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	<title>MISEREOR-Blog</title>
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	<description>Der WordPress-Blog von MISEREOR</description>
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		<title>Gedanken im Regen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 18:33:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiwilligendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Zeit hier neigt sich dem Ende zu. Ich habe viel gelernt über die Probleme der Flüchtlinge, habe versucht zu helfen, wenn Menschen Schwierigkeiten hatten. Wenn Minderjährige unbeaufsichtigt waren, weil ihre Eltern das Dorf in Myanmar nicht aufgeben, ihre Kinder aber in Sicherheit wissen wollten und ins Lager schickten. Wenn Menschen verhaftet wurden, weil sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Meine Zeit hier neigt sich dem Ende zu. Ich habe viel gelernt über  die Probleme der Flüchtlinge, habe versucht zu helfen, wenn Menschen Schwierigkeiten hatten.</strong><strong> </strong></p>
<div id="attachment_5035" class="wp-caption alignleft" style="width: 288px"><strong><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog11.jpg"><img class="size-medium wp-image-5035" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog11-300x199.jpg" alt="Das Camp" width="278" height="182" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Das Camp</p></div>
<p>Wenn Minderjährige unbeaufsichtigt waren, weil ihre Eltern das Dorf in Myanmar nicht aufgeben, ihre Kinder aber in Sicherheit wissen wollten und ins Lager schickten. Wenn Menschen verhaftet wurden, weil sie illegal in Thailand arbeiteten. Wenn häusliche Gewalt stattfand, Selbstmord oder sexueller Missbrauch. Dies sind Ausnahmefälle in den Flüchtlingslagern. Das Bild, was mir zuerst in den Kopf kommt, wenn ich an Ban Don Yang denke, ist ein anderes. Ein grünes. Ein dörfliches, irgendwie. Ich schaue aus dem Fenster unseres Autos, während ich warte bis die Rückfahrt beginnt.</p>
<p><span id="more-5034"></span>Dieses ist das Kleinste der neun Camps, nur einen Steinwurf entfernt von Myanmar beherbergt es etwa 5000 Flüchtlinge. Es war einer meiner Lieblingsorte, auch wenn es stets schwer war, das den Lieben zu Hause zu vermitteln. Wie kann es in einem Flüchtlingslager schön sein? Darf ich es hier überhaupt schön finden? An einem Ort, an dem Vertriebene leben, zwangsweise, nachdem sie vielleicht Folter erlitten haben, ihre Felder und Häuser abgebrannt wurden, sie tagelang durch den verminten Dschungel laufen mussten?  Zwei kleine Kinder jagen einen Hund, oder werden sie von ihm gejagt? Grenzen verschwimmen. Die Mutter ruft etwas, ihr Gesicht ist bestrichen mit der weißen Paste aus Tanaka Holz.</p>
<div id="attachment_5036" class="wp-caption alignright" style="width: 271px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog10.jpg"><img class="size-medium wp-image-5036" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog10-300x199.jpg" alt="Flüchtlinge" width="261" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Flüchtlinge</p></div>
<p>Es beginnt zu regnen. Regen, das heißt hier etwas anderes als wir es von zu Hause kennen. Innerhalb von Sekunden sieht man die Hand vor Augen nicht mehr. Es blitzt und kracht. Die sandigen Hänge im Camp verwandeln sich in Schlammpisten, der kleine Bach beginnt zu rauschen. Ich sitze sicher und trocken im Truck. Isoliert, getrennt vom Lager, jetzt schon. Ich betrachte die Leute draußen. Habe ich in den letzten Monaten genug unternommen, um das Eis zwischen mir und euch zu brechen? Bin ich genug auf euch zugegangen, habe ich versucht euch die Schüchternheit zu nehmen? Habe ich meine eigene oft genug überwunden? Hätten wir uns noch näher kommen können? Wird es das Lager noch geben, wenn ich zurückkomme an die Grenze, irgendwann?</p>
<p>Viele von den Menschen, die ich hier oft gesehen habe, haben sich in den ersten Monaten so selten getraut mit mir zu reden, mich auch nur anzusehen. Selbst die, die im selben Alter sind wie ich. Keine Sekunde allerdings musste ich irgendwo stehen, stets wurde mir sofort ein Stuhl besorgt. Nie hat es auf mich geregnet, immer hielt gleich jemand einen Schirm über mich. Dies war eure Art der Zuwendung, der Kontaktaufnahme, das fast schon unterwürfige Bedienen, das ich gar nicht wollte, ich wollte doch viel lieber, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen. Ich habe nichts gescheut, ich setzte mich immer zu euch auf den Boden, ich trug eure Kleidung, ich lag stundenlang mit Magenkrämpfen im Bett nach der vergorenen Fischsuppe die ihr gekocht hattet. Und dann habt ihr euch nach und nach geöffnet, mir eure Hütten gezeigt, mich zu euren Familien gebracht, Fragen gestellt zu meiner Heimat. Es war ein langsamer, mühsamer Prozess aber jede kleine Geste des Vertrauens hat ihn lohnenswert gemacht.</p>
<div id="attachment_5041" class="wp-caption alignleft" style="width: 172px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog4.jpg"><img class="size-medium wp-image-5041 " src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog4-200x300.jpg" alt="Abschied" width="162" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Abschied</p></div>
<p>Als die Flüchtlinge mitbekamen, dass meine Zeit hier bald vorbei ist, fassten sich einige ein Herz. Ich wäre doch immer irgendwie dagewesen, erklärten sie, auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen. Das hat mich sehr berührt. Sie schienen fast unruhig zu sein. Sie fragten mich nach meiner Adresse, nach meiner Telefonnummer. Ob ich wieder komme. Ich überlegte, wie wir am besten Kontakt halten könnten. Handysignal empfängt man hier nur auf einigen Hügeln und ein Gespräch nach Deutschland wäre das machbar? Wo es doch mit Händen und Füßen schon schwierig ist&#8230; Ich schrieb ihnen meine Email-Adresse auf. Ich dachte mir dabei, vielleicht landen sie auch mal illegal in Thailand oder gehen zurück nach Myanmar…Sie starrten verwirrt auf die Kombination von Zeichen, die meine E-Mail-Adresse sind. Was soll man damit anfangen? Okay. Ich schrieb meine ganz normale Postadresse auf ein kleines Stück abgerissenes Papier. Potsdam, Deutschland. Was aber sollte ich mir von ihnen aufschreiben? Von Bee Wah und Naw Say Dah. Menschen, die keine Pässe haben. Ihre UN-Flüchtlingsnummer? In welcher Sektion im Camp sie leben? Mich überkam ein beklemmendes Gefühl. Ein kleiner Junge griff meine Hand und bedeutete mir, aufzustehen. Und dann sangen die Flüchtlinge für mich, auf Karen, zum Abschied. Sie singen immer leidenschaftlich und voller Hingabe, alle Schüchternheit scheint dabei von ihnen abzufallen. Sie sagten, dass sie mich nie vergessen werden und ich hoffe, sie meinen es ernst.</p>
<div id="attachment_5037" class="wp-caption alignright" style="width: 188px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog5.jpg"><img class="size-medium wp-image-5037 " src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog5-200x300.jpg" alt="Blick zurück" width="178" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Blick zurück</p></div>
<p>Daran denke ich jetzt, am Ende dieses Tages. Mit meinen Kollegen habe ich noch einige Wochen Zeit. Aber in dieses Camp komme ich wahrscheinlich nicht noch mal. Ich schaue mich um, der Regen plattert immer noch gegen die Autoscheibe. Der Dschungel erstrahlt in sattem Grün. Naw Ma’y Yar steht in der Tür einer Hütte und schaut mir nach. Wir haben so viele Stunden hier miteinander verbracht und doch habe ich das Gefühl viel zu wenig über sie zu wissen. Unser Auto setzt sich in Bewegung, wir fahren vorbei an einem großen Platz zwischen den Hütten. Ich drehe mich um und schaue ein letztes Mal zu meiner Freundin. Auf ihrem T-Shirt steht <em>I am absolutely awesome</em>. Ein scheinbarer Widerspruch, diese selbstbewusste Aussage und dieses schüchterne, beinahe zerbrechlich wirkende Mädchen. Ich muss fast grinsen. In meinen Gedanken höre ich noch mal die Gesänge der Karen hier, ich sehe die Menschen lächeln, ich sehe Alte und Kinder und all die Gesichter von denen, die mir besonders ans Herz gewachsen sind. Trotz, oder gerade weil wir so unterschiedlich sind und solch eine Kluft zwischen unseren Kulturen zu existieren scheint. Ihr seid meine Freunde.</p>
<p>Ich weiß, wie einzigartig diese Erfahrung war, wie wenige Ausländer hier her kommen können und erst recht für so lange Zeit. Ich habe keinen Zweiten getroffen in diesem Camp. Ich bin dankbar für jede Sekunde, für jede Schwierigkeit, für jede Annährung, für jedes Lächeln und jedes Händeschütteln. Was wird die Zukunft bringen? Unser Fahrer hupt, ich schaue nach vorn. Der Platz, den wir überqueren müssen ist voll mit Kindern. Sie haben sich die Kleider vom Leib gerissen und tanzen im Regen. Ich verlasse Ban Don Yang weinend und dankbar.</p>
<p><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog9.jpg"> <img class="size-medium wp-image-5038 " src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/blog9-300x199.jpg" alt="Tanzen auch im Regen" width="462" height="304" /></a></p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl>
<dt></dt>
</dl>
</div>
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		<title>Farbe für den Nightshelter</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 17:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiwilligendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Butterflies]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Shelter]]></category>

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		<description><![CDATA[Farbe für den Nightshelter Ich laufe die letzten Meter durch die engen Straßen nahe der Nizamuddin Station in Delhi. Es ist Mittagshitze, 40 Grad, und trotzdem drückende Menschenmassen in den schmalen Gassen. Die Bahnstation ist die zweitgrößte Station in Delhi und liegt im Osten der Stadt; sich dem Bahnhof anschließend liegt Delhis Fern-Busbahnhof mit Bussen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><br />
Farbe für den Nightshelter</strong></p>
<div id="attachment_5023" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/shelter02.jpg"><img class="size-medium wp-image-5023" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/shelter02-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Butterflies-Shelter in Nizamuddin...</p></div>
<p>Ich laufe die letzten Meter durch die engen Straßen nahe der Nizamuddin Station in Delhi. Es ist Mittagshitze, 40 Grad, und trotzdem drückende Menschenmassen in den schmalen Gassen. Die Bahnstation ist die zweitgrößte Station in Delhi und liegt im Osten der Stadt; sich dem Bahnhof anschließend liegt Delhis Fern-Busbahnhof mit Bussen in andere Städte und Landesteile. In Nizamuddin ist 24/7 Leben auf der Straße und Menschen sind auf dem Weg. Viele Straßenkinder arbeiten und leben in der Station, sammeln Plastikflaschen aus den Zügen und schlafen nachts auf den Bahnsteigen. Sie sind nicht auf dem Weg, sondern leben hier. <span id="more-5022"></span><br />
Ich sehe Richab auf der anderen Straßenseite und winke ihn zu mir rüber.  Voll stolz erzählt er mir, dass er gerade noch seinen, vom morgen an, gesammelten Müll verkauft hat. “auf zum Shelter” sagt er, und wir gehen die letzten Meter gemeinsam durch die engen Gassen.<br />
Butterflies’ Streetworker treffen sich auf den Bahnsteigen, in naheliegenden Park oder Müllverkaufsstellen mit den Kindern um mit ihnen zu lernen, spielen oder sie zu versorgen. Weiterhin betreibt Butterflies einen Shelter nahe dem Busbahnhof. In dieser Nachtunterkunft schlafen täglich bis zu 25 Kinder. Hier bekommen die Jungs Essen und Trinken, haben Sanitäre Anlagen und Spielangebote wie Ludo(die indische Version von Mensch-ärgere-dich-nicht)  oder Carrom (ein Brettspiel, bei dem Versucht wird, Steine in eine der vier Ecken des Brettes zu schnipsen).<br />
Nachdem Richab und ich den Shelter betreten haben, fragt er mich nach Mittagessen. Er hatte heute noch kein Frühstück oder Mittagessen. Aus dem Topf gebe ich ihm eine Packung Reis, Dal (Linseneintopf) und Aloogobi-Gemüse(Kartoffeln mit Blumenkohl). Nachdem er vom Händewaschen kommt, setzt er sich neben Harijul und Saalman, die beide kurz vor ihm ankamen. Sie reden über ihr Dorf, 8 Stundenzugfahrt von Delhi.</p>
<p><strong>Privatsphäre Größe: 20 auf 20 auf 35 cm</strong><br />
Es ist ein 10 auf 8 Meter großer Raum mit Steinboden und kahlen Wänden. In einer Ecke sind Spinds aufgestellt, für jeden Jungen einen. Das einzige Stück Privatsphäre: 20 auf 20 auf 35 cm. In der gegenüberliegenden Ecke liegen haufenweise Decken, für die Nacht. Aus den Fernseher dröhnt Bollywoodmusik – 5Augenpaare sind gebannt auf den Bildschirm gerichtet. In der anderen Ecke sitzt Saleem mit einem Buch und einem Bleistift und macht seine Hausaufgaben. “Aaj bahut kaam hai” sagt er, (“heute sind es viele Aufgaben”). Er ist einer der 4 Jungs, die im Shelter leben und in die Schule gehen.<br />
