Artikel-Schlagworte: „Bergbau“

25
Okt

Partizipatives Wasser- und Bodenmonitoring in Peru

Von Susanne Friess

Von Juli bis September 2011 arbeitete Eike Sophie Hümpel, Master-Studentin in Umweltmanagement, als Praktikantin in der Misereor-Partnerorganisation “Vicaría de Solidaridad de Sicuani” im südperuanischen Andenhochland. Im Umfeld einer großen Kupfermine entnahm sie Boden- und Wasserproben und analysierte sie auf Schwermetalle und andere Verschmutzungen. Hier berichtet sie von ihren Eindrücken:

“Meine ersten Gedanken zu dem geplanten Praktikum in Peru sahen etwa so aus: “Zwei Monate im Einflussbereich des Kupferabbauprojekts Xstrata Tintaya in den peruanischen Anden?… Wasser-/ und Bodenproben nehmen?… analysieren lassen?… auswerten! und  die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren??!  – Das klingt super spannend!! Das mach’ ich!!!”

Motiviert, gespannt und voller Neugier machte ich mich also Ende Juli von Kiel auf den Weg nach Peru. Bevor ich “meine” Organisation in Südperu ansteuerte, machte ich zunächst noch einen kurzen Abstecher nach Huancayo, um dort in der Diözese von Huancayo das Team von Bischof Barreto kennenzulernen. Wie Misereor mir gesagt hatte, hatte man dort schon über mehrere Jahre konkrete Erfahrungen mit Umweltanalysen in der von einer Schmelzhütte verseuchten Stadt “La Oroya” gesammelt. Ich wollte von diesen Erfahrungen lernen, bevor ich in Südperu selbst Boden- und Wasserproben entnehmen würde.

Erst hier, im Gespräch mit den Leuten in Huancayo, die bereits praktische Erfahrungen in Umweltanalysen gesammelt hatten und mir von dem Druck erzählten, das das dortige Unternehmen auf sie ausübte, wurde mir allmählich klar, was die Durchführung des vorgeschlagenen Projekts in Espinar tatsächlich bedeuten könnte… (weiterlesen…)

11
Jul

Online Lernen ohne Grenzen

Von Susanne Friess

Freitag Abend 21 Uhr. Mein Arbeitstag geht heute in die Verlängerung. Wie so oft in den letzten Wochen finden meine wichtigsten Arbeitstermine am Abend statt – dabei geht es nicht etwa um ein Abendessen mit Gästen aus dem Süden oder einen Vortrag vor einer Kirchengemeinde. Bei meinen Abendterminen sitze ich – physisch alleine, aber doch umgeben von einer ganzen Gruppe von Kursteilnehmern – zu Hause in meinem Büro vor dem Computer. Meine “Gegenüber” sitzen derweil auf der anderen Seite der Erdkugel, in  Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexico und Peru. Bei ihnen ist gerade Nachmittag. Gerade habe ich sie herzlich zu unserer zweiten Online-Konferenz begrüßt.

Per Internet steht Susanne Friess in Verbindung mit Kurs-Teilnehmern in Lateinamerika.

Per Internet steht Susanne Friess in Verbindung mit Kurs-Teilnehmern in Lateinamerika.

Sei drei Wochen läuft nun unsere Online-Schulung für Misereor-Partnerorganisationen in Lateinamerika, die sich mit Menschenrechtsverletzungen im Umfeld großer Bergbauprojekte befassen. Insgesamt 46 TeilnehmerInnen aus 30 Institutionen haben sich für den Online-Kurs angemeldet. Es ist aufregend, mit so vielen engagierten Anwälten und Projektmitarbeitern im Austausch und Kontakt zu sein.

