Artikel-Schlagworte: „Megacities“

30
Sep

Vertreibung ist keine Lösung!

Von Daniela Singhal

Informelle Siedlungen, Ghettos, Favelas, Shanty Towns. Ihre Namen sind so vielfältig wie ihre Standorte. Die Rede ist von den städtischen Armutsvierteln dieser Welt. Rund eine Milliarde Menschen leben weltweit in nahezu 200.00 Armutsvierteln, denen oftmals eins gemein ist: menschenunwürdige Lebensumstände.

 

Leben im Slum: Nairobi

Leben im Slum: Nairobi

 

Wie werden sich unsere Städte in Zukunft entwickeln? Wie kann man sie nachhaltig planen und wie lassen sich die Bedingungen in den Armutsvierteln dieser Welt nachhaltig verbessern? Diesen und anderen Fragen wurde bei dem Symposium   „Urban shack settlements: Improvement of local living conditions or forced evictions?, dass MISEREOR zusammen mit UN-Habitat und der TU Berlin veranstaltete, diskutiert.
Den Hintergrund dieser Zusammenkunft brachte Peter Herrle, Leiter der Habitat Unit an der TU Berlin, auf den Punkt: „Was uns hier zusammenkommen lässt, ist die Gewissheit, dass Vertreibung niemals die Lösung für diese Probleme sein kann. Wir sind hier, um stattdessen gemeinsam nach Ideen und Ansätzen zu suchen.“
Dass die Lage in den Städten dieser Welt prekär ist und noch prekärer werden weiß auch Miloon Kothari, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Fragen des angemessen Wohnens: „Sehr viele moderne Städte sind von Segregation, Exklusion und Ungerechtigkeit gekennzeichnet. Dahinter steht oftmals eine Politik, die auf Diskriminierung und  Rassismus basiert.“ (weiterlesen…)

19
Jul

Das stinkt zum Himmel!

Von Gast

Als wir am frühen Nachmittag die Müllkippe in Howrah erreichen, fällt es mir schwer,  den Schutzraum unseres kleinen Transporters zu verlassen. Schon von weitem hat der schwere, modernde und bissige Gestank das innere des Wagens erreicht und wird mit jeden 100 Metern unerträglicher. Was uns hier begegnet, ist eigentlich nicht in Bildern festzuhalten: auf endlosen Bergen von Müll arbeiten unzählig viele Kinder, um gemeinsam mit ihren Familien überleben zu können. Viele von ihnen barfüßig auf nackten Sohlen, ihre Füße von den vielen Verletzungen gezeichnet, andere tragen Flip-Flops.

Harter Wettbewerb: Müllsammler-Kinder in Kalkutta

Noch bevor der Müll abgeladen ist, springen die Kinder auf den Wagen. 1 kg dünner Plastikfolie können sie später für umgerechnet 10 Cent verkaufen.

Hier in Howrah liegt – neben der größten Müllhalde der Stadt namens Dhapa-Dumping-Ground – der Auswurf der Metropole Kolkata: zerfledderte Plastikplanen, zerrissene Sandalen, sich auflösende Bastkörbe, faulendes Gemüse und von Fliegen bedeckte Fleisch- und Knochenreste. Selbst noch heute, als ich diese Eindrücke des Vortages aufschreibe, strömen mir Restspuren des Gestanks entgegen, die sich in meinem grünen Notizheft festgesetzt haben.

10 Cent für ein Kilo Plastik

Schweine suchen mit den Menschen hier um die Wette, Tier und Mensch leben von dem, was andere weggeworfen haben und nur für den einmaligen Gebrauch produziert worden schien. Ein schwerer Lastkraftwagen mit „frischem“ Müll schleppt sich die provisorischen Wege dieser Halde hoch. (weiterlesen…)

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