Artikel-Schlagworte: „Entwicklungszusammenarbeit“

21
Okt

Indien zwischen Wirtschaftsboom und Massenarmut

Von Daniela Singhal

Während die Zentren des Kapitalismus in Europa und anderswo von der Krise in Mitleidenschaft gezogen werden, entwickelt sich die Wirtschaft in Indien prächtig. Der momentane wirtschaftliche Erfolg des zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde steht allerdings im extremen  Widerspruch zur unvorstellbaren Armut, die in großen Teilen des Landes immer noch vorherrscht. Doch braucht ein Schwellenland, dass mittlerweile selber als Geber fungiert, überhaupt noch Entwicklungshilfe?

Welche Perspektiven gibt es für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Indien? Diesen und anderen Fragen wurde im Rahmen des Donnerstagsgespräch der gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) in Berlin auf den Grund gegangen.

Nafisa D'Souza beim Gespraech der GKKE

Wenn Nafisa D’Souza, Direktorin des MISEREOR-Partners LAYA, über die Situation in ihrem Heimatland erzählt, dann spricht sie von „einer großen Ironie“: Die hohen Wachstumsraten der indischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren – 2011 lag das Wirtschaftswachstum bei rund acht Prozent – stehen der Tatsache gegenüber, dass 645 Millionen Menschen, also etwa 55 Prozent der Bevölkerung, unter der Armutsgrenze leben.

„Indien ist sehr wachstumsorientiert. Wenn Profit auf der Agenda steht, werden die Rechte der Menschen zweitrangig“, so D’Souza. Sie sieht momentan drei Hauptprobleme für die Armen in Indien: „Die Menschen müssen den wirtschaftlichen Großprojekten weichen, also den Minen und Staudämmen, die verstärkt gebaut werden. Außerdem werden ihnen lebensnotwendige Ressourcen wie Ackerland und der Zugang zu Trinkwasser entzogen, um damit u.a. Projekte von ausländischen Konzernen zu unterstützen. Nicht weniger verheerend ist auch der Klimawandel, der vermehrt zu Dürren, Überschwemmungen und Missernten führt.“ (weiterlesen…)

11
Jul

Online Lernen ohne Grenzen

Von Susanne Friess

Freitag Abend 21 Uhr. Mein Arbeitstag geht heute in die Verlängerung. Wie so oft in den letzten Wochen finden meine wichtigsten Arbeitstermine am Abend statt – dabei geht es nicht etwa um ein Abendessen mit Gästen aus dem Süden oder einen Vortrag vor einer Kirchengemeinde. Bei meinen Abendterminen sitze ich – physisch alleine, aber doch umgeben von einer ganzen Gruppe von Kursteilnehmern – zu Hause in meinem Büro vor dem Computer. Meine “Gegenüber” sitzen derweil auf der anderen Seite der Erdkugel, in  Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexico und Peru. Bei ihnen ist gerade Nachmittag. Gerade habe ich sie herzlich zu unserer zweiten Online-Konferenz begrüßt.

Per Internet steht Susanne Friess in Verbindung mit Kurs-Teilnehmern in Lateinamerika.

Per Internet steht Susanne Friess in Verbindung mit Kurs-Teilnehmern in Lateinamerika.

Sei drei Wochen läuft nun unsere Online-Schulung für Misereor-Partnerorganisationen in Lateinamerika, die sich mit Menschenrechtsverletzungen im Umfeld großer Bergbauprojekte befassen. Insgesamt 46 TeilnehmerInnen aus 30 Institutionen haben sich für den Online-Kurs angemeldet. Es ist aufregend, mit so vielen engagierten Anwälten und Projektmitarbeitern im Austausch und Kontakt zu sein.

Der Kurs beschäftigt sich mit “internationalen Beschwerdemechanismen”. Das ist ein sperriger Titel für eine in der Praxis sehr spannende Frage: wie können internationale Konzerne, die im Ausland Menschenrechtsverletzungen und Umweltdelikte begehen, für diese Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Gerade im Umfeld großer Bergbauprojekte werden solche Rechtsbrüche von unseren Partnerorganisationen sehr häufig beklagt – doch gibt es neben dem Lamento auch juristische Wege, die in Sanktionen für die Urheber dieser Straftaten münden und in Entschädigungszahlungen für die Geschädigten? (weiterlesen…)

29
Mrz

Netzwerken für junge Menschen

Von Martin Gottsacker

Seit meinem letzten Blogeintrag im Dezember 2010 ist mal wieder eine Menge passiert, über das ich berichten möchte. Weihnachten und den Jahreswechsel haben wir in Deutschland mit Familie und Freunden verbracht, was wirklich schön war. Wie herrlich kann Kälte und Schnee sein! Eine Erfahrung, die ich so nicht erwartet habe, geniesse ich doch auch das immerwarme sonnige Wetter.

Acht Jugendorganisationen haben in Sambia ein Netzwerk gegründet.

Mitte Januar hat Youth Alive Zambia nach einer mehrwöchigen Weihnachtspause dann wieder seine Pforten geöffnet und Anfang Februar habe ich dann meinen ersten Geburtstag in Sambia gefeiert. Unsere Tochter Josephine geht seit einigen Wochen in den Kindergarten, den sie wirklich geniesst. Es ist unheimlich schön, seine Tochter in dieser herrlichen, kinderfreundlichen Umgebung aufwachsen zu sehen. Aber es gibt natürlich auch berufliches Erwähnenswertes.

Besonders eine schöne Initiative möchte ich hervorheben:
Gemeinsam mit insgesamt acht Jugendorganisationen habe ich ein neues Jugendnetzwerk gegründet. Der Name “Youth Empowerment Network” spiegelt da sehr gut unsere Zielsetzung und Intention wider. (weiterlesen…)

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