Artikel-Schlagworte: „Peru“

2
Nov

Ressourcenabbau in Lateinamerika – Wer trägt die Verantwortung?

Von Daniela Singhal

Deutschlands Wirtschaft ist abhängig von Rohstoffimporten. Entsprechend hoch hat die Bundesregierung die Rohstoffsicherung auf die politische Agenda gesetzt – und vor einem Jahr eine Rohstoffstrategie veröffentlicht. In der Öffentlichkeit weniger diskutiert werden die Folgen des Rohstoffabbaus in den Ursprungsländern. In den meisten Ländern Südamerikas – darunter Peru und Kolumbien – profitiert die Bevölkerung kaum vom Exporterfolg. Im Gegenteil.

Tagung zu Rohstoffabbau in den Anden

Tagung am 26.Oktober in Berlin zu Rohstoffabbau in den Anden

Welche Verantwortung haben Deutschland und die anderen europäischen Länder am Raubbau an der Natur, an Menschenrechtsverletzungen? Im Rahmen der Fachtagung „Rohstoffe aus dem Andenraum für Deutschland“ von  Fian, Kolko, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V., MISEREOR und Brot für die Welt diskutierten Experten diese und andere Fragen.

„Der Bedarf an endlichen Rohstoffen steigt stetig an“, erklärt Lilli Fuhr, Referentin der Heinrich-Böll-Stiftung. „Das gilt auch für fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle.“ Dieser Bedarf wird zunehmend von Schwellenländern in Lateinamerika gedeckt. Kolumbien ist mittlerweile größter Kohlelieferant Deutschlands. Peru ist größter Silber- und zweitgrößter Kupferproduzent weltweit. Die Rolle Lateinamerikas als Exporteur wertvoller Ressourcen ist von 1990 mit zwölf Prozent auf nunmehr 35 Prozent Weltmarktanteil im Jahre 2009 gestiegen.
César Padilla vom Observatorio de Conflictos Mineros de América Latina kennt die Gründe für dieses Wachstum: „Lateinamerika ist unglaublich reich an Ressourcen. Es gibt Gold, Silber, Kupfer und vor allem Kohle. Rohstoffe, von denen die Weltwirtschaft abhängig ist. Dementsprechend groß ist natürlich die Nachfrage.“ Im Endeffekt sind es allerdings große transnationale Konzerne, die sehr stark von dieser Nachfrage profitieren (weiterlesen…)

25
Okt

Partizipatives Wasser- und Bodenmonitoring in Peru

Von Susanne Friess

Von Juli bis September 2011 arbeitete Eike Sophie Hümpel, Master-Studentin in Umweltmanagement, als Praktikantin in der Misereor-Partnerorganisation “Vicaría de Solidaridad de Sicuani” im südperuanischen Andenhochland. Im Umfeld einer großen Kupfermine entnahm sie Boden- und Wasserproben und analysierte sie auf Schwermetalle und andere Verschmutzungen. Hier berichtet sie von ihren Eindrücken:

“Meine ersten Gedanken zu dem geplanten Praktikum in Peru sahen etwa so aus: “Zwei Monate im Einflussbereich des Kupferabbauprojekts Xstrata Tintaya in den peruanischen Anden?… Wasser-/ und Bodenproben nehmen?… analysieren lassen?… auswerten! und  die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren??!  – Das klingt super spannend!! Das mach’ ich!!!”

Motiviert, gespannt und voller Neugier machte ich mich also Ende Juli von Kiel auf den Weg nach Peru. Bevor ich “meine” Organisation in Südperu ansteuerte, machte ich zunächst noch einen kurzen Abstecher nach Huancayo, um dort in der Diözese von Huancayo das Team von Bischof Barreto kennenzulernen. Wie Misereor mir gesagt hatte, hatte man dort schon über mehrere Jahre konkrete Erfahrungen mit Umweltanalysen in der von einer Schmelzhütte verseuchten Stadt “La Oroya” gesammelt. Ich wollte von diesen Erfahrungen lernen, bevor ich in Südperu selbst Boden- und Wasserproben entnehmen würde.

Erst hier, im Gespräch mit den Leuten in Huancayo, die bereits praktische Erfahrungen in Umweltanalysen gesammelt hatten und mir von dem Druck erzählten, das das dortige Unternehmen auf sie ausübte, wurde mir allmählich klar, was die Durchführung des vorgeschlagenen Projekts in Espinar tatsächlich bedeuten könnte… (weiterlesen…)

19
Jul

Rekordfahrt für Menschen in Peru

Von Christoph Fuhrbach

Noch fünf Tage bis zum Weltrekordversuch-Versuch, mit dem ich für Unterstützung werben möchte – für Menschen in Peru, die unter der vom rücksichtlosen Bergbau verseuchten Umwelt leiden. (weiterlesen…)

16
Jul

Das heilige Tal ist verseucht

Von Marianne Pötter-J.

Zur Vorbereitung der kommenden Fastenaktion besuchen wir die MISEREOR-Partnerorganisation CIDAP in der peruanischen Hauptstadt Lima. CIDAP setzt sich für ein menschenwürdiges Leben der ärmeren Bevölkerung ein.
Zum Beispiel in Lomas de Carabayllo, am nördlichen Stadtrand der 8-Millionenmetropole: Peru_Lomas_Kinder Hier wohnen 30.000 Menschen zwischen ehemaligen Müllhalden, halblegalen Steinbrüchen, schmutzigen Kleinbetrieben und gigantischen Abraumhalden.

Als wir die Namen der Siedlungen erfahren können wir nur fassungslos mit dem Kopf schütteln: Heiliges Tal, Versprochene Erde, Heilige Rosa – je blumiger der Name, desto scheußlicher der Ort scheint es. Im Heiligen Tal – Valle Sadgrado schmelzen illegale Recycling-Betriebe Autobatterien ein, während nebenan kleine Kinder spielen. (weiterlesen…)

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