Artikel-Schlagworte: „Myanmar“

27
Mrz

Wiederaufbau im Umpiem-Camp

Von Laura

Der Nachtbus hält, das Licht geht an. Macht nichts, ich habe sowieso nicht wirklich geschlafen. Ein Soldat der thailändischen Armee betritt den Bus, schaut sich alles genau an. Ich weiß, wonach er sucht. Menschen aus Myanmar, die sich illegal in Thailand aufhalten. Es ist bereits der dritte Checkpoint auf meiner Fahrt nach Mae Sot.

Diese Gegend grenzt unmittelbar an Myanmar, nur ein Fluss trennt beide Länder. Mae Sot ist die Grenzstadt schlechthin, voll von illegalen Migranten. Hier wird alles mögliche geschmuggelt, Edelsteine, Drogen, Menschen.

Nach dem Feuer

Dazwischen versuchen die thailändische Polizei und das Militär ihren Dienst zu tun, nicht ohne ab und zu selbst abzukassieren. Für 5000 Baht, etwa 125 Euro, so heißt es, kann ein verhafteter Illegaler sich freikaufen. Davon, nach Myanmar zurückgeschickt zu werden. Trotzdem sieht man vergitterte Anhänger voll mit Jenen, die darauf warten müssen zurückgefahren zu werden über die Grenze. Mae Sot ist auch der Hauptsitz der Grenz-NGOs, manche sagen mehr als 70 Organisationen würden in der Stadt arbeiten. Einige betreiben kleine Schulen für die Kinder aus Myanmar. Andere arbeiten in den Flüchtlingslagern. (weiterlesen…)

13
Feb

Aufbruch in ein neues Leben

Von Laura

Es ist ein Januarmorgen, ich stehe mit einer kleinen Gruppe von Flüchtlingen vor dem Immigration Office in Sangkhlaburi. Unter ihnen sind Eltern mit ihren kleinen Kindern, Jugendliche, auch ein paar wenige ältere Menschen. Und Lukpet.

Flüchtlinge vor ihrer Ausreise in die USA

Flüchtlinge vor ihrer Ausreise in die USA

Eigentlich hat Lukpet einen Karen-Namen, bestehend aus vier dreibuchstabigen Worten. Gerufen wird sie aber nur mit ihrem Spitznamen, der “Babyente” bedeutet. Wie alle anderen in der Gruppe hat Lukpet eine Plastiktasche, die jetzt penibel durchsucht wird, ihr Name wird auf einer Liste abgehakt. Dies ist der Tag an dem sich für diese Menschen alles ändert. Sie gehören zu den ganz ganz Wenigen, die “umgesiedelt” werden können. Zu Jenen, die den mehrstufigen Auswahlprozess überstanden haben.
Sie reisen aus, in die USA.

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13
Jan

Historischer Waffenstillstand in Myanmar

Von Laura

Es war einer der am längsten andauernden Konflikte unserer Zeit. Ethnische Minderheiten im Osten Myanmars wurden von der Militärdiktatur verfolgt und setzten sich zur Wehr. Die wichtigste und größte dieser Gruppe waren die Karen. Gestern haben ihre politischen Vertreter mit Myanmars Regierung einen Waffenstillstand unterzeichnet. Dieses Ereignis ist historisch und könnte das Leiden von Millionen Menschen beenden.

Während meines Aufenthaltes hier ändert sich viel in Myanmar, das hier immernoch stets Burma genannt wird. Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist frei, ihre Partei wieder zugelassen. Es werden einige politische Gefangene aus der Haft entlassen, es darf wieder eingeschränkt demonstriert werden. Menschen beginnen, offener über Politik zu reden. Dass jetzt sogar ein Friedenspakt mit den seit Jahrzehnten bekämpften ethnischen Minderheiten geschlossen wird, bewerten auch viele Medien als überraschend. (weiterlesen…)

8
Jan

Ein Wintermorgen

Von Laura

Man sollte es kaum glauben, aber es ist inzwischen kalt in Thailand. Weit entfernt vom Gefrierpunkt und doch eine Herausforderung ohne Heizungen und dickes Federbett.

Ich erwache und kann mich kaum bewegen. Wir schlafen auf einer Decke, auf dem Boden. Meine Kollegin, die mit mir unter einem Moskitonetz liegt, dreht sich noch mal um. Es ist schon fast, wie neben seiner Schwester aufzuwachen. Ich kann die Jungs hören, sie sind schon auf dem Beinen. Langsam setze ich mich auf. Ich muss warten, bis das Bad frei ist, dass wir uns zu acht teilen. Endlich kann ich rein und dusche mich, indem ich mit der Plastikschüssel immer wieder eiskaltes Wasser über mich kippe, einfach in den Raum hinein. Ich vermeide es nach oben zu sehen, ich weiß, dort sitzen riesige Spinnen. Wenig später bin ich im großen Auto, hinten, neben drei anderen Kollegen. Sangkhlaburi ist schon längst erwacht. (weiterlesen…)

1
Dez

Im Land des Lächelns

Von Laura

Zwar beschäftige ich mich in meinem Projekt viel mehr mit Myanmar, dem ehemaligen Burma, als mit Thailand und auch viele meiner Kollegen sowie alle Flüchtlinge sind keine Thais, sondern gehören ethnischen Minderheiten an. Dennoch ist es Thailand, in dem ich jetzt lebe und das die schlimme Flutkatastrophe noch längst nicht überstanden hat.

Sicher habt ihr in Deutschland viel davon mitbekommen. Es geht langsam wieder aufwärts und die Gegend, in der ich wohne, war nicht betroffen.

Mit Stäbchen essen: Übung macht den Meister

Mit Stäbchen essen: Übung macht den Meister

Thailand ist schön – nicht umsonst ist es ein beliebtes Auswanderungsland für Europäer und Amerikaner. Es ist warm, die Menschen sind wahnsinnig freundlich, die Bergwelt im Norden und die Küsten im Süden sind atemberaubend. Abends brutzelt es in den Garküchen an jeder Straße. Thailand bietet außerdem eine sehr gute Infrastruktur, eine gute Gesundheitsversorgung und moderne Shoppingcenter in den größeren Städten und alles andere, was Entwicklung so mit sich bringt. Davon profitieren die Flüchtlinge an der Grenze zu Myanmar nicht. (weiterlesen…)

26
Sep

Flucht aus Myanmar

Von Laura

Als im Jahr 2008 der Zyklon „Nargis“ Myanmar, das frühere Burma, verwüstete und ca. 100.000 Menschen ihr Leben verloren verweigerte die Militärjunta vielen Helfern den Zugang zum Land und beschlagnahmte Hilfsgüter, trotz der katastrophalen Lage. Damals machte ich ein Praktikum bei einer Radio-Nachrichtenredaktion. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass in Myanmar schwere Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Jetzt, während meines Freiwilligendienstes, erfahre ich immer mehr darüber.

Thailands Nachbarland führt einige traurige Listen an. So war Myanmar laut Transparency International im Jahr 2010 das zweitkorrupteste Land der Erde, nur Somalia lag noch davor. Seit nun etwa 60 Jahren werden Minderheiten dort systematisch verfolgt. Ihre Dörfer werden beschossen, die Bewohner zur Zwangsarbeit verpflichtet, Kinder in die Armee eingezogen. Hunderttausende Angehörige dieser Minderheiten verstecken sich im Dschungel. Einige gehen den Weg über die Berge nach Thailand, um eines der Flüchtlingslager im Grenzgebiet zu erreichen. Mit diesen Flüchtlingen arbeite ich hier. Ich erfahre ganz konkret, was die Auswirkungen dieser oben genannten Fakten sind. (weiterlesen…)

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