Der Kurs beschäftigt sich mit “internationalen Beschwerdemechanismen”. Das ist ein sperriger Titel für eine in der Praxis sehr spannende Frage: wie können internationale Konzerne, die im Ausland Menschenrechtsverletzungen und Umweltdelikte begehen, für diese Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Gerade im Umfeld großer Bergbauprojekte werden solche Rechtsbrüche von unseren Partnerorganisationen sehr häufig beklagt – doch gibt es neben dem Lamento auch juristische Wege, die in Sanktionen für die Urheber dieser Straftaten münden und in Entschädigungszahlungen für die Geschädigten? (weiterlesen…)

20
Apr

Eleny

Von Susanne Friess

Eleny sitzt auf den Ziegeln, die vor ihrem neu gebauten Haus aufgestapelt sind. Erst vor kurzem haben ihr Mann und sie den Neubau bezogen. Es ist ein schönes Haus – geräumig, mit schönen Fliesen auf dem Boden. Elenys Mann hat die rustikalen Holzmöbel selbst gebaut.

Eleny erzählt vom Leben mit der Uranmine

Eleny erzählt vom Leben mit der Uranmine

Im Haus stehen die Türen zu allen Zimmern offen – überall ist es aufgeräumt, die Räume strahlen etwas Freundliches aus.

Ich zähle drei Schlafzimmer, und denke: “Da sind wohl zwei Kinderzimmer vorgesehen”. Es ist erst ein Jahr her, dass Eleny und ihr Mann geheiratet haben.

Eleny blickt freundlich in die Kamera. Sie gibt ein Interview. Hinter ihr, in etwa zwei Kilometern Entfernung, sieht man große Erdbewegungen. Hier liegt die Uranmine des brasilianischen Betreibers “Indústrias Nucleares do Brasil” (INB). Das Unternehmen baut seit gut 10 Jahren Uran in der Gegend ab. Seitdem hat sich das Leben in den umliegenden Gemeinden sehr verändert. (weiterlesen…)

31
Mrz

Radioaktive Gefahr in Verzug

Von Susanne Friess

Engagiert: MISEREOR-Beraterin Susanne Fries dreht gerade in Brasilien einen Film zum Thema Uranbergbau.

Während die ganze Welt auf die tragischen Ereignisse in Japan blickt und den Atem anhält angesichts der Gefahr eines nuklearen Super-GAUs im Kernkraftwerk Fukushima, befasst sich MISEREOR-Beraterin Susanne Friess in Brasilien mit den Gefahren des Uranabbaus. Im MISEREOR- Blog berichtet die Beraterin für “Bergbau und Entwicklung”, die momentan an einem Dokumentarfilm mitarbeitet, über ihre Erfahrungen.

Auf den ersten Blick wirkt es friedlich und beschaulich in der Gemeinde Caetité. Die Menschen wirken freundlich, lachen einen an. Beeindruckend angesichts der Gefahr, der sich tagtäglich ausgesetzt sind. Denn die Bewohner von Caetité leben neben der größten aktiven Uranmine Brasiliens.

Blick auf die Uranmine

In diesen Wochen blickt die Welt nach Japan und erlebt die ungeheuren Gefahren, die mit dem Betreiben von AKWs und der Endlagerung radioaktiven Mülls für die Menschheit einher gehen. Wir lernen hier in Brasilien, dass sich auch schon zu Beginn der atomaren Energiekette alles um radioaktive Verstrahlung, um kranke Menschen und verseuchte Produkte dreht. Brasilien verfügt über die sechstgrößten Uranvorkommen der Welt.

 

Verseuchtes Wasser und Hirntumore

In einem Dokumentarfilm porträtieren wir die Arbeit des MISEREOR-Partners Pater Osvaldino Barboso, der sich in seiner Gemeinde Caititié für die Verbesserung der Umwelt- und Menschenrechtssituation im Umfeld der Uranmine engagiert. Seit 2000 operiert hier die Uranmine der halbstaatlichen INB. Längst sind in Brasilien nicht alle Uranvorkommen erschlossen, doch in der Mine in Caetité lässt sich schon jetzt beobachten, welche Probleme der Uranbergbau mit sich bringt und was in anderen Regionen Brasiliens ebenfalls zu erwarten ist: Wasserquellen sind mit Uran verseucht, überdurchschnittlich viele Menschen leiden an Krebs. Leukämie und Hirntumore sind besonders verbreitet.

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