche eingeladen, Sonntag mit in „ihre“ Kirche zu kommen und natürlich haben wir die Einladung dankend angenommen.

Die drei Stunden Messe waren eine einfach unglaubliche Erfahrung. Wer braucht schon eine Disko oder einen „night-club“, wenn in der Kirche getanzt wird, was das Zeug hält. (weiterlesen…)

1
Sep

Muji byepi mwane?

Von Johanna

Das sind die ersten Worte, die ich in der örtlichen Sprache Kaonde gelernt habe.

How are you? Wie geht’s dir?

How are you? Wie geht’s dir?

How are you? Wie geht’s dir? Es sind wohl auch die wichtigsten. Egal wem man begegnet, man sagt nicht einfach „Hallo“, sondern fragt nach dem Wohlbefinden. Das Ganze wird von einer typischen Geste begleitet: Man wӧlbt die Hӓnde und klatscht lautlos. Mӓnner kreuzen dabei die Daumen, Frauen nicht.

Am Anfang war ich ziemlich verwirrt. Aber es ist eine Geste, um dem Gegenϋber Respekt auszudrϋcken, was in dieser Kultur sehr wichtig ist.

Als Milan und ich also am Dienstagabend nach zehnstϋndiger Busfahrt in Solwezi ankamen, wussten wir noch rein gar nichts von dieser Tradition. (weiterlesen…)

1
Sep

Zu Hause bei Familie Nabanda

Von Milan

Es ist sieben Uhr abends und bereits dunkel. Unser Bus aus Lusaka hält auf einem staubigen Platz in der dreihunderttausend Mannstadt Solwezi. Als wir aussteigen, werden wir von mehreren Taxifahrern umringt, die uns alle nach Hause fahren möchten. Die blauen Taxen sind die offiziellen, alle anderen Taxifahrer haben sich mit ihrem eigenen Auto selbstständig gemacht. Wir jedoch werden von Mr. Phiri abgeholt. Er ist unser Ansprechpartner hier vor Ort. Nach zehn Minuten etwas unwohlem Wartens fährt ein weißer Jeep vor und ein grinsender, runder Kopf fragt: „Milan and Johanna?“

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31
Aug

Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Lusaka

Von Martin Gottsacker

Youth Alive Zambia hat sich entschlossen neben der HIV-Prävention auch präventiv gegen Formen von Gewalt mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Aus diesem Grund habe ich eine Arbeitsgruppe mit interessierten Freiwilligen gegründet, um zukünftige Aktivitäten zu planen.

Martin Gottsacker arbeitet in der Jugendorganisation "Youth Alive Zambia".

Martin Gottsacker arbeitet in der Jugendorganisation "Youth Alive Zambia".

Unsere erste Aufgabe war es, eine Untersuchung mit sambischen Kindern und Jugendlichen durchzuführen, um Erkenntnisse über deren Erfahrungen und Meinungen bzgl. Gewalt und Menschenrechte zu erhalten. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen. Die Ergebnisse sollen uns Hinweise geben, wie genau wir weitere Aktivitäten planen. So wollen wir Videos produzieren, Materialien verteilen, Ausstellungen organisieren und themenzentrierte Workshops planen. Wir haben insgesamt 270 Fragebögen in verscheidenen Klassenstufen an fünf verschiedenen Schulen verteilt. 19,22% der Befragten waren zwischen 12 und 14 Jahren alt, 72,55% zwischen 15 und 18 und 8,24% waren zwischen 19 und 22 Jahre alt. Die Aufteilung zwischen Mädchen und Jungs war in etwa gleich.
Die Ergebnisse waren teilweise erschreckend und schockierend und fordern zu dringenden Handlungen auf. Rund 75% der Befragten haben in ihrem Leben schon mal Gewalt erlitten. Rund die Hälfte wurde geschlagen, 70% von diesen öfter als einmal. Körperliche Gewalt ist für viele Kinder und Jugendliche Normalität. 50% der Befragten sagten, dass dass Schlagen üblich ist und 20% sehen es als adaequate Erziehungsmethode an. Fast ein Fünftel gab an, dass Männer ihre Ehefrauen schlagen. 42% sind Opfer von sexueller Gewalt: 10% wurden vergewaltigt (die Hälfte davon öfter als einmal), 12% boten ihren Körper als Gegenleistung für Gefälligkeiten an (über 2/3 mehr als einmal), und fast 20% wurden an ihren Intimzonen angefasst. Kinder und Jugendliche sind traumatisiert, häufig bleiben die Betroffenen allein mit ihren Erfahrungen, Sorgen und Nöten. (weiterlesen…)

1
Jun

Die letzte Woche

Von Simon

Meine letzte Woche in Solwezi ist nun so gut wie um. Ich habe angefangen zu packen und verabschiede mich von meinem sambischen zu Hause und meinen Freunden.

Sonnenuntergang in Solwezi

Natuerlich freue ich mich riesig auf zu Hause, aber der Abschied ist auch mit einem mulmigen Gefuehl verbunden. Leider kann man sich sicher sein, dass einige Menschen die ich kennen gelernt habe, nicht mehr leben werden wenn ich wiederkomme.

Ich kann absolut nicht einschaetzen ob und wann ich wieder nach Sambia kommen werde, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen.

Vermutlich erwarten viele von mir jetzt eine Zusammenfassung, inwiefern mich dieses Jahr in Sambia veraendert hat. Was ich fuer Erfahrungen gesammelt habe, wie sich vielleicht meine Weltanschauung oder mein Meschenbild veraendert haben, was ich dazu gelernt habe und was mir gefallen, oder nicht gefallen hat. Inwiefern es mich weiter gebracht hat. (weiterlesen…)

24
Mai

“Ausflug” nach Ikelenge

Von Simon

Am 15.5. habe ich Lisa in Lusaka verabschiedet, die zurueck nach Deutschland geflogen ist. Ich werde ihr am 5.6. folgen. Bis dahin verbringe ich aber noch aufregende Tage in Zambia.

Isaac und ich am Zambezi

Isaac und ich am Zambezi

Am letzten Mittwoch hat mir Philip, der Direktor der Dioezese, vorgeschlagen, einen Mitarbeiter der Dioezese nach Ikelenge zu begleiten, der dort einen Workshop halten musste.

Ikelenge ist einer der nordwestlichsten Orte ueberhaupt und nur wenige Kilometer von den Grenzen nach Angola und dem Kongo entfernt.

Es ist eine der urspruenglichsten Regionen ueberhaupt. Der Grossteil der Bevoelkerung wohnt in Doerfern ohne Wasser und Stromanschluss. Man muss viele Stunden laufen um in die naechste Stadt zu gelangen. (weiterlesen…)

28
Apr

Ostern in Sambia

Von Simon

Auch das Osterfest war hier in Sambia voellig anders als gewohnt. Wie schon im letzten Blogeintrag erwaehnt, kennen die Sambier nicht den Osterhasen, keine Ostereier und Eier haben sie auch noch nie in ihrem Leben bemahlt. (weiterlesen…)

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