Abends ab 7 erreichen die meisten Jungs die Unterkunft. Viele haben keine Familie in Delhi, kamen wegen der Arbeit aus ihren Dörfern und arbeiten jetzt im Bahnhof. Andere sind von zu Hause weggerannt, und haben irgendwann mal einen Streetworker von Butterflies getroffen, der ihnen den Shelter zeigte. Der Shelter bietet nicht nur eine Schlafmöglichkeit sondern auch Schutz vor Überfallen und Polizei, Gewalt und Misshandlung – Probleme, mit denen die Kinder täglich zu kämpfen haben.</p>
<p><strong>Malen mit den Shelter-Jungs</strong></p>
<p><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/IMGP2254.jpg"><img class="size-medium wp-image-5024 alignright" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/IMGP2254-225x300.jpg" alt="" width="135" height="180" /></a>Ich habe mir für heute etwas kreatives überlegt. Zunächst gegen den Willen der Jungs mache ich den TV aus – Richab motzt, er wird in einer Stunde wieder arbeiten, da will er wenigstens jetzt relaxen. Mit 8 Jungs, ohne Richab und Saalman, setzte ich mich in einen Kreis in die Mitte und lege ein großes Banner in die Mitte. Jeder Junge mit einem Bleistift bewaffnet, wird vorgemalt. Doch es dauert nicht lange, dann haben wir auch Farbe im Spiel.<br />
Ich will Farbe reinbringen in den Shelter. Auf der einen Seite des Banners entsteht ein Schmetterling, in der Mitte ein Fisch und dort ein Haus. Es gibt keine Grenzen, nur Fantasie und wer sich nicht traut, fragt Saleem, damit er ihnen etwas vormalt.</p>
<p><strong>Gruppenbild</strong><br />
Nach einer Stunde, viel umgekippten Farbtöpfen, drei zerstörten Pinseln ist das Kunstwerk fertig. Richab ist der letzte der noch malt…’sein’ Schmetterling soll doch der Schönste sein! <img src='http://www.misereor.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_5025" class="wp-caption aligncenter" style="width: 583px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/IMGP2262.jpg"><img class="size-large wp-image-5025  " src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/IMGP2262-1024x768.jpg" alt="" width="573" height="430" /></a><p class="wp-caption-text">Unser Banner...seit heute hängt es nun an der Wand</p></div>
<p>Viele  Grüße von den Butterflies&#8230;</p>
<p>Leonard</p>
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		<title>Sichtwechsel</title>
		<link>http://www.misereor.de/blog/2012/04/30/sichtwechsel/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 07:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiwilligendienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Ruanda, Tansania, Sambia, Indien, Kambodscha, Ost-Timor, Philippinen, Thailand, Mexiko und Argentinien sind sie angereist. 20 Verantwortliche aus MISEREOR-Projekten sind derzeit in Aachen. Viele von ihnen sind zum ersten Mal in Deutschland und saßen zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Flugzeug. In ihren Heimatländern nehmen sie MISEREOR-Freiwillige des &#8220;Weltwärts&#8221;-Förderprogramms auf. Doch wie sieht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aus Ruanda, Tansania, Sambia, Indien, Kambodscha, Ost-Timor, Philippinen, Thailand, Mexiko und Argentinien sind sie angereist. 20 Verantwortliche aus MISEREOR-Projekten sind derzeit in Aachen. Viele von ihnen sind zum ersten Mal in Deutschland und saßen zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Flugzeug.</strong></p>
<p><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/Partnertagung-FlipChart.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5002" title="Partnertagung - FlipChart" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/Partnertagung-FlipChart-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>In ihren Heimatländern nehmen sie MISEREOR-Freiwillige des &#8220;Weltwärts&#8221;-Förderprogramms auf. Doch wie sieht es eigentlich in diesem fernen Land, aus dem die Freiwilligen kommen, aus? &#8211; Zeit, um Land, Leute und Misereor mal kennenzulernen und sich auch untereinander auszutauschen.<span id="more-4990"></span><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Aha-Erlebnisse</strong></p>
<p>„Mir ist aufgefallen, dass sich die Leute auf der Straße nicht begrüßen. In Sambia begrüßt man sich, in Deutschland konzentriert sich jeder auf sich selbst“, meint Philip Nsangu Phiri aus der Diözese Solwezi. Er habe in den Tagen hier sehr viel gelernt und auch die Freiwilligen in Sambia besser verstanden. „Um 20 Uhr gehen die Menschen in Sambia nach Hause; es ist Feierabend. Hier in Deutschland gehen die Leute weg, zum Tanzen oder um noch etwas zu trinken. Die wenigsten Gastfamilien erlauben den Freiwilligen bei uns abends noch feiern zu gehen, es ist zu gefährlich für sie.“ Eine wichtige Erfahrung für Phiri.</p>
<p><strong>Armut in Deutschland?</strong></p>
<p>Auch der Besuch von Aachener Sozialprojekten stand auf dem Programm. Gibt es das überhaupt, Armut in Deutschland? „In der Einrichtung für Obdachlose fand ich es spannend zu sehen, wie sich die Verantwortlichen für diese Menschen einsetzen und mit ihnen umgehen. Außerdem finde ich es gut, dass sie 1,50 Euro für das Essen zahlen müssen, dadurch wird ihnen Verantwortung gegeben“, erzählt Nora Ortega Romero aus Mexiko. Sie arbeitet in ihrer Heimat in einem Zentrum für Menschenrechte im Bundesstaat Guerrero. Auch Phiri aus Sambia fand die deutschen Projekte sehr interessant. „Wenn ich sie mit denen in Sambia vergleiche, dann erkenne ich einen Unterschied: In Sambia müssen wir eine Menge dafür tun, um an einen solchen Standard von Sozialprogrammen heranzukommen wie hier.“</p>
<p><strong><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/Gruppenbild.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5003" title="Gruppenbild" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/Gruppenbild-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Der Einbahnstraße entgegen</strong></p>
<p>Viele Erfahrungen und einen Eindruck von Deutschland nehmen sie mit in ihre Heimatländer. Und vielleicht auch noch mehr: „Wir haben ein gemeinsames Projekt unabhängig von den Ländern und den Sachen, die wir machen. Es gibt etwas das uns eint: wir setzen uns alle für andere ein!“, so Nora Ortega Romero. Das Gefühl von Solidarität nehme sie aus Deutschland mit.</p>
<p>Wenn das nicht ein guter Anfang ist, um den Freiwilligendienst nicht nur als Einbahnstraße von Deutschland in die Entwicklungsländer zu verstehen. Es geht auch andersherum.</p>
