Artikel-Schlagworte: „Armutsviertel“

15
Mrz

Zweierlei Armut

Von Marianne Pötter-J.

Wie nehmen Menschen aus MISEREOR-Projektländern  Armut in Deutschland war? Diese Frage bewegt mich bei einer Stadtführung durch Ludwigshafen für die Gäste der MISEREOR-Fastenaktion. Heute stehen keine Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Stattdessen schauen wir uns Projekte für benachteiligte Kinder an.

Zu Gast im Kinderhort

Zu Gast im Kinderhort

Luxusprobleme?

Ludwigshafen hat eine Arbeitlosenquote von 9,3 % und laut Spiegel-Online ist in der Industriestadt jedes dritte Kind arm. Wie wirkt das auf Mary Gatitu aus Nairobi? Lächerlich? Weil die Armen in Deutschland soviel  besser leben als die meisten in Nairobi. Dort leben drei Viertel aller Einwohner in Slums. Oder schockierend? Weil es im reichen Deutschland Kinder gibt, die morgens hungrig zu Schule gehen. (weiterlesen…)

30
Sep

Vertreibung ist keine Lösung!

Von Daniela Singhal

Informelle Siedlungen, Ghettos, Favelas, Shanty Towns. Ihre Namen sind so vielfältig wie ihre Standorte. Die Rede ist von den städtischen Armutsvierteln dieser Welt. Rund eine Milliarde Menschen leben weltweit in nahezu 200.00 Armutsvierteln, denen oftmals eins gemein ist: menschenunwürdige Lebensumstände.

 

Leben im Slum: Nairobi

Leben im Slum: Nairobi

 

Wie werden sich unsere Städte in Zukunft entwickeln? Wie kann man sie nachhaltig planen und wie lassen sich die Bedingungen in den Armutsvierteln dieser Welt nachhaltig verbessern? Diesen und anderen Fragen wurde bei dem Symposium   „Urban shack settlements: Improvement of local living conditions or forced evictions?, dass MISEREOR zusammen mit UN-Habitat und der TU Berlin veranstaltete, diskutiert.
Den Hintergrund dieser Zusammenkunft brachte Peter Herrle, Leiter der Habitat Unit an der TU Berlin, auf den Punkt: „Was uns hier zusammenkommen lässt, ist die Gewissheit, dass Vertreibung niemals die Lösung für diese Probleme sein kann. Wir sind hier, um stattdessen gemeinsam nach Ideen und Ansätzen zu suchen.“
Dass die Lage in den Städten dieser Welt prekär ist und noch prekärer werden weiß auch Miloon Kothari, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Fragen des angemessen Wohnens: „Sehr viele moderne Städte sind von Segregation, Exklusion und Ungerechtigkeit gekennzeichnet. Dahinter steht oftmals eine Politik, die auf Diskriminierung und  Rassismus basiert.“ (weiterlesen…)

18
Jul

ÜberLeben in Kalkutta

Von Gast

Seit Dienstag bin ich auf Recherchereise für die Fastenaktion 2012 in Indien: mitten in den Slums von Kalkutta (eigentlich: Kolkata). Im Mittelpunkt stehen die Kinder und Jugendlichen des MISEREOR-Projektpartners Tiljala-Shed: Sie sind es, die mein Herz bewegen, die mich zum Lachen und Weinen bringen, die die Zukunft dieser Stadt sind.

we-shall-overcome

Ihar Tunaskar, lebt gefährlich. Er lebt in einer Hütte, direkt an den Bahngleisen. Unfälle sind hier an der Tagesordnung.

Und doch scheint sich vieles gegen sie verschworen zu haben. Als muslimische Minderheit leben sie am Rand der Gesellschaft, viele von ihnen sind Flüchtlinge, andere leben schon seit Jahrzehnten hier. Ihre Hütten aus Bambus, Plastikplanen und Wellblech stehen an giftigen Flüssen oder an gefährlichen Bahnschienen. Auf 6-9 m² leben sie zu viert, manchmal sogar zu  acht. Da mag es schwer fallen, an den Himmel auf Erden zu glauben.  Sie leben von dem, was sie Tag für Tag durch ihrer Hände Arbeit verdienen. Das ist nicht viel. So arbeiten auch die Kinder mit, um ihren Beitrag für den Familienunterhalt zu leisten. Sie sammeln und sortieren Müll, sie kleben Sandaletten und Schuhe, sie verkaufen Getränke und T-Shirts auf den Bürgersteigen dieser wuseligen Stadt. Tagsüber wird es gefühlte 40 Grad heiß, die extreme Luftfeuchtigkeit lässt es fast noch heißer erscheinen. Die Luft ist erfüllt von einem süßlich-bitteren Geschmack – so wie ich es von obergärigen Biotonnen oder gelben Säcken her kenne.

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