Artikel-Schlagworte: „Rohstoffe“

19
Apr

Sojaanbau, Viehfutter und Biodiesel

Von Ralph Allgaier

Es ist schon ziemlich dunkel an diesem Abend mitten in der argentinischen Provinz Chaco, und ich kann nur sagen: Selten bin ich in einer derart einsamen und menschenleeren Landschaft gewesen. Die schnurgerade Landstraße und der sie säumende Wald wollen kein Ende mehr nehmen und jetzt nach Sonnenuntergang muss unser Fahrer höllisch aufpassen, dass er nicht mit zu hohem Tempo in die vielen tückischen Schlaglöcher poltert und unseren Kleinbus ruiniert.

Sojaanbau in Argentinien / Florian Kopp

Hier ist so mancher Farmer erst nach einer kleinen Ewigkeit erreichbar. So mussten wir uns auf der Fahrt zu einer Hofanlage von sieben Familien nach der Abzweigung von der Landstraße geschlagene 40 Minuten über eine huckelige Schotter-Graspiste quälen, bis das Ziel in der trocken-stacheligen Savannenlandschaft endlich auftauchte. Und ich lerne: Nach dem Amazonas-Gebiet ist der Chaco die größte zusammenhängende Waldfläche Lateinamerikas. (weiterlesen…)

28
Mrz

Widerstand als Pflicht

Von Daniela Singhal

„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“, sagte Bertolt Brecht einmal zum Thema Widerstand. Ein Widerstand, der Aussicht auf Erfolg haben soll, braucht manchmal eine starke Koalition. Vor allem, wenn er sich gegen Korruption, gegen starke politische Gegenpole wendet.
Im Kampf gegen Intransparenz im Rohstoffsektor ist MISEREOR diese Koalition mit Brot für die Welt, Transparency International und dem Global Policy Forum eingegangen. Seit Jahren engagieren sich diese Organisationen für mehr Transparenz im Rohstoffhandel. Heute richtete sich ihr Widerstand in Berlin gegen die Bundesregierung, die momentan die Pläne der EU für mehr Transparenz im Rohstoffsektor blockiert. (weiterlesen…)

2
Nov

Ressourcenabbau in Lateinamerika – Wer trägt die Verantwortung?

Von Daniela Singhal

Deutschlands Wirtschaft ist abhängig von Rohstoffimporten. Entsprechend hoch hat die Bundesregierung die Rohstoffsicherung auf die politische Agenda gesetzt – und vor einem Jahr eine Rohstoffstrategie veröffentlicht. In der Öffentlichkeit weniger diskutiert werden die Folgen des Rohstoffabbaus in den Ursprungsländern. In den meisten Ländern Südamerikas – darunter Peru und Kolumbien – profitiert die Bevölkerung kaum vom Exporterfolg. Im Gegenteil.

Tagung zu Rohstoffabbau in den Anden

Tagung am 26.Oktober in Berlin zu Rohstoffabbau in den Anden

Welche Verantwortung haben Deutschland und die anderen europäischen Länder am Raubbau an der Natur, an Menschenrechtsverletzungen? Im Rahmen der Fachtagung „Rohstoffe aus dem Andenraum für Deutschland“ von  Fian, Kolko, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V., MISEREOR und Brot für die Welt diskutierten Experten diese und andere Fragen.

„Der Bedarf an endlichen Rohstoffen steigt stetig an“, erklärt Lilli Fuhr, Referentin der Heinrich-Böll-Stiftung. „Das gilt auch für fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle.“ Dieser Bedarf wird zunehmend von Schwellenländern in Lateinamerika gedeckt. Kolumbien ist mittlerweile größter Kohlelieferant Deutschlands. Peru ist größter Silber- und zweitgrößter Kupferproduzent weltweit. Die Rolle Lateinamerikas als Exporteur wertvoller Ressourcen ist von 1990 mit zwölf Prozent auf nunmehr 35 Prozent Weltmarktanteil im Jahre 2009 gestiegen.
César Padilla vom Observatorio de Conflictos Mineros de América Latina kennt die Gründe für dieses Wachstum: „Lateinamerika ist unglaublich reich an Ressourcen. Es gibt Gold, Silber, Kupfer und vor allem Kohle. Rohstoffe, von denen die Weltwirtschaft abhängig ist. Dementsprechend groß ist natürlich die Nachfrage.“ Im Endeffekt sind es allerdings große transnationale Konzerne, die sehr stark von dieser Nachfrage profitieren (weiterlesen…)

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