<p><em>Über die Autorin: Annika Sophie Duhn ist Volontärin in der Pressestelle von MISEREOR</em>.</p>
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		<title>Ein Wochenende voller Fußball in Ruanda</title>
		<link>http://www.misereor.de/blog/2012/04/23/ein-wochenende-voller-fusball-in-ruanda/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 07:24:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiwilligendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ruanda]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenkinder]]></category>

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		<description><![CDATA[An unserem ersten Wochenende in Ruanda dreht sich alles um Fußball. Während in Deutschland Dortmund Meister wird, feiern wir vier Mannschaften der Gemeinde Cyanzarwe. Sie haben das Derby von Vision Jeunesse Nouvelle (VJN) gewonnen. Drei Wochen lang kämpften insgesamt zwölf Teams um den Sieg. Jeweils sechs Jungen- und sechs Mädchenmannschaften traten gegeneinander an. Die Spieler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An unserem ersten Wochenende in Ruanda dreht sich alles um Fußball. Während in Deutschland Dortmund Meister wird, feiern wir vier Mannschaften der Gemeinde Cyanzarwe. Sie haben das Derby von Vision Jeunesse Nouvelle (VJN) gewonnen. Drei Wochen lang kämpften insgesamt zwölf Teams um den Sieg. Jeweils sechs Jungen- und sechs Mädchenmannschaften traten gegeneinander an. Die Spieler sind zwischen acht und 25 Jahren alt. Am Freitag war Finale.</strong></p>
<div id="attachment_4968" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/120420_Fussball_VJN_Wettkampf-15_640_x_480.jpg"><img class="size-medium wp-image-4968" title="Siggi und die Fußballkinder" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/120420_Fussball_VJN_Wettkampf-15_640_x_480-300x199.jpg" alt="Siggi und die Fußballkinder" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Die Fußballkinder beim Derby </p></div>
<p>Das Turnier findet etwa zwei Stunden von Gisenyi entfernt statt. Über Schlamm- und Steinpisten geht es zum Spielfeld. Viele Kinder sind zum Turnier gekommen und rennen am Spielfeldrand auf und ab. „Ruanda ist reich an Kindern“, sagt Frère Gabriel Lauzon, Gründer von VJN. Und diesen Kindern wollen er und seine Mitarbeiter eine Zukunft geben. Durch Ausbildung, Kulturangebote und Sportmöglichkeiten.<span id="more-4965"></span></p>
<p>In Cyanzarwe etwa haben sie mit Unterstützung der 2-Euro-Aktion Basketball- und Volleyballfelder gebaut. Und den Fußballplatz, auf dem die Mannschaften gerade um den Sieg kicken. In der Halbzeitpause spielt die Theatergruppe von VJN ein Stück. Es geht um Alkohol und Drogen. Nach der Aufführung spricht der Moderator mit dem Publikum über das Stück. So versucht VJN, auf Probleme aufmerksam zu machen und Lösungswege aufzuzeigen.</p>
<div id="attachment_4967" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/120421_Siggi_Strassenkindermannschaft-21_640_x_480.jpg"><img class="size-medium wp-image-4967" title="Siggi und die Fußballkinder" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/120421_Siggi_Strassenkindermannschaft-21_640_x_480-300x199.jpg" alt="Siggi und die Fußballkinder" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Siggi und die Fußballkinder</p></div>
<p>Am Samstagmorgen geht es weiter. Dieses Mal spielt die Straßenkindermannschaft von <a href="http://zwei-euro-helfen.de/index.php?id=70">2-Euro-Korrespondent Sigurd</a>. „Intore za Kristu“ haben sie sich genannt, „Athleten für Christus“. Sie spielen gegen das beste Team der Fußball-Akademie von Vision Jeunesse Nouvelle. Und sie schlagen sich gut. Am Ende steht es 1:3. „Kein schlechtes Ergebnis, wenn man überlegt, dass es uns vor einem halben Jahr noch gar nicht gab“, meint Sigurd – und geht mit seiner Mannschaft feiern.</p>
<p>Mehr über Sigurds Fußballer und die <a href="http://www.2-euro-helfen.de/projekte/ruanda.html">weiteren Projekte von Vision Jeunesse Nouvelle gibt es hier zu lesen.</a></p>
<p><em>Über die Autorin: Petra Kilian versorgt bei der <a href="http://www.2-euro-helfen.de/">2 Euro helfen</a> Aktion die User regelmäßig mit News und Infos aus den Projekten.</em></p>
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		<item>
		<title>Danke</title>
		<link>http://www.misereor.de/blog/2012/04/21/danke/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 02:11:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Mertens</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiwilligendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Olongapo City]]></category>
		<category><![CDATA[Philippinen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ende rückt näher und näher, da ich in zwei Wochen für einen Monat nach Thailand fliegen werde. Vorfreude auf Neues, aber auch Abschied des Alten. Ein zufriedenstellendes Ende erreichen und keine Drecksspuren hinterlassen. Nunmehr 8 Monate bekannte Menschen verlassen und neue kennen lernen.  Alles hat bekanntlich zwei Seiten,  aber  frohen Mutes, dass jedem Anfang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.misereor.de/blog/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p><strong>Das Ende rückt näher und näher, da ich in zwei Wochen für einen Monat nach Thailand fliegen werde. Vorfreude auf Neues, aber auch Abschied des Alten. Ein zufriedenstellendes Ende erreichen und keine Drecksspuren hinterlassen. Nunmehr 8 Monate bekannte Menschen verlassen und neue kennen lernen.  Alles hat bekanntlich zwei Seiten,  aber  frohen Mutes, dass jedem Anfang ein Zauber inne wohnt, starte ich meine letzten zwei Wochen bei Preda.</strong><span id="more-4951"></span></p>
<div id="attachment_4952" class="wp-caption alignright" style="width: 247px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/IMG_1166.jpg"><img class="size-medium wp-image-4952" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/IMG_1166-225x300.jpg" alt="Computerunterricht" width="237" height="317" /></a><p class="wp-caption-text">Computerunterricht</p></div>
<p>Einfach mal Danke sagen und glücklich sein mit dem wie es ist. Herzlich möchte ich denen aus meiner Heimat danken, für die Spenden,die im Januar gesammelt wurden. Jeder einzelne Cent ist, wenn auch mit Verzögerung, angekommen und die Computer sind gekauft. Nicht nur für die Jungen am Home for Boy’s sind die Computer hilfreich, auch die Mitarbeiter nutzen sie zu</p>
<p>Zeiten. Das nebenstehen Foto zeigt den Computerunterricht, in dem die Jungen gerade die parts des Computers lernen, nämlich Hardware und Software. Jeder der sechs Computer ist mit dem Internet verbunden, sodass die Jungen Facebook nutzen und Kontakte zu Familie oder Freunden pflegen können.</p>
<p>Diese Woche beginnt die Partnertagung bei Misereor. Zwei Mitarbeiter von Preda werden teilnehmen.Ebenso wird die Theatergruppe von Preda am 27. April mit Father Shay Cullen nach Deutschland fliegen.</p>
<div id="attachment_4953" class="wp-caption alignleft" style="width: 140px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/IMG_5818.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-4953" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/IMG_5818-150x150.jpg" alt="Theatergruppe" width="130" height="130" /></a><p class="wp-caption-text">Theatergruppe</p></div>
<p>Seit Januar arbeiten Jule (Mitfreiwillige) und ich  mit der Theatergruppe zusammen, sodass sie das gesamte Theaterstück nun auf Deutsch spielen können. Wer Interesse hat, das Theaterstück zu sehen, der findet alle Informationen und Termine auf der Internetseite von <a href="http://www.preda.org/en/">Preda</a> oder der<a href="http://www.tatort-verein.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;catid=11:aktuelles-inahlte&amp;id=29:aktuelles-1"> Seite des Tatort Vereins.</a></p>
<p>Viele Grüße&#8230;</p>
<p>Simon</p>
<p><strong>Die Theatergruppe AKBAY von PREDA</strong></p>
<p><a href="http://www.misereor.de/blog/2012/04/21/danke/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
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		<title>Sojaanbau, Viehfutter und Biodiesel</title>
		<link>http://www.misereor.de/blog/2012/04/19/sojaanbau-viehfutter-und-biodiesel/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 11:11:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralph Allgaier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Biokraftstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Soja]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon ziemlich dunkel an diesem Abend mitten in der argentinischen Provinz Chaco, und ich kann nur sagen: Selten bin ich in einer derart einsamen und menschenleeren Landschaft gewesen. Die schnurgerade Landstraße und der sie säumende Wald wollen kein Ende mehr nehmen und jetzt nach Sonnenuntergang muss unser Fahrer höllisch aufpassen, dass er nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist schon ziemlich dunkel an diesem Abend mitten in der argentinischen Provinz Chaco, und ich kann nur sagen: Selten bin ich in einer derart einsamen und menschenleeren Landschaft gewesen. Die schnurgerade Landstraße und der sie säumende Wald wollen kein Ende mehr nehmen und jetzt nach Sonnenuntergang muss unser Fahrer höllisch aufpassen, dass er nicht mit zu hohem Tempo in die vielen tückischen Schlaglöcher poltert und unseren Kleinbus ruiniert. </strong></p>
<div id="attachment_4942" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/große-Aufloesung-094927_12_ARG-misereor.jpg"><img class="size-medium wp-image-4942" title="Sojaanbau in Argentinien" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/große-Aufloesung-094927_12_ARG-misereor-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Sojaanbau in Argentinien / Florian Kopp</p></div>
<p>Hier ist so mancher Farmer erst nach einer kleinen Ewigkeit erreichbar. So mussten wir uns auf der Fahrt zu einer Hofanlage von sieben Familien nach der Abzweigung von der Landstraße geschlagene 40 Minuten über eine huckelige Schotter-Graspiste quälen, bis das Ziel in der trocken-stacheligen Savannenlandschaft endlich auftauchte. Und ich lerne: Nach dem Amazonas-Gebiet ist der Chaco die größte zusammenhängende Waldfläche Lateinamerikas.<span id="more-4940"></span></p>
<p>Wenn der Wald irgendwann dann doch aufhört, ist die Perspektive nicht minder eindrucksvoll: Bis zum Horizont Felder von gigantischen Ausmaßen mit Baumwolle und vor allem Sojabohnen. Was auf den ersten Blick beinahe idyllisch wirkt, lässt einen bei genauerer Betrachtung mehr als nachdenklich werden. Um es auf den Punkt zu bringen: Hier wird in extrem industrialisierter Anbauweise die Voraussetzung auch für unseren Konsumstil in Deutschland geschaffen. In rauen Mengen wandert argentinisches Sojamehl als Viehfutter in deutsche Tiermastfabriken, damit unser Fleisch auch stets zu Spottpreisen im Überfluss vorhanden ist.  Und der in Argentinien aus Sojaöl hergestellte Biodiesel wird zu einem großen Teil ebenfalls hierzulande in die Autotanks gefüllt.</p>
<p>In Argentinien hat der Sojaanbau einen hohen Preis: In dichten Abständen sprühen Flugzeuge großflächig Pestizide übers Feld. Und verseuchen dabei auch benachbarte Zonen und das Grundwasser. Kleinbauernfamilien, die von MISEREOR-Partnern unterstützt werden, klagen über Gesundheitsprobleme und absterbende Nutzpflanzen in ihren eigenen Gärten. Übrigens  sind bis zu 95 Prozent der argentinischen Soja-Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen bedeckt. Und zugunsten des Sojas verschwindet auch immer mehr Wald mit den bekannt ungünstigen Folgen für Wasserhaushalt, Binnenklima, Flora und Fauna. Am beunruhigendsten ist, dass immer mehr internationale Konzerne riesige Landflächen für den industrialisierten Ackerbau kaufen. Land, auf dem vielfach Einheimische seit Generationen leben und wirtschaften. Und doch von Vertreibung bedroht sind, weil sie nicht über die offiziellen Landtitel verfügen oder ihnen das Land auf  illegale Weise entzogen werden soll.</p>
<p>Mehr zu diesem Thema auf der <a href="http://www.misereor.de/presse/pressemeldungen/pressemeldungen-detais/article/bauern-droht-vertreibung.html">MISEREOR-Webseite.</a></p>
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		<title>Von farbenfrohen Stoffen, glitzernden Armreifen, kunstvoll geflochtenen Körben und Taschen</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 14:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Fair Trade]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Handwerksproduzenten-Netzwerk COFTA zu Gast bei MISEREOR. Es herrscht ein ungewohntes Gewimmel im Foyer der Geschäftsstelle des Bischöflichen Hilfswerks MISEREOR in Aachen. Grund für die Menschenansammlung ist der Besuch des Produzentennetzwerks COFTA, das seine Waren präsentiert. Zahlreiche Mitarbeiter scharen sich um die Tische und bestaunen die bunten Tücher und reich verzierten Schmuckstücke. Die Cooperation for [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Handwerksproduzenten-Netzwerk COFTA zu Gast bei MISEREOR.</strong></p>
<div id="attachment_4933" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/IMG_0066.jpg"><img class="size-medium wp-image-4933" title="Schöne, bunte Dinge..." src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/IMG_0066-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Schöne, bunte Dinge...</p></div>
<p>Es herrscht ein ungewohntes Gewimmel im Foyer der Geschäftsstelle des Bischöflichen Hilfswerks MISEREOR in Aachen. Grund für die Menschenansammlung ist der Besuch des Produzentennetzwerks COFTA, das seine Waren präsentiert. Zahlreiche Mitarbeiter scharen sich um die Tische und bestaunen die bunten Tücher und reich verzierten Schmuckstücke.</p>
<p><a href="http://www.cofta.org">Die Cooperation for Fair Trade in Africa (COFTA)</a> gründete sich im Jahr 2004. Mittlerweile hat die Kooperation über 70 Mitglieder in 20 afrikanischen Ländern. Mit seinen Projekten setzt sich COFTA für den Fairen Handel und einen besseren Marktzugang von afrikanischen Produzenten ein.</p>
<p>Das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR unterstützt das COFTA Market Acces Programme (MAP) mit einer Fachkraft in Kenia. Sie berät das Netzwerk und seine Mitglieder zu allen Fragen und Problemen, die Produktentwicklung, Lieferzeit sowie die Produktionsmenge und -qualität betreffen.</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/media/set/?set=a.433879149961909.119657.139198812763279&amp;type=3">Eine Fotostrecke gibt es hier zu sehen.</a></p>
<p style="text-align: right;"><em>Über die Autorin: Dorothea Spanke studiert in Passau Europastudien und unterstützt derzeit in ihren Semesterferien als  Praktikantin das <a href="http://www.2-euro-helfen.de">2 Euro helfen Team</a>.</em></p>
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		<title>Buenos Aires &#8211; eine Stadt mit zwei Gesichtern</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 06:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralph Allgaier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Projektreise]]></category>

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		<description><![CDATA[Buenos Aires, was für eine Stadt: Mit riesigen Straßen, beeindruckenden Kolonialbauten, Restaurants voll begeisterndem Flair und ganz viel Kultur. Selbst feine ältere Damen, die kaum noch gehen können, reihen sich geduldig in die langen Schlangen vor den zahlreichen Theatern ein. Hier möchte man wochenlang Urlaub machen. Aber die argentinische Hauptstadt hat wahrlich zwei Gesichter: Schon, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Buenos Aires, was für eine Stadt: Mit riesigen Straßen, beeindruckenden Kolonialbauten, Restaurants voll begeisterndem Flair und ganz viel Kultur. Selbst feine ältere Damen, die kaum noch gehen können, reihen sich geduldig in die langen Schlangen vor den zahlreichen Theatern ein. Hier möchte man wochenlang Urlaub machen.</strong></p>
<p>Aber die argentinische Hauptstadt hat wahrlich zwei Gesichter: Schon, wenn man die Stadtautobahn am Rande des Zentrums befährt, liegt seitlich eine erschreckend verwahrloste Elendssiedlung, die mehr als nur erahnen lässt, wie viele Leute  trotz des Wirtschaftsaufschwungs im Land hier in bescheidensten, ja prekären Verhältnissen leben müssen. Über 2 Millionen Menschen werden im Großraum von Buenos Aires als in absoluter Armut lebend eingestuft.<span id="more-4909"></span></p>
<p>Nach einer Stunde Autofahrt erreichen wir im Nordwesten der Stadt das Gelände des <a href="http://www.2-euro-helfen.de/projekte/argentinien.html">Vereins „El Culebron Timbal“</a>, der seit Jahren unter anderem über die Aktion <a href="http://www.zwei-euro-helfen.de/">„Mit 2 Euro im  Monat helfen“</a> von MISEREOR unterstützt wird. 200 bis 300 Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Vierteln kommen hier wöchentlich hin und erhalten eine Vielzahl toller Angebote, vom kreativen Werken über Tanz und Sport, Foto- und Radioprojekte bis zum Gender-Workshop, in denen junge Mädchen sich über ihre oft sehr persönlichen Angelegenheiten unter Begleitung von Sozialarbeitern austauschen: Gewalt in der Familie, sexueller Missbrauch, Schwangerschaften von Minderjährigen.  Im Projekt entstehen Stadtteilzeitungen, und einmal im Jahr machen die Jugendlichen mit einer „Kulturkarawane“ auf sich aufmerksam, einem Umzug durch die Armenviertel, bei dem unter anderem auf humorvoll-satirische Art manches Problem im eigenen Umfeld aufgespießt wird.</p>
<div id="attachment_4918" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/094924_12_ARGmisereor.jpg"><img class="size-medium wp-image-4918" title="Argentinien 5" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/094924_12_ARGmisereor-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Florian Kopp / MISEREOR</p></div>
<p>Ein klappriger, knallroter Bus, herrlich verziert mit bunten Masken über der Frontscheibe, holt die Kinder und Jugendlichen aus ihren Wohnvierteln ab und bringt sie zu „El Culebron Timbal“, wo sie Abwechslung von ihrem oft tristen Alltag, frische Impulse, Bewegung, Spaß und neue Freunde finden können. Wie schwierig das Leben im Armutsgürtel von Buenos Aires werden kann, zeigt sich schon daran, dass in diesem Gebiet mitunter nicht einmal eine geregelte Wasserversorgung besteht. Die Menschen müssen sich über Brunnen auf der Straße versorgen. Hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektiven bergen viel sozialen Sprengstoff.</p>
<p>Mehr über „El Culebron Timbal“, vor allem viele frische Fotos aus dem beispielhaften Jugendprojekt liefern wir Euch in Bälde. Doch nun setzen wir erst einmal unsere Reise fort. Jetzt geht es in das Savannengebiet „Chaco“ im Nordwesten Argentiniens, und in einigen Tagen fahren wir weiter nach Paraguay.</p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-23-4909">

	<h3>Florian Kopp/MISEREOR</h3>

	<div class="pic">
<a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/gallery/argentinien/094921_12_argmisereor.jpg" title="" class="shutterset_argentinien">
	<img alt="Florian Kopp/MISEREOR" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/gallery/argentinien/094921_12_argmisereor.jpg"/>
</a>
</div>
	<div class="ngg-imagebrowser-nav"> 
		<div class="back">
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		</div>
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		</div>
		<div class="counter">Bild 1 von 5</div>
		<div class="ngg-imagebrowser-desc"><p></p></div>
