Artikel-Schlagworte: „Hunger“

16
Aug

“Vorschlag: Wie man den Hunger auf dem Land bekämpfen kann”

Von Daniela Singhal

So lautete gestern die Überschrift eines Kommentars zur Hungerkrise in Ostafrika in der Daily Nation, einer der führenden Tageszeitungen in Kenia.

Der Verfasser fordert die kenianische Regierung dazu auf, für mehr Elementarbildung auch in den abgelegeneren ländlichen Regionen zu sorgen. Für die Kinder der Pastoralisten – nomadische und halbnomadische Viehhalter, die einen Großteil der hungernden Bevölkerung in Kenia ausmachen.  Der Kommentator plädiert für mobile Schulen und mehr Schulen mit Übernachtungsmöglichkeiten, so dass die Kinder auch dann lernen können, wenn die Eltern mit den Viehherden auf der Suche nach Weideplätzen umherziehen. Mehr Bildung sei ein wichtiger Teil der Lösung eines schon seit Generationen bestehenden Problems, notwendig um den Teufelskreis des Hungers zu beenden. Zwar müsse man auch die angepasste Lebensweise der Pastoralisten achten, sie aber aber bezüglich neuer Möglichkeiten beraten. Zum Beispiel beim Verkauf ihrer Tiere. Ansonsten hält sich auch hier in den Medien der Vorwurf, dass die Hungersnot hätte verhindert werden können, wenn die Regierung eher reagiert hätte.

Heute reisen wir nach Marsabit. Eine der trockensten Regionen im Norden des Landes, die stark von der Dürre betroffen ist. MISEREOR unterstützt die dortige Diözese bei der Nothilfe für die betroffenen Menschen, die ihre Existenz größtenteils als Viehhalter sichern.

8
Mrz

E 10 wird verhandelt – ohne die Stimme der Hungernden

Von Nicole Piepenbrink

Obgleich die Einführung des Agrosprits bislang in der Zuständigkeit des Umweltressorts lag, hat Wirtschaftsminister Brüderle am heutigen Dienstag zum Benzin-Krisengipfel geladen. Teilnehmen werden Agrar- und Verbraucherministerin Aigner, Umweltminister Röttgen und Verkehrsminister  Ramsauer sowie Automobilverbände, die Autoclubs ADAC und AvD, Verbände der Mineralölwirtschaft, die Agrosprit-Branche, der Bauernverband und die Verbraucherzentralen.

Vertreter der Entwicklungspolitik und Umweltverbände fehlen völlig. Misereor fordert die Bundesregierung dazu auf, auch Umwelt- und Entwicklungsverbände am Dialog zu beteiligen und die weitreichenden sozialen Auswirkungen der Agrospritpolitik ergebnisoffen zu diskutieren.
Die Behauptung, in Deutschland werde lediglich heimisch produziertes Agroethanol in die Tanks geschüttet, führt in die Irre. Zwar wird hierzulande Agroethanol vorwiegend durch Fermentaton zu zwei Dritteln aus Getreide und  einem Drittel aus Zuckerrüben hergestellt, doch steigende Importe sind absehbar. Nach Berechnungen des Londoner Institute for European Environmental Policy (IEEP) wird die EU insgesamt 50% des Agroethanols und 41% des Agrodiesels importieren müssen, umgerechnet eine Fläche von 69.000km2 (Fläche Irlands) jenseits ihres eigenen Territoriums beanspruchen.

Die Importe aber kommen vorwiegend aus Regionen wie Südostasien und Lateinamerika, in denen Land ein hart umkämpftes Gut ist und der Anbau von Energiepflanzen zu einer  verstärkten Landnahme (Landgrabbing) durch Großkonzerne geführt hat. (weiterlesen…)

MISEREOR-Blog läuft mit WordPress Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS).