Artikel-Schlagworte: „Ausbildung“

9
Nov

Ausbildung gesucht… in Simbabwe

Von Volker Riehl

Auf Projektbesuch in der Budirirai Berufsschule nördlich von Masvingo in Zentral Simbabwe

Jetzt – Anfang November – ist das Ende der Trockenzeit. Die Temperaturen gehen über 40 Grad, und die Erde (und die Bauern) sehnen sich nach den ersten Regen, um die Saat einzubringen.

Projektbesuch bei der Budirirai Berufsschule

Projektbesuch bei der Budirirai Berufsschule

Von Harare ist das Berufsschulzentrum fast 400 km enfernt, die letzten 50 km sandige Piste.  Es geht durch Trockenflüsse und fast unpassierbare Wegstrecken.

Wenn es irgenwo eine Daseinsberechtigung für diese Schule gibt, dann hier ‘in the middle of nowhere’.

Es gibt im Umkreis von 50 km keinerlei Möglichkeiten, eine formalisierte Berufsschulausbildung – in diesem Fall als Maurer – zu machen.

Gäbe es diese Schule noch nicht hier, dann müsste man sie erfinden. Möglicherweise wären die Auszubildenden jetzt Strassenjugendliche in der Bezirkshauptstadt oder in der Hauptstadt von Simbabwe in Harare. Wer weiss. (weiterlesen…)

16
Aug

“Vorschlag: Wie man den Hunger auf dem Land bekämpfen kann”

Von Daniela Singhal

So lautete gestern die Überschrift eines Kommentars zur Hungerkrise in Ostafrika in der Daily Nation, einer der führenden Tageszeitungen in Kenia.

Der Verfasser fordert die kenianische Regierung dazu auf, für mehr Elementarbildung auch in den abgelegeneren ländlichen Regionen zu sorgen. Für die Kinder der Pastoralisten – nomadische und halbnomadische Viehhalter, die einen Großteil der hungernden Bevölkerung in Kenia ausmachen.  Der Kommentator plädiert für mobile Schulen und mehr Schulen mit Übernachtungsmöglichkeiten, so dass die Kinder auch dann lernen können, wenn die Eltern mit den Viehherden auf der Suche nach Weideplätzen umherziehen. Mehr Bildung sei ein wichtiger Teil der Lösung eines schon seit Generationen bestehenden Problems, notwendig um den Teufelskreis des Hungers zu beenden. Zwar müsse man auch die angepasste Lebensweise der Pastoralisten achten, sie aber aber bezüglich neuer Möglichkeiten beraten. Zum Beispiel beim Verkauf ihrer Tiere. Ansonsten hält sich auch hier in den Medien der Vorwurf, dass die Hungersnot hätte verhindert werden können, wenn die Regierung eher reagiert hätte.

Heute reisen wir nach Marsabit. Eine der trockensten Regionen im Norden des Landes, die stark von der Dürre betroffen ist. MISEREOR unterstützt die dortige Diözese bei der Nothilfe für die betroffenen Menschen, die ihre Existenz größtenteils als Viehhalter sichern.

18
Jul

ÜberLeben in Kalkutta

Von Gast

Seit Dienstag bin ich auf Recherchereise für die Fastenaktion 2012 in Indien: mitten in den Slums von Kalkutta (eigentlich: Kolkata). Im Mittelpunkt stehen die Kinder und Jugendlichen des MISEREOR-Projektpartners Tiljala-Shed: Sie sind es, die mein Herz bewegen, die mich zum Lachen und Weinen bringen, die die Zukunft dieser Stadt sind.

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Ihar Tunaskar, lebt gefährlich. Er lebt in einer Hütte, direkt an den Bahngleisen. Unfälle sind hier an der Tagesordnung.

Und doch scheint sich vieles gegen sie verschworen zu haben. Als muslimische Minderheit leben sie am Rand der Gesellschaft, viele von ihnen sind Flüchtlinge, andere leben schon seit Jahrzehnten hier. Ihre Hütten aus Bambus, Plastikplanen und Wellblech stehen an giftigen Flüssen oder an gefährlichen Bahnschienen. Auf 6-9 m² leben sie zu viert, manchmal sogar zu  acht. Da mag es schwer fallen, an den Himmel auf Erden zu glauben.  Sie leben von dem, was sie Tag für Tag durch ihrer Hände Arbeit verdienen. Das ist nicht viel. So arbeiten auch die Kinder mit, um ihren Beitrag für den Familienunterhalt zu leisten. Sie sammeln und sortieren Müll, sie kleben Sandaletten und Schuhe, sie verkaufen Getränke und T-Shirts auf den Bürgersteigen dieser wuseligen Stadt. Tagsüber wird es gefühlte 40 Grad heiß, die extreme Luftfeuchtigkeit lässt es fast noch heißer erscheinen. Die Luft ist erfüllt von einem süßlich-bitteren Geschmack – so wie ich es von obergärigen Biotonnen oder gelben Säcken her kenne.

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11
Jul

Online Lernen ohne Grenzen

Von Susanne Friess

Freitag Abend 21 Uhr. Mein Arbeitstag geht heute in die Verlängerung. Wie so oft in den letzten Wochen finden meine wichtigsten Arbeitstermine am Abend statt – dabei geht es nicht etwa um ein Abendessen mit Gästen aus dem Süden oder einen Vortrag vor einer Kirchengemeinde. Bei meinen Abendterminen sitze ich – physisch alleine, aber doch umgeben von einer ganzen Gruppe von Kursteilnehmern – zu Hause in meinem Büro vor dem Computer. Meine “Gegenüber” sitzen derweil auf der anderen Seite der Erdkugel, in  Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexico und Peru. Bei ihnen ist gerade Nachmittag. Gerade habe ich sie herzlich zu unserer zweiten Online-Konferenz begrüßt.

Per Internet steht Susanne Friess in Verbindung mit Kurs-Teilnehmern in Lateinamerika.

Per Internet steht Susanne Friess in Verbindung mit Kurs-Teilnehmern in Lateinamerika.

Sei drei Wochen läuft nun unsere Online-Schulung für Misereor-Partnerorganisationen in Lateinamerika, die sich mit Menschenrechtsverletzungen im Umfeld großer Bergbauprojekte befassen. Insgesamt 46 TeilnehmerInnen aus 30 Institutionen haben sich für den Online-Kurs angemeldet. Es ist aufregend, mit so vielen engagierten Anwälten und Projektmitarbeitern im Austausch und Kontakt zu sein.

Der Kurs beschäftigt sich mit “internationalen Beschwerdemechanismen”. Das ist ein sperriger Titel für eine in der Praxis sehr spannende Frage: wie können internationale Konzerne, die im Ausland Menschenrechtsverletzungen und Umweltdelikte begehen, für diese Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Gerade im Umfeld großer Bergbauprojekte werden solche Rechtsbrüche von unseren Partnerorganisationen sehr häufig beklagt – doch gibt es neben dem Lamento auch juristische Wege, die in Sanktionen für die Urheber dieser Straftaten münden und in Entschädigungszahlungen für die Geschädigten? (weiterlesen…)

29
Mrz

Netzwerken für junge Menschen

Von Martin Gottsacker

Seit meinem letzten Blogeintrag im Dezember 2010 ist mal wieder eine Menge passiert, über das ich berichten möchte. Weihnachten und den Jahreswechsel haben wir in Deutschland mit Familie und Freunden verbracht, was wirklich schön war. Wie herrlich kann Kälte und Schnee sein! Eine Erfahrung, die ich so nicht erwartet habe, geniesse ich doch auch das immerwarme sonnige Wetter.

Acht Jugendorganisationen haben in Sambia ein Netzwerk gegründet.

Mitte Januar hat Youth Alive Zambia nach einer mehrwöchigen Weihnachtspause dann wieder seine Pforten geöffnet und Anfang Februar habe ich dann meinen ersten Geburtstag in Sambia gefeiert. Unsere Tochter Josephine geht seit einigen Wochen in den Kindergarten, den sie wirklich geniesst. Es ist unheimlich schön, seine Tochter in dieser herrlichen, kinderfreundlichen Umgebung aufwachsen zu sehen. Aber es gibt natürlich auch berufliches Erwähnenswertes.

Besonders eine schöne Initiative möchte ich hervorheben:
Gemeinsam mit insgesamt acht Jugendorganisationen habe ich ein neues Jugendnetzwerk gegründet. Der Name “Youth Empowerment Network” spiegelt da sehr gut unsere Zielsetzung und Intention wider. (weiterlesen…)

6
Dez

Mit Jugendlichen debattieren

Von Martin Gottsacker

Gut ein Monat ist nach dem letzten Blogeintrag schon wieder vergangen – Zeit,  wieder von Neuigkeiten zu berichten. Der November war mal wieder voller Aktivitäten bei Youth Alive Zambia.

Sambische Teenies blühen bei Schuldebatten auf

Herausragend war eine Schuldebatte, die Youth Alive Zambia gemeinsam mit den Vereinten Nationen und dem Gender-Ministerium durchgeführt hat. Insgesamt acht Schulen traten gegeneinander an und debattierten rund um das Oberthema “Gewalt gegen Frauen”. Die häusliche Gewalt gegen Frauen ist in Sambia aus verschiedenen Gründen weit verbreitet und nimmt unterschiedliche Formen an. Dazu zählen physische Gewaltakte, sexuelle Übergriffe, seelische Erniedrigung und nicht zuletzt ökonomische Abhängigkeit.

Gewalt gegen Frauen in Sambia hat sowohl Ursachen, die überall auf der Welt anzutreffen sind als auch traditionelle, kulturelle Gründe. Sambia weist eine patriarchalisch geprägte Gesellschaft auf, in der der Mann der Frau gegenüber als höher gestellt angesehen wird. Der Mann hat das Sagen – die Frau hat zu folgen. Und dies umfasst alle denkbaren Lebensbereiche, auch die Sexualität.

Der Alkohol ist ein großer Faktor, der körperliche und sexuelle Gewalt begünstigt.

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