	</div>	

</div>	


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		<title>Happy Thai New Year</title>
		<link>http://www.misereor.de/blog/2012/04/16/happy-thai-new-year/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 10:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiwilligendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Songkran]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>

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		<description><![CDATA[Songkran, das wichtigste Fest in Thailand und anderen asiatischen Ländern, buddhistisches Neujahr. Die Reinigung vom Übel, das Gedenken an die Verstorbenen, ein Zusammenkommen der Familien und nicht zuletzt die größte Wasserschlacht der Welt. Jetzt ist es also soweit. Martina und ich treffen uns in Bangkok, es ist drückend heiß, 40°C. Eine Kollegin holt uns ab, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Songkran, das wichtigste Fest in Thailand und anderen asiatischen Ländern, buddhistisches Neujahr. Die Reinigung vom Übel, das Gedenken an die Verstorbenen, ein Zusammenkommen der Familien und nicht zuletzt die größte Wasserschlacht der Welt. Jetzt ist es also soweit.</strong></p>
<div id="attachment_4897" class="wp-caption alignleft" style="width: 237px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/sonkran5.jpg"><img class="size-medium wp-image-4897" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/sonkran5-300x199.jpg" alt="buddhistische Zeremonie" width="227" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">buddhistische Zeremonie</p></div>
<p>Martina und ich treffen uns in Bangkok, es ist drückend heiß, 40°C. Eine Kollegin holt uns ab, sie hat uns eingeladen. Ihre Familie lebt nahe der Stadt Ayutthaya, eine Fahrtstunde von Bangkok entfernt. Wir setzen uns hinten auf die Ladefläche und versuchen uns so gut es geht vor der brennenden Sonne zu schützen. Die Familie lebt in der heißesten Provinz des Landes. Flach ist die Landschaft hier, nur Reisfelder erstrecken sich bis zum Horizont. Wir tuckern einen Feldweg entlang und erreichen schließlich ein typisches thailändisches Haus, wie sie meistens auf dem Land zu finden sind.<span id="more-4895"></span> Es ist aus Holz, hat nur einen großen Raum, alles ist offen. Mir werden unzählige Familienmitglieder vorgestellt, deren Namen ich sofort wieder vergesse. Sie sind nett, aber schüchtern. Wir hängen unser Moskitonetz auf, das ist mehr als nötig. So viele Mücken wie hier habe ich noch nie erlebt, alle paar Minuten gibt es einen neuen Stich. Auf dem Holzboden liegt eine Strohmatte für uns, mit 14 anderen Menschen übernachten wir in dem Raum.</p>
<p>Ich freue mich über die Einladung und die Möglichkeit dieses traditionelle und wichtige Fest im Kreis einer thailändischen Familie zu verbringen. Viele Menschen aus den Städten reisen zu Songkran nach Hause aufs Land, es wird gemeinsam gekocht und gebetet. Die Gebete widmet man den Ahnen, die auf diese Weise auch am Fest teilhaben sollen. Aber meine Nerven sind auch etwas strapaziert. Ich bin mir nicht sicher, wie ich  am sinnvollsten helfen kann, die Hitze ist unerträglich, sogar abends, alles ist voller Mücken, der Holzfußboden hart. Ich versuche schnell zu schlafen, denn der nächste Morgen wird früh beginnen.</p>
<p>Genau gesagt um sechs werde ich wach, es ist schon viel los im Haus. Die Vorbereitungen für den wichtigen Tag haben begonnen. Die Familie hat buddhistische Mönche nach Hause eingeladen, acht von ihnen werden kommen und drei Novizen. Die Frauen haben angefangen zu kochen für die Gäste, nach einem Einkauf auf dem Markt füllt sich wie von Zauberhand der Raum mit immer mehr Gerichten. Ich muss an Weihnachten denken, an den Einkaufsstress für das Essen und an die viele Arbeit in der Küche. Hier scheint es mir so unkompliziert und schnell zu funktionieren und das obwohl es nicht mal eine separate Küche gibt. Die Frauen, selbst die ältesten, machen alles im Hocken. Kochen, abwaschen, essen, putzen.</p>
<p>Wir helfen, den Raum für die Mönche vorzubereiten. Ein großes Tuch wird aufgehängt, das Essen platziert, ein buddhistischer Altar hergerichtet. Auch die Urnen und Fotografien der Verstorbenen werden dazugestellt.</p>
<div id="attachment_4896" class="wp-caption alignright" style="width: 234px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/songkran4.jpg"><img class="size-medium wp-image-4896 " src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/songkran4-300x199.jpg" alt="Gedenken an die Verstorbenen" width="224" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">Gedenken an die Verstorbenen </p></div>
<p>In den Urnen sind Knochenreste zu erkennen, Räucherstäbchen werden angezündet. Etwas morbide finde ich das im ersten Moment und denke mir dennoch, eigentlich ist es richtig die Vorfahren mit einzubeziehen und ihnen zu danken, statt sie so schnell in Vergessenheit geraten zu lassen wie es manchmal bei uns passiert. Die Gewissheit, dass an einen gedacht wird, nimmt vielen Menschen ein wenig die Angst vor dem Tod. Und die Hinterbliebenen können mit dem Verlust umgehen, weil die, die man verloren hat doch noch irgendwie hier sind. Es kommen immer mehr Verwandte, weit über 20 Menschen sind mittlerweile  im Haus versammelt. Schließlich treffen die Mönche ein und setzen sich.</p>
<p>Wir anderen knien auf dem Boden. Martina und mir wird angeboten uns ganz nach vorne zu setzen. Das ist nett aber unpraktisch, da wir so nicht sehen können, was die anderen Betenden machen. Wir sind mit den Ritualen nicht vertraut. Gut, dass eine Tochter der Familie neben mir kniet, so kann ich mit einer Sekunde Verzögerung ihre Verbeugungen nachmachen. Die Mönche nehmen eine weiße Schnur in die Hände, jeder von ihnen fasst sie an. So entsteht ein Band zwischen ihnen. Sie beginnen ihr Gebet, Verse in der alten Pali-Sprache, die sich wie Gesang anhören. Andächtig beten die Familienmitglieder, während ich möglichst unauffällig meine Sitzposition versuche zu ändern. Mir sind schon jetzt beide Beine eingeschlafen und von meinem Po merke ich auch nicht mehr viel. Ich werde nie verstehen wie dieses stundenlange Verharren funktionieren kann.</p>
<p>Die Mönche sind sehr freundlich, wir geben ihnen Essen. Wir stellen es auf ein Tuch, das sie vor sich ausbreiten, denn Frauen dürfen die Mönche niemals berühren und ihnen auch nicht direkt etwas übergeben. Die Familie gedenkt den Ahnen, redet mit den verstorbenen Großeltern und nachdem die Mönche gesegnetes Wasser auf uns gespritzt haben und gegangen sind, können wir essen. Es gibt Suppe, Ente, Curry, Reis, Mango, Wassermelone, Ananas, Süßspeisen.</p>
<div id="attachment_4899" class="wp-caption alignleft" style="width: 238px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/songkran.jpg"><img class="size-medium wp-image-4899 " src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/songkran-300x249.jpg" alt="Bereit für die Wasserschlacht" width="228" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Bereit für die Wasserschlacht</p></div>
<p>Nach der Mittagszeit beginnt der zweite Part des Tages – es geht in die Stadt. Die kleinen Jungs in der Familie füllen aufgeregt ihre Wasserpistolen. Denn an Songkran ist es üblich, dass sich das ganze Land eine wilde Wasserschlacht liefert. Niemand wird verschont. Die Reiseführer raten, Handys und Kameras zu Hause zu lassen oder in eine Plastiktüte zu wickeln. Ich halte das für übertrieben. Aus so einer Wasserpistole kommt so viel ja nun auch nicht raus. Wir fahren los. Es dauert nicht lange da stehen kleine Kinder am Straßenrand und spritzen kreischend aus ihren Wasserpistolen. Wir sitzen hinten auf der Ladefläche und spritzen zurück. Das war er also, der erste Angriff an Songkran.</p>
<p>Wir erreichen Ayutthaya, andere Gruppen die auch auf der Ladefläche der langsam fahrenden Autos sitzen scheinen besser vorbereitet als wir. Ganze Tonnen voller Wasser stehen zwischen ihnen. Sie benutzen keine Wasserpistolen, sondern Eimer. Jetzt verstehe ich den Hinweis mit dem Handy und der Kamera. Es dauert keine Minute und Martina und ich sind völlig durchnässt, wie auch alle anderen um uns herum. Nichts ist mehr trocken. Wir sehen aus wie begossene Pudel und lachen. Die kleinen Jungs die wir  mit dabei haben schießen mit ernstem Blick und lautem Kampfgeschrei aus  ihren Wasserpistolen und versuchen uns zu verteidigen so gut es geht.  Selbst bunt bemalte Elefanten beteiligen sich an der Wasserschlacht.</p>
<div id="attachment_4900" class="wp-caption alignright" style="width: 169px"><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/songkranfest.jpg"><img class="size-medium wp-image-4900 " src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/songkranfest-225x300.jpg" alt="Ein großes Fest" width="159" height="212" /></a><p class="wp-caption-text">Ein großes Fest</p></div>
<p>Eine Gruppe Jugendlicher kommt auf uns zu. Ihre Hände sind voll mit weißem Matsch. „Happy Songkran“ sagt einer von ihnen, grinst mich an und schmiert mir vorsichtig den weißen Brei ins Gesicht. Das soll Glück bringen. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein. Martina und ich erregen Aufmerksamkeit auf der Partymeile der einheimischen Jugend. Sie tanzen zu Technomusik, schmeißen Wasser aus Eimern in die Menge und feiern das neue Jahr. So ausgelassen in der Öffentlichkeit habe ich die Thais noch nicht erlebt. Wir staunen nicht schlecht. Etwa alle 40 Sekunden hören wir „Farang, farang“ und bekommen meistens sehr zärtlich, aber entschieden eine Hand voll von dem weißem Matsch ins Gesicht gestrichen. Es ist eine Mischung aus Puder und Wasser, mit der man sich gegenseitig vollschmiert um sich alles Gute zu wünschen. Wenige Momente später trifft uns der nächste Wasserangriff und wäscht alles wieder ab. Das Spiel wiederholt sich über Stunden. Völlig erschöpft, durchnässt und mit verklebten Haaren treten wir abends den Rückweg an. Das ist also das thailändische Neujahrsfest. Und in manchen Städten dauert es inoffiziell zwei Wochen an. Was für ein Spaß!</p>
<p><a href="http://www.misereor.de/blog/2012/04/16/happy-thai-new-year/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
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		<title>Vom Streben nach Glück</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 13:37:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniela Singhal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Glück für die Welt. Die Vereinten Nationen diskutieren ein neues Wohlstandsmodell“, so heute ein Artikel auf Seite eins der Süddeutschen Zeitung. Worum geht’s? Das Himalaya-Königreich Bhutan hat zu einem Spitzentreffen bei den Vereinten Nationen in New York eingeladen. 600 hochkarätige Teilnehmer sind angekündigt, sie sollen sich mit einer neuen möglichen Wirtschaftsordnung auseinandersetzen, einem System, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.misereor.de/fileadmin/redaktion/ws-Dossier_9-2011.pdf"><img class="alignright size-medium wp-image-4855" title="In den Grenzen von morgen" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/In-den-Grenzen-von-morgen-293x300.jpg" alt="" width="293" height="300" /></a>„Glück für die Welt. Die Vereinten Nationen diskutieren ein neues Wohlstandsmodell“, so heute ein Artikel auf Seite eins der Süddeutschen Zeitung. Worum geht’s? Das Himalaya-Königreich Bhutan hat zu einem Spitzentreffen bei den Vereinten Nationen in New York eingeladen. 600 hochkarätige Teilnehmer sind angekündigt, sie sollen sich mit einer neuen möglichen Wirtschaftsordnung auseinandersetzen, einem System, in dem nicht mehr der Wohlstand eines Landes im Mittelpunkt steht, sondern das Wohlbefinden, das Glück seiner Bürger. Wachstumskritik auf höchster Ebene. Ban Ki Moon kommt und Prinz Charles ist per Video zugeschaltet. Es soll um mehr Nachhaltigkeit gehen, um das Streben nach Glück als politische Maxime.</p>
<p><a href="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/Blogbild.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4885" title="Blogbild" src="http://www.misereor.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/Blogbild-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Eine neue Initiative zum Umdenken, weg vom gängigen Wachstumsmodell, hin zu einer neuen Vision, einer Alternative: Das ist ganz im Sinne MISEREORs und des Mottos „Gut leben statt viel haben.“ Denn das Wachstum stößt an seine sozialen und ökologischen Grenzen, das wird uns in unserer Arbeit täglich bewusst: Umweltverschmutzung, Artensterben, Ausdehnung von Armutsvierteln, Ressourcenknappheit. Deshalb engagiert sich MISEREOR schon seit Jahren für einen Kurswechsel hin zu einer nachhaltigeren Ökonomie.</p>
<p><a href="http://www.misereor.de/fileadmin/redaktion/ws-Dossier_9-2011.pdf">Erfahren Sie mehr in unserem spannenden Dossier „In den Grenzen von morgen!“ </a>.</